Der 1.000. Artikel Oder: #bloggerfuerfluechtlinge

#bloggerfuerfluechtlinge

Der 1.000. Artikel hier? Echt? Ja, jedenfalls dann, wenn man die nicht mitzählt, die unveröffentlicht in der Entwürfe-Kiste schlummern. Und das sind einige. War da nicht mal was? Die Idee, so nach und nach die alten, begonnenen Sachen wieder ans Licht zu holen, fertig zu schreiben, neues Leben einzuhauchen? Ach ja, da war mal was. Immerhin hat es einer von ihnen geschafft, damals.

1.000 Artikel. Eintausend Beiträge. Wow. Gut, manches davon waren nur bessere Tweets, oder mal ein Bild, ohne viel Worte, aber immerhin – tausend. Da müßte man doch – irgendetwas Bombastisches schreiben, nicht?

Egal.

Ich schreibe heute. Und das allein soll zählen. Aber ich möchte nicht nur irgendetwas schreiben, ich möchte auch etwas sagen. Wer mich auf Facebook und Twitter verfolgt, ahnt vielleicht, was jetzt kommt: Jaja, die Flüchtlinge.

#bloggerfuerfluechtlinge
#bloggerfuerfluechtlinge

Um es kurz zu machen und weil – zum Glück! – schon viele andere vor mir wahnsinnig gute, wahnsinnig wichtige Dinge darüber geschrieben und gesagt haben, nur so viel:

Steht auf. Helft. Schaut hin. Macht mit. Informiert Euch. Informiert andere. Diskutiert nicht mit denen, die nicht verstehen wollen, redet mit denen, die Euch zuhören.

Und weil ich „kurz“ nicht wirklich gut kann, auch noch das: Es gibt Hilfsprojekte, die laufen seit Jahren. Im Stillen. Unbeachtet und unbeobachtet. Leute, die schon lange helfen, die sich schon gekümmert haben, als das Thema noch nicht DAS Thema war – nun ist die Lage eine andere, und ein Ende ist nicht abzusehen. Zum Glück gibt es so viele hilfsbereite Menschen da draußen, jeden Tag findet man – neben allen Hiobsbotschaften, Schreckensmeldungen und Hasskommentaren – im Netz neue Projekte, neue Ideen, die sich für die Flüchtlinge stark machen. Und in jeder Stadt, in jeder Gemeinde, die Flüchtlinge aufnimmt oder in naher Zukunft aufnehmen wird, gibt es Organisationen, die helfen – und oft genug auch nur Helfer, die organisieren. Hier kann man anfangen. Einfach mal fragen – was wird benötigt, was kann man machen.

Es geht hier nicht um die große Geste, und auch nicht um den dicken Scheck, den man medienwirksam überreicht. Oft genug sind es kleine Dinge, wie ein Kinderfahrrad, das man weitergibt, ein Buggy, den man längst nicht mehr braucht und der es irgendwie nie aus dem Keller geschafft hat. Und manchmal ist es nur eine Tüte mit neuen Handtüchern und ein Beutel voller gebrauchter, aber noch maltüchtiger Buntstifte, die man weitergeben kann.

Und ich will Euch auch nicht verschweigen, was für ein verdammt komisches Gefühl das war, als wir all diese und noch ein paar andere Dinge in der Flüchtlingsunterkunft abgegeben haben – in der übrigens viele Familien mit kleinen Kindern leben – denn man spürt diese Dankbarkeit, und man möchte noch viel mehr tun, weil es einem plötzlich so verdammt wenig erscheint, ich meine – Buntstifte! Und man will ja nicht wie Mutter Theresa dastehen, und man findet sich selbst fast doof, weil man denkt, daß das aussieht, als würde man Almosen verteilen – weil man selbst so verdammt viel hat! Und wir sind nicht reich, nicht einmal wohlhabend, wir überlegen uns auch genau, ob wir etwas wirklich kaufen müssen und ob man da nicht noch sparen kann. Aber diese Leute – haben echt nix mehr! Und dann kommt der Nächste und schreibt: JaaberdiehabenHandysundteureFahrräder, und du möchtest den Leuten ins Gesicht schreien.

Machst du aber nicht. Weil es nichts bringt. Stattdessen teilst du weiter die positiven Berichte, und unterzeichnest Petitionen, die sich für Menschen einsetzen, und stellst dich ein paar Stunden in den strömenden Regen, mit einem Plakat, das du vielleicht nicht einmal selbst gemacht hast, aber darauf kommt es nicht an, und bist froh, daß da noch mehr sind, daß es noch mehr Leute gibt, die so denken, daß es Leute gibt, die das schon seit Jahren so machen und du bist froh, daß du aufgewacht bist. Und jetzt auch hier stehst. Weil du es nicht mehr aushältst.

Hier noch ein paar Links – schaut mal durch und sagt es weiter:

 

Sollten sich Trolle, Hater und andere fragwürdige Gestalter hierher verirren – trollt Euch, hatet Euch gegenseitig. Entsprechende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Zensur? Von mir aus.

Und nun – auf die nächsten 1.000 Artikel, oder was meint Ihr?