Unsere rauschende Silvester-Party

…möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Bereits am frühen Morgen waren die Rüben aufgeregt und sprangen unablässig in der Wohnung herum: „Wann hängen wir die Girlanden auf?“ „Können wir schon ein Tischfeuerwerk anzünden?“ „Können wir einen Film gucken?“ „Wann schmücken wir?“ „Kann ich schon eine Luftschlange haben, nur eine einzige?“

Und wir immer so: „Nein.“ ;)

Immer alles schön der Reihe nach, nämlich lecker Frühstück, ein bisschen aufräumen, dann durften sie einen Film gucken, danach hängten wir unsere Girlande auf, die schon einige Jahre auf dem sprichwörtlichen Buckel hat, und als es irgendwann auf den Abend zuging, durfte unser Mittelkind endlich, endlich seine geliebten Luftschlangen in der Stube verteilen. Die meisten landeten erst einmal im Weihachtsbaum, der feiert nämlich immer mit.

Silvester-Girlande
Silvester-Girlande

Zum Abendbrot gab es Raclette, genau wie letztes Jahr, als wir das zum ersten Mal ausprobierten. Wir finden es nach wie vor toll und mittlerweile sind die Rüben sogar recht vernünftig, so daß man so ein heißes Ding auf den Tisch stellen kann, auch ohne, daß man vor lauter Angst und Aufregung einen Herzkasper riskiert.

Raclette
Raclette

Danach kam der gemütl… der entspann… der rauschende Teil der Party: Die Rüben trinken Kindersekt aus richtigen Sektgläsern, ich gieße mir ein RedBull ein – zur Feier des Tages mit Eiswürfel – und mein lieber Mann trinkt einen Becher Glühwein. Dazu gibt es ein bisschen Knabberzeug und wir schauen alle zusammen die Silvester-Klassiker wie „Mr. Bean“, „Ein Herz und eine Seele“ und eigentlich auch das unvermeidliche „Dinner for One“, doch wenn mich nicht alles täuscht, haben wir das diesmal irgendwie verpaßt, daher:

Zwischendurch wird immer mal ein Tischfeuerwerk gezündet, überall fliegen kleine Plastik-Schornsteinfeger und tolle Kreisel herum und es flackert ab und zu ein kleiner Streit unter den Geschwistern auf.

Außerdem hatte ich die überaus witzige Idee, mein Handy auf’s Aquarium zu stellen und alle 10 Minuten ein Foto im Bildfolgemodus zu machen:

Couch-Watching
Couch-Watching

Eigentlich wollten wir schon eine Stunde vor Mitternacht hinunter auf die Straße, um das Feuerwerk-Rudiment vom Vorjahr abzufeuern (damals lag um Mitternacht eine Rennmaus im Sterben und die Stimmung war einfach nicht nach Feuerwerk, so daß wir dieses Jahr nix Neues holen brauchten). Aber da die Rüben so lange bummelten, bis es sowieso kurz vor Zwölf war, konnten wir uns das schenken. Ich war nicht traurig darüber… Allerdings war in der Zwischenzeit der Jüngste eingeschlafen. Unweckbar.

So ging das alte Jahr und das neue war plötzlich da. Einfach so. Schnell stieß ich mit einem Schokobecher voll Eierlikör mit meinem Mann an und während er und die beiden Großen hinuntergingen, schlief der Jüngste friedlich auf der Couch und ich konnte – nicht weniger friedlich – meine Fotos machen.

P.S. Als der Jüngste in den frühen Morgenstunden in unserem Bett aufwachte, fragte er leise: „Was ist denn mit dem Feuerwerk…“ „Das ist schon lange vorbei, du hast geschlafen.“ antwortete ich. Und er darauf: „Ach Mann…“ Sprach’s und schlief friedlich weiter. :)

Möge dies ein Omen sein und das Jahr ein ebensolches werden – durch und durch friedlich.

Silvester-Feuerwerk in Nordhausen

Ich mag ja kein Silvester-Feuerwerk. Also ja, schön bunt, und die Lichter und Farbenspiele am Himmel, das ist schon toll, aber ich mag die damit meist verbundene Knallerei und die vielen, verschiedenen Pfeiftöne nicht. Daher mag ich auch nicht gerne mit rausgehen um Mitternacht, sondern ziehe es stattdessen vor, mir alles Mögliche am offenen Fenster abzufrieren und ein paar Fotos zu machen. Dafür baue ich schon mindestens eine Stunde vorher das Stativ auf und mache die Kamera schußbereit, damit es dann rechtzeitig losgehen kann.

Diesmal hatte ich mein Tokina Makro drauf (Tokina ATX 2,8/100 Pro D Macro AF Objektiv für Canon) und ich hätte mir gewünscht, ein richtiges Stativ zu besitzen, mit dreh- und schwenkbarem Kopf, und nicht diesen Krampf von Stativ, den ich mein Eigen nenne. Aber gut, man kann nicht alles haben.

Problematisch fand ich (wieder einmal) die dicke Wolkenschicht und all den Rauch des sinnfrei verpulverten Geldes, da das – zusammen mit der Straßenbeleuchtung – eine sehr seltsame Lichtstimmung gibt.

Für die Fotos probierte ich verschiedene Belichtungszeiten (von 1.3 bis 20 sec) und unterschiedliche Blendenzahlen aus, alles bei ISO 100, um erhöhtes Bildrauschen zu vermeiden. Nachbearbeitet hab ich sie mit Lightroom.

Alle Fotos vom Silvester-Feuerwerk findet ihr in der Galerie.

Silvester, war das nicht dieser Tag, wo…

… es laut wird und ständig knallt und man sich jedesmal fast zu Tode erschreckt?

… man ganz allein zuhause sitzt?

… um Punkt Mitternacht ein Haustier im Sterben liegt?

… man versucht, kyrillische Buchstaben zu entziffern, obwohl man erst in der 2. Klasse ist?

… man bei einer Freundin übernachtet und sich die ganze Zeit nur zofft?

… man aus Verzweiflung so viel Wein aus schmutzigen Gläsern trinkt, bis einen die Knaller, die direkt neben einem explodieren, nicht mehr erschrecken, weil man sie nicht mehr wahrnimmt?

… man eine Viertelstunde vor Mitternacht aus Protest ins Bett geht mit dem coolen Spruch „So’n Dummheitskrom… das bruch‘ ich nich!“ auf den Lippen?

… man im Saal eines Ostseehotels inmitten von Rentner-Heerscharen ein unheimlich langweiliges Silvesterprogramm erleiden muß, aber trotzdem glücklich ist?

… man schon wieder allein zuhause sitzt?

… es eine echte Erleichterung ist, wenn jemand in der Familie plötzlich krank wird, weil man dann einen guten Grund hat, eine Einladung zur Silvesterfeier abzusagen?

… es eine echte Erleichterung ist, wenn jemand in der Familie plötzlich krank wird, weil man dann einen guten Grund hat, einen sich selbst eingeladen habenden Silvestergast wieder auszuladen?

… Kinder bis kurz vor Mitternacht durchhalten, um dann doch noch einzuschlafen und wenn man sie zum Feuerwerk-Angucken wachrüttelt, kommt nur ein schwaches „Is‘ wohl..?“

… man Geld dafür ausgibt, damit Pappe, bunter Plastikmüll und Dreck im ganzen Wohnzimmer / auf der Straße herumliegen und das trotzdem alle irgendwie toll finden?

… einem in kaltem Wasser erstarrte Klumpen zuvor flüssigen und unheimlich heißen Bleis zwar unumstößlich vorhersagen, was einem im kommenden Jahr alles widerfahren wird, man aber trotzdem bisher weder Mutter/Vater von doppelten Zwillingen geschweige denn Zeuge einer Alienlandung auf dem Nachbargrundstück geworden ist?

Na, wie auch immer. Nicht alles oben beschriebene ist mir selbst passiert, soviel sei gesagt. Als Zweckpessimist male ich mir gerne schon vorher aus, was so alles auf uns zukommen wird, an Silvester, und auch sonst. Meistens liege ich damit voll daneben und das ist auch gut so.

Was auch immer dieser Tag für euch sein mag, ich wünsche euch alles Gute für das kommende Jahr, vorallem aber bleibt gesund. Der Rest paßt dann schon… (hab ich das heute schon einmal in einem Kommentar geschrieben…? *grübel* Na, macht nix.)

Und nicht vergessen: Immer schön die Ohren steif halten!

Damhirschkuh
Damhirschkuh

Von Eisblumen und Klapp-Spaten

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Irgendwie komm‘ ich zu nichts… zumal dann, wenn man ein bis zwei kranke Rüben den ganzen Tag zuhause hat. Seit heute ist der Mittlere wieder so weit hergestellt, daß er die Weihnachtsprojektwoche in seiner Schule mitmachen kann, das ist ja schon was.

Den Jüngsten aber hat es derb erwischt. Ständig gibt es Prospan (Hustensaft), Umckaloabo und Aloe Vera-Saft und dazwischen Fencheltee mit Honig. Wenigstens ist seit heute das Fieber runter und zählt nur noch als „erhöhte Temperatur“. Zwischenzeitlich ist er so fit, daß er kaum zu bändigen ist, bis er dann irgendwann völlig übermüdet und fertig anfängt zu quengeln und zu nörgeln und zu knaupeln und zu… naja. Und dann… schläft er einfach ein. Auf dem Fußboden. Nicht, ohne vorher mit schwacher Stimme zu verkünden: „Ich lege mich nur mal hierher, aber ich schlafe nicht… *schnarch* …“

Nun gut.

Was auch ein wenig schade ist, ist die Tatsache, daß man mit so einem kranken Wicht bei Minusgraden kaum rausgehen kann, zumal, wenn ein eisiger Wind weht. Vorallem, weil ich ja seit Tagen auf der Jagd nach Eisblumen bin.

Eisblumen! Verdammichnochemal… und ich finde keine! Es ist zum Verrücktwerden! Die paar, die auf der Windschutzscheibe des Autos wachsen, sehen eher… naja… armselig aus. Nix, um mit ihnen bzw. mit Fotos derselben an diesem tollen Foto-Wettbewerb teilzunehmen… In die Altstadt wollte ich, um dort an den Fensterscheiben uralter, längst verlassener, halb verfallener Häuser nach Eisblumen zu suchen… Aber nichts. Ich kam einfach nicht dazu. Der Wettbewerb lief bis zum 13. Dezember, und der ist längst vorbei.

Aber ich gebe nicht auf. Ich habe einen perfiden Plan ausgeheckt: Ich werde einfach Eisblumen selber züchten! Hah! Leider ist das gar nicht so einfach… Als ich heute morgen damit anfing, brezelte die Sonne stundenlang auf meine alte, kugelrunde Glasvase… oder …keine Ahnung, so ein rundes Glas-Dingens halt. Und da geht es schon los: Funktioniert die Kristallisation auch auf gewölbten Flächen? Wird das Glas die Minusgrade aushalten oder wird es morgen früh in tausend Scherben zersprungen sein? Und werden es tatsächlich genau tausend Scherben sein oder doch eher viel, viel weniger? Man weiß so wenig…

Jedenfalls sprang ich nun stündlich auf den Balkon, um die kältestarrende Glasvase mit lauwarmem Wasser einzusprühen. Und nach einiger Zeit, vorhin war’s, als es draußen schon dunkel war und es wieder angefangen hatte zu schneien, da konnte man tatsächlich die ersten zarten Eisblumen sehen. Leider noch nix für die Kamera. Aber ich habe gleich noch einmal gesprüht und hoffe nun, daß sie noch wachsen werden:

Perfider Eisblumen-Plan
Perfider Eisblumen-Plan

Und noch einen Vorteil hat PEP ( =Perfider Eisblumen-Plan): Ich komme endlich wieder einmal dazu, Fotos zu machen. Von der Glasvase, zum Beispiel: „Von Eisblumen und Klapp-Spaten“ weiterlesen

[Magrat am Meer] – Tag 12. Die Heimreise –

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Zugegeben, ein wenig gedrückt hab ich mich vor diesem Artikel schon. Es hat so etwas Endgültiges. Mit dem letzten, dem allerletzten Urlaubsartikel ist unser schöner Ostsee-Urlaub nun wirklich zu Ende… Aber was muß, das muß. Also wollen wir mal:

Unsere Heimreise von der Insel Rügen zurück in den Norden Thüringens gestaltet sich meist folgendermaßen: Wir nehmen uns immer ganz fest vor, schon am Vorabend zu packen und die ersten Sachen im Auto zu verstauen. Allerdings haben wir das noch nie geschafft. Der Morgen am Tag der Heimfahrt beginnt daher immer recht hektisch. Irgendwann ist es aber soweit, wir gehen zum hundertsten Mal alle Zimmer / Schränke durch, um nicht doch noch irgendetwas zu vergessen, laufen (gefühlte) tausend Male die Treppen rauf und runter, bis dann irgendwann tatsächlich alles verstaut, abgewaschen, weggeräumt, gefegt ist. Schnell noch die Schlüssel abgeben und die Brötchen bezahlen und dann – geht es los.

Von der Insel herunterzukommen, ist ja oft mühsam, überall staut es sich. Dieses Mal aber klappt es relativ zügig, nur direkt vor der neuen Rügenbrücke kommen wir fast zum Stehen. Das ist gut, denn so kann ich ein paar Bilder vom Beifahrersitz aus knipsen:

Wolkenhimmel
Wolkenhimmel

Als wir irgendwann die Brücke erreicht und die Insel hinter uns gelassen haben, fahren wir nicht etwa schnurstracks nach Hause, wie man vielleicht annehmen könnte, nein, jetzt steht erst noch ein Besuch im Meeresmuseum an. Wie jedes Jahr vergessen wir, wo genau das Museum ist und irren ein wenig durch die Altstadt von Stralsund:

Stralsund
Stralsund

Irgendwann aber sind wir da. Hier kennen wir uns mittlerweile gut aus, wissen, welches Aquarium wo zu finden und sehen sofort, wenn etwas neu dazu gekommen ist. Das Museum ist in den altehrwürdigen Mauern des ehemaligen Katharinenklosters untergebracht. „[Magrat am Meer] – Tag 12. Die Heimreise –“ weiterlesen

[Magrat am Meer] – Tag 11 –

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Der Tag vor der Abreise wurde noch einmal aufregend. Es war der einzige Tag, an dem es einmal nicht unerträglich heiß war und ab und zu nieselte es sogar. Das war unser Tag! Wir starteten nach dem Frühstück und fuhren nach Prora. Unser Ziel war der „Koloss von Prora“, das nie vollendete KdF-Bad, so größenwahnsinnig und abartig wie einstmals seine Erbauer. Es ist so grotesk und bizarr in seinen Ausmaßen, daß einem übel werden kann.

Vor Jahren hatten wir hier diverse Museen besucht, so daß wir einen Bruchteil des Gebäudekomplexes auch schon von innen sahen. Es war wie ein gestaltgewordener Albtraum. Unzählige, nie endende Gänge, Treppen, Zimmer, Türen, Türen, Türen…

Anders als die Jahre zuvor näherten wir uns diesmal von der anderen Seite, so daß wir am weniger besuchten und noch heruntergekommeneren Teil des Seebades entlangliefen:

Prora. KdF-Bad III
Prora. KdF-Bad III

Langsam fing es an zu nieseln. Die Leute am Strand packten ein und gingen, als wir kamen. Das bisschen Wasser von oben konnte unsere Rüben nicht davon abhalten, direkt neben der Kaimauer am Ufer herum- und einige Meter in die Ostsee hineinzulaufen.

Unser Mittlerer war irgendwann pitschnaß. Natürlich hatten wir alles mitgenommen. Alles. Aber keine Wechselsachen. Und wir wollten doch anschließend unbedingt noch ins Eisenbahnmuseum ganz hier in der Nähe. Das ging so natürlich nicht. Wir beschlossen, die fünf Minuten bis zu Wolfgangs Fundgrube zu fahren, in der Hoffnung, dort auch ein T-Shirt und eine kurze Hose für Jungs zu finden. Was für ein Laden! Hier findet man alles! Jedenfalls alles Mögliche. Ob Taucheranzüge oder Damenunterwäsche, Angelzubehör oder Strandspielzeug, Militärklamotten oder brauchst du schnell noch ein 6 Personen-Zelt – kein Problem. So hatte sich unser Mittelkind auch gleich in eine Mütze verliebt. So eine olivgrüne, mit Plüsch und Ohrenklappen, die man als Panzerfahrer im Winter aufsetzt. Die mußte er haben. Klar, wir sind ja keine Unmenschen. Trocken wurden seine Sachen davon aber auch nicht. „[Magrat am Meer] – Tag 11 –“ weiterlesen

[Magrat am Meer] – Tag 10 –

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Ja ja… so langsam neigt sich auch dieser Urlaub(sbericht) seinem Ende. Den zehnten Tag verbrachten wir fast ausschließlich in dem kleinen Fischerdorf, in welchem ich schon als Kind viermal Urlaub gemacht hatte. Damals noch im berühmt-berüchtigten Bastei-Anhänger mit Vorzelt.

Zuerst ging es mittags in unser Lieblings-Strand-Café. Dort wird jeder geduzt, die Kellner, die hier scheinbar seit Jahrzehnten zum Inventar gehören, sorgen für gute Laune und warnen einen immer, keine große Portion für die Kinder zu bestellen, weil es soviel wäre, daß sie es nicht schaffen würden. Und Recht haben sie.

Strand-Café
Strand-Café

Danach die Promenade entlang. Hier gibt es noch immer die kleine Bude, an der man lecker Palatschinken kaufen kann. Wie damals, als ich mit zwei anderen Mädels jeden Tag dort hinging und wir sie sogar manchmal mit Eierlikör bekamen, wenn wir ohne Aufsicht kamen… ;) „[Magrat am Meer] – Tag 10 –“ weiterlesen