Through the looking… hole. – Erste Erfahrungen mit dem Prinzip „Lochkamera“

Frau Magrat hat ein neues Spielzeug. Ach, was heißt hier Spielzeug… es handelt sich natürlich vielmehr um ein hochwertiges, überaus wichtiges fotografisches Zubehörteil, obendrein mit historischem Hintergrund. Ja ja, ein Pinhole… also eine Art Objektiv ohne Glas, ohne Linse, einfach nur ein winzigkleines… öhm… Loch. Welches wiederum meine Kamera zu einer Art Lochkamera macht. Und mit Lochkameras hat ja gewissermaßen alles angefangen… damals, wir erinnern uns.

Wikipedia schreibt dazu:

Eine Lochkamera ist das einfachste Gerät, um eine optische Abbildung zu erhalten. Sie benötigt dafür keine optische Linse, sondern nur eine dunkle Zelle (eine camera obscura), mit einer kleinen, verschließbaren Öffnung in der Vorderseite dieser Zelle. Das auf der gegenüberliegenden Innenseite entstehende reelle Bild lässt sich auf lichtempfindlichem Material (Fotopapier oder Film) oder über einen elektronischen Bildwandler (Bildsensor) festhalten.

Im Grunde ganz einfach also. Eine Lochkamera kann man mithin praktisch aus allem basteln, was sich irgendwie lichtdicht verschließen und mit einer winzigen Öffnung versehen läßt. Das projizierte Bild kann man dann entweder auf einem Stück Transparentpapier auf der Rückseite sozusagen „live“ betrachten oder eben fotografisch festhalten – auf einem (Stück) Film, einem Blatt Fotopapier oder halt auf dem Sensor einer digitalen Kamera.

Es gibt ja nun die verschiedensten Möglichkeiten, seine Kamera zu einer Lochkamera umzufunktionieren – zum Beispiel mit dem Pinhole-Einsatz für das Lensbaby. Das hatte ich auch erst ins Auge gefaßt, weil mir ja bereits der Composer pro von Lensbaby gehört, aber ich hatte mir überlegt, daß es auch nicht übel wäre, nicht ständig am Composer herumschrauben zu müssen, so daß ich mich kurzerhand für das Skink Pinhole Pancake entschied. Das ist sehr hochwertig gearbeitet und kommt als modulares Lochkameraobjektiv daher. Das heißt nix anderes, als daß ich hier in der Lage bin, die Lochblende gegen Zonenplatte und Photonensieb auszuwechseln, beide waren im „Retro Pro Kit“ von Skink bereits enthalten.

Wie? Was für Dinger? Zonenplatte… Photonensieb? Was das nu wieder?! – hör ich euch ausrufen… Ähm… ja… das würde jetzt hier zu weit führen. Zumal ich absolut nicht in der Lage bin, das zu erklären, weil an mir nun nicht unbedingt ein… öhm… Quantenphysiker verloren gegangen ist. Daher mache ich es mal ganz kurz: Das Licht sucht sich seinen Weg, durch winzig kleine Löcher genauso wie durch Kringel.

Und so schaut das Ganze aus (sollte diese kleine Flash-Slideshow nicht funktionieren, klickt einfach diesen Link an, er führt euch direkt zum Flickr-Album „Equipment“):

 

Da wir ja nicht umsonst einen dahergelaufenen Kater unser Eigen nennen, wundert ihr euch sicher nicht weiter, daß auf meinen ersten Pinhole-Versuchen vorallem Herr Imhotep drauf zu sehen ist. Die Belichtunszeiten seht ihr, wenn ihr die einzelnen Bilder anklickt, sie reichen hier von 1/4 bis zu 6 Sekunden. Ohne Stativ, wohlgemerkt, aus der Hand fotografiert und bei ISO 800 bis 1.600. Ach ja, auf einem Bild ist kein Kater zu sehen, wer erkennt, was hier abgebildet wurde, bekommt ein Bienchen!

 

Zu erwähnen wäre vielleicht auch noch, daß die Abbildung eines Skinks auf dem Pancake (=Objektiv mit besonders flacher Bauweise) nicht unerheblich dazu beigetragen hat, mich für ebendieses zu entscheiden. Klingt nur ein bisschen verrückt, oder?

Zusatzinfo: Erst nachdem ich das Skink Pinhole in der Hand hielt, stellte ich fest, daß das Filtergewinde mit 46mm exakt dem meiner beiden Lensbaby-Optiken (Sweet 35 und Edge 80) entspricht. Das ist natürlich ideal, denn so bin ich der glücklichen Lage, sowohl die bereits vorhandenen Filter (in der Flickr-Galerie zu sehen ist der Polfilter von Polaroid, nicht der beste, zugegeben, aber besser als nix) als auch den Lensbaby-Objektivdeckel mit dem Skink zu verwenden. Wie genial ist das denn bitte? Übrigens habe ich nun auf diese Weise meine alte DSLR, die Canon EOS 1000D, reaktiviert, sie wird nun vorrangig für meine Pinhole-Versuche herhalten.

In einem der nächsten Artikel zeige ich euch weitere, um einiges farbenfrohere Fotos, und bald – so hoffe ich – folgen dann endlich auch erste analoge Versuche.

Webseite des Herstellers mit vielen Informationen, Blog und Shop: http://skinkpinhole.com

9 Antworten auf „Through the looking… hole. – Erste Erfahrungen mit dem Prinzip „Lochkamera““

  1. Das ist so genial – ich lese dieses Post und verstehe nur die Hälfte der Begriffe, mit denen Du so vertraut umgehst. Es ist der Wahnsinn, wie sich Deine Fotoleidenschaft (analog zu den Kenntnissen!!!) ausgewachsen und weiterentwickelt hat. Chapeau! So ähnlich wie ich hier werden sich wohl die nicht-E-Zigaretten-Benutzer fühlen, wenn sie mein Blog lesen :) Mach ja weiter so – und auf hoffentlich bald!
    LG an alle und den saucoolen Imhotep!

    1. Huhu, du lieber E-Zigaretten-Benutzer… da freu ich mich aber, wenn mein Artikel solch‘ Begeisterung bei dir auslöst…. Ich geb mir ganz viel Mühe, so weiter zu machen, versprochen… war auch echt mal wieder Zeit für sowas, denn ich kann ja nicht nur noch Babys fotografieren, auch wenn sie noch so süß sind… ;)

      (Außerdem tut sich hier was…. etwas, was schon gaanz laaaaaange überfällig war und nun der Vollendung entgegensieht… und dann…. und DANN… hach… aber dazu später mehr…)

      Viele liebe Grüße und Grüße zurück vom saucoolen Imhotep (der übrigens nur noch halb so saucool ausschaut, wenn er sich verzückt in ein am Boden liegendes Handtuch einrollt, aber das müssen wir ihm ja nicht verraten….)

      Habt noch einen schönen Sonntagabend und ja… hoffentlich bis bald!

      1. Na, nun war das einfach mit dem Bild – nach dem Tip(p): Das ist der Imhotep, wie er versucht, sich wieder aus dem Handtuch zu wickeln :-)

    1. Vielen lieben Dank, liebe Frau WdW… das freut mich ungemein (nicht, daß Sie keine Ahnung von der Technik zu haben meinen, sondern daß Ihnen die verrückten Pinhole-Bilder gefallen, natürlich….)

      Und „Herr Magrat vor’m Spiegel“ ist zwar nicht korrekt, geht aber ganz stark in die richtige Richtung, den ersten Bienenflügel haben Sie also sicher.

      Liebe Grüße….

    1. Huch, wie die Zeit vergeht, ganz ungefragt…. also… ich löse mal auf, denn Sie sind schon ganz dicht dran… es ist unser großes Tochterkind, welches sich mit wildem Fuchteln eines zufällig herumliegenden Geschirrtuches dagegen wehrt, von mir fotografiert zu werden… gnihihihi…. ähm. Ich meine… das arme Kind, bei DER Mutter…

      Liebe Grüße und alsbaldige Abkühlung
      :)

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