Ach, laßt doch den Papst Oder: Manche Dinge ändern sich nie – Ein Gedicht.

Ach, laßt doch die Leute reden
übers Wetter –
sie haben doch nichts anderes.
Laßt sie fluchen über die Hitze
und sich dabei Kälte wünschen,
laßt sie schimpfen über die verdammte Kälte,
während sie an den Sommer denken.
Die Leute haben doch immer irgendwas.

Ach laßt doch den Papst nach Thüringen fahren,
den alten Mann.
Kost‘ doch nicht die Welt!
Sind doch nicht die Gelder,
von denen man sonst Euren Kindern
einen Musiklehrer bezahlen würde.
Nein! Und auch den Kunstlehrer nicht.
Wir sind – nur! – das Volk.
Doch nicht mehr das der Dichter und Denker.
Und wer braucht schon Künstler?
Wo das Geld ist, da laß dich ruhig nieder.
Arme Menschen haben keine Lieder…

„Haben sie wohl!“ – Mußt du jetzt rufen.
Wenn die Reis-Schüsseln längst leer sind,
füllt die namibische Mutter ihrem Kind die Ohren
mit traditionellem Gesang.
Falls sie noch die Kraft dafür findet.

Ach laßt uns die Autobahnen verbieten
und Kondome schmücken und für zölibatäre Priester
spenden und Berge schließen und Schulen versetzen
und dem Wetter einen Tag schulfrei geben und
in Afrika verhungern die Kinder.

Manche Dinge ändern sich
eben nie.

Drachen-Sommer

Drachen-Sommer

Wer sagt, daß man nur im Herbst Drachen steigen lassen kann? Seit ich meinen kleinen Taschendrachen immer griffbereit am Foto-Rucksack baumeln lasse, ist praktisch das ganze Jahr über Drachen-Zeit, wenn nur der Wind ein wenig mitspielt. Aber auch mein lieber Mann hat einen Drachen (nein, damit meine ich nicht mich… *hust* ) und auch jede unserer Rüben nennt einen solchen ihr eigen. So stiegen wir denn am Samstag, bei schönstem Sonnenschein und einer leichten Brise, hinauf auf den Berg und tatsächlich – sie flogen (die Drachen, nicht die Rüben). Allerdings muß ich gestehen, daß mein eigener Drachen diesmal unverrichteter Dinge wieder heimgefahren wurde, denn da ich mit der Kamera unterwegs war, kam ich gar nicht dazu.

Die eine Hälfte der Fotos machte ich wieder einmal mit meiner Soft Telephoto Lens (von Lomography). Bestimmt erkennt ihr sie… ;)

Alle Bilder findet ihr – wie immer – in der Galerie

[Magrat am Meer] – Tag 12. Die Heimreise –

tag_12_heimreise-10

Zugegeben, ein wenig gedrückt hab ich mich vor diesem Artikel schon. Es hat so etwas Endgültiges. Mit dem letzten, dem allerletzten Urlaubsartikel ist unser schöner Ostsee-Urlaub nun wirklich zu Ende… Aber was muß, das muß. Also wollen wir mal:

Unsere Heimreise von der Insel Rügen zurück in den Norden Thüringens gestaltet sich meist folgendermaßen: Wir nehmen uns immer ganz fest vor, schon am Vorabend zu packen und die ersten Sachen im Auto zu verstauen. Allerdings haben wir das noch nie geschafft. Der Morgen am Tag der Heimfahrt beginnt daher immer recht hektisch. Irgendwann ist es aber soweit, wir gehen zum hundertsten Mal alle Zimmer / Schränke durch, um nicht doch noch irgendetwas zu vergessen, laufen (gefühlte) tausend Male die Treppen rauf und runter, bis dann irgendwann tatsächlich alles verstaut, abgewaschen, weggeräumt, gefegt ist. Schnell noch die Schlüssel abgeben und die Brötchen bezahlen und dann – geht es los.

Von der Insel herunterzukommen, ist ja oft mühsam, überall staut es sich. Dieses Mal aber klappt es relativ zügig, nur direkt vor der neuen Rügenbrücke kommen wir fast zum Stehen. Das ist gut, denn so kann ich ein paar Bilder vom Beifahrersitz aus knipsen:

Wolkenhimmel
Wolkenhimmel

Als wir irgendwann die Brücke erreicht und die Insel hinter uns gelassen haben, fahren wir nicht etwa schnurstracks nach Hause, wie man vielleicht annehmen könnte, nein, jetzt steht erst noch ein Besuch im Meeresmuseum an. Wie jedes Jahr vergessen wir, wo genau das Museum ist und irren ein wenig durch die Altstadt von Stralsund:

Stralsund
Stralsund

Irgendwann aber sind wir da. Hier kennen wir uns mittlerweile gut aus, wissen, welches Aquarium wo zu finden und sehen sofort, wenn etwas neu dazu gekommen ist. Das Museum ist in den altehrwürdigen Mauern des ehemaligen Katharinenklosters untergebracht. „[Magrat am Meer] – Tag 12. Die Heimreise –“ weiterlesen

[Magrat am Meer] – Tag 11 –

kodakostsee2010_005-1

Der Tag vor der Abreise wurde noch einmal aufregend. Es war der einzige Tag, an dem es einmal nicht unerträglich heiß war und ab und zu nieselte es sogar. Das war unser Tag! Wir starteten nach dem Frühstück und fuhren nach Prora. Unser Ziel war der „Koloss von Prora“, das nie vollendete KdF-Bad, so größenwahnsinnig und abartig wie einstmals seine Erbauer. Es ist so grotesk und bizarr in seinen Ausmaßen, daß einem übel werden kann.

Vor Jahren hatten wir hier diverse Museen besucht, so daß wir einen Bruchteil des Gebäudekomplexes auch schon von innen sahen. Es war wie ein gestaltgewordener Albtraum. Unzählige, nie endende Gänge, Treppen, Zimmer, Türen, Türen, Türen…

Anders als die Jahre zuvor näherten wir uns diesmal von der anderen Seite, so daß wir am weniger besuchten und noch heruntergekommeneren Teil des Seebades entlangliefen:

Prora. KdF-Bad III
Prora. KdF-Bad III

Langsam fing es an zu nieseln. Die Leute am Strand packten ein und gingen, als wir kamen. Das bisschen Wasser von oben konnte unsere Rüben nicht davon abhalten, direkt neben der Kaimauer am Ufer herum- und einige Meter in die Ostsee hineinzulaufen.

Unser Mittlerer war irgendwann pitschnaß. Natürlich hatten wir alles mitgenommen. Alles. Aber keine Wechselsachen. Und wir wollten doch anschließend unbedingt noch ins Eisenbahnmuseum ganz hier in der Nähe. Das ging so natürlich nicht. Wir beschlossen, die fünf Minuten bis zu Wolfgangs Fundgrube zu fahren, in der Hoffnung, dort auch ein T-Shirt und eine kurze Hose für Jungs zu finden. Was für ein Laden! Hier findet man alles! Jedenfalls alles Mögliche. Ob Taucheranzüge oder Damenunterwäsche, Angelzubehör oder Strandspielzeug, Militärklamotten oder brauchst du schnell noch ein 6 Personen-Zelt – kein Problem. So hatte sich unser Mittelkind auch gleich in eine Mütze verliebt. So eine olivgrüne, mit Plüsch und Ohrenklappen, die man als Panzerfahrer im Winter aufsetzt. Die mußte er haben. Klar, wir sind ja keine Unmenschen. Trocken wurden seine Sachen davon aber auch nicht. „[Magrat am Meer] – Tag 11 –“ weiterlesen

[Magrat am Meer] – Tag 10 –

ostseeurlaub2010_tag10_046-1

Ja ja… so langsam neigt sich auch dieser Urlaub(sbericht) seinem Ende. Den zehnten Tag verbrachten wir fast ausschließlich in dem kleinen Fischerdorf, in welchem ich schon als Kind viermal Urlaub gemacht hatte. Damals noch im berühmt-berüchtigten Bastei-Anhänger mit Vorzelt.

Zuerst ging es mittags in unser Lieblings-Strand-Café. Dort wird jeder geduzt, die Kellner, die hier scheinbar seit Jahrzehnten zum Inventar gehören, sorgen für gute Laune und warnen einen immer, keine große Portion für die Kinder zu bestellen, weil es soviel wäre, daß sie es nicht schaffen würden. Und Recht haben sie.

Strand-Café
Strand-Café

Danach die Promenade entlang. Hier gibt es noch immer die kleine Bude, an der man lecker Palatschinken kaufen kann. Wie damals, als ich mit zwei anderen Mädels jeden Tag dort hinging und wir sie sogar manchmal mit Eierlikör bekamen, wenn wir ohne Aufsicht kamen… ;) „[Magrat am Meer] – Tag 10 –“ weiterlesen

[Magrat am Meer] – Tag 9 –

Ach ja… der Urlaub… am neunten Tag ging es ins Nationalpark-Zentrum Jasmund am Königsstuhl. Es war bereits unser dritter Besuch dort und schon letztes Jahr hatte ich hier davon berichtet.

Diesmal hatte ich mir ganz fest vorgenommen, den Multimedia-Rundgang nicht mitzumachen. Aber… mein schlechtes Gewissen gab mir einen derben Schubs und ich landete inmitten der Besuchergruppe. Danke, olles Gewissen! Okay, es wäre nicht fair gewesen, meinen lieben Mann mit den drei Rüben alleine den Rundgang machen zu lassen… oder doch? Immerhin bemerkte ich bereits, als sich die schwere Tür hinter uns schloß, wie mir himmelangst wurde. Mist…Mist…Mist… dachte ich. Warum biste nicht draußen geblieben? Es ging los, die Kopfhörer, über die man allerlei Wissenswertes über die Natur und die Besonderheiten des Nationalparks hört, hatte ich diesmal gar nicht erst aufgesetzt.

Zuviele Informationen. Wie schon letztes Jahr. Eine kurze Fahrt mit einem „Zeitreise“-Fahrstuhl, das schummrige Licht, die Leute hinter, vor und um einen drumherum, die Info-Punkte, die Exponate, die Info-Tafeln… und dann noch Kopfhörer auf dem Kopf? Und nebenbei hört man noch leise die Geräusche und Geschichten der anderen Leute… nee, ich war wieder einmal kurz vorm Durchdrehen. Nur weiter weiter weiter, schnell da durch, gut, daß ich meine Kamera mit hatte, so konnte ich mich damit ablenken, ein paar Bilder zu machen. Aber gleichzeitig den Fakten aus den Kopfhörern, die, nebenbei bemerkt, wer-weiß-wieviele Leute vor mir schon auf Kopf und Ohren (!) hatten, lauschen und Dinge betrachten und vielleicht noch Interessantes darüber lesen – Fehlanzeige.

Wieder einmal hatte sich meine buchstäbliche Multitaskunfähigkeit bemerkbar gemacht. Nun gut. So ist es eben. Aber beim nächsten Mal… da gehe ich nicht hinein. Da bleibe ich wirklich draußen. „[Magrat am Meer] – Tag 9 –“ weiterlesen

Pferdelen

Ich möchte euch einige meiner neuen Bilder zeigen. Naja, ganz neu sind sie nicht, sie entstanden im Juli, während unseres Rügenurlaubs. Aber da es so viele sind, habe ich sie in verschiedene Alben aufgeteilt, thematisch, irgendwie.

„Pferdelen“ bedeutet eigentlich „Pferde“, jedenfalls bei mir, aber um genau zu sein, handelt es sich auf den folgenden Bildern nur um ein einziges, nettes Pony. Es wohnt ganz in der Nähe unseres Feriendorfes und mußte für einige Übungsfotos herhalten. Alle Bilder entstanden mit einem Makro-Objektiv von Tokina:

Pony I
Pony III

Die anderen Bilder gibt es in der Galerie im Album „Das Pony“ zu sehen. Die anderen Alben stelle ich euch in den nächsten Tagen vor, aber vielleicht entdeckt ihr sie auch so… :)