Tamron Extreme-Test – Aufgabe 1

Heute ist bereits Stichtag für das Ausfüllen des Fragebogens und Einreichen des Fotos für die 2. Aufgabe des Tamron Extreme-Tests, höchste Zeit also für meinen Artikel zum Test und speziell zur Aufgabe 1:

Wie es begann:

Wie ich auf den Test aufmerksam geworden war, weiß ich gar nicht mehr genau, vielleicht bei Facebook, vielleicht durch den Tamron-Newsletter, den ich schon seit längerem beziehe.

Am 21. März hatte ich meine Bewerbungsfragebogen jedenfalls ausgefüllt und abgeschickt, inklusive zweier Fotos und diverser Links zu Flickr & Co. Laut Tamron hatten das mehrere tausend Leute ebenfalls getan. Wenn man dann unter den 50 Teilnehmern ist, ist das schon irgendwie schön. Klar, viele waren enttäuscht, manch einer äußerte seinen Unmut, auf FB und im Tamron-Blog, aber gut, so ist es eben. Die meisten nahmen die Absage sportlich, und warum auch nicht…

Über die Auswahlkriterien wurde wild spekuliert, Tamron schreibt hierzu aber Folgendes:

Ziel unserer Auswahl war es, einen repräsentativen Querschnitt aus allen Bewerbern zu bilden. Das Feld der Finalisten besteht nun aus Anfängern, Amateuren, Fortgeschrittenen und Profis aller Altersklassen. Was die eingesandten Fotos betrifft, so wollten wir möglichst unterschiedliche Stile und Motivvorlieben auswählen. Wichtig war es uns auch darauf zu achten, wirklich authentische Fototechnik und keine Photoshop-Technik zu bewerten. War schon interessant zu sehen, was so alles fotografiert wird. Wir hoffen, eine gute Wahl getroffen zu haben, so dass Sie bald abwechslungsreiche Testergebnisse sehen werden.

Quelle: http://blog.tamron.de/2012/04/extreme-test/testkandidaten-sind-ausgewahlt/

 

Am 27. April flatterte mir dann die Bestätigung ins Postfach – ich hatte ja berichtet.

Ich persönlich schlußfolgere daraus, daß man mich nun offiziell zu den Anfängern, Amateuren, Fortgeschrittenen oder Profis zählt.   :-D

 Tamron Extreme-Test

Die 1. Aufgabe

Das  herausragende Merkmal des Tamron 18-270mm F/3.5-6.3 Di II VC PZD ist ja der bombastische Brennweitenbereich. Somit war es naheliegend, als Erstes eine Tele-Strecke zu zeigen. Dafür sollte man von einem festen Standpunkt aus, möglichst mit Stativ, 5 Aufnahmen machen, vom 18mm Weitwinkel- bis zum 270mm Tele-Bereich. Die Brennweiten dazwischen waren jeweils frei wählbar, abhängig von Motiv und Bildgestaltung.

Die Aufgabenstellung besagte aber auch, daß es eine attraktive Tele-Strecke werden sollte, „der Betrachter des Fotos [solle] schließlich in der 270mm-Zoom-Position eine kleine optische Überraschung erleben“.

Aha. Und das war das eigentlich Knifflige an der ersten Aufgabe, denn zoomen und auslösen kann man zur Not auch mit geschlossenen Augen, aber… attraktiv mit Überraschung?

Das Objektiv begleitete mich also zu unserer kleinen Himmelfahrtswanderung, welche uns auf die nahegelegene Burgruine Ebersburg führte. Da wir dort schon oft waren, wußte ich, was mich dort erwartet und daß sich dort sicher auch ein passendes Motiv finden lassen würde.

Während des kurzen, aber recht steilen Aufstiegs fielen mir das geringe Gewicht und die kompakte Bauweise sehr angenehm auf, dazu einmal ein kurzer Vergleich zu meinem Tamron SP70-300 F/4-5.6 Di VC USD:

Tamron AF 18-270mm F/3,5-6,3 Di II VC PZD SP70-300 F/4-5.6 Di VC USD
Gewicht [g] 450 765
Größter Durchmesser x Baulänge [mm] 74,4 x 88 81.5 x 142.7

 

Bei der Burgruine angekommen, machte ich einige Versuchsreihen. Da ja der Aufnahmestandort für die jeweils fünf Fotos einer Tele-Strecke exakt gleich sein sollte, nutzte ich ein Monopod, also ein Einbeinstativ, da ich kein Tripod mitschleppen wollte. Den Bildstabilisator (VC = Vibration Compensation) ließ ich eingeschaltet, da man so ein Einbeinstativ naturgemäß nicht hundertprozentig ruhig halten kann. (Den VC würde man auf einem Stativ normalerweise deaktivieren.)

Die Sonne und der hellblaue Himmel sorgten teilweise für harte Kontraste, ich war ständig am Probieren und Ändern der Kameraeinstellungen, um starke Über- und Unterbelichtungen zu vermeiden.

Zuhause am Rechner blätterte ich dann durch meinen virtuellen Bilderstapel, die Entscheidung fiel nicht so ganz leicht. Am Ende wurde es das Kammertor mit der daraufsitzenden Bachstelze.

Die zweite Tele-Strecke zeigt den Bergfried mit dem Metallgitter, welches die alten Mauern schützt und stützt. Hier waren teilweise arge Farbränder aufgetreten, die ich aber für absolut vertretbar halte, wenn man bedenkt, daß hier (teilweise grelles) Sonnenlicht vom Metallgitter reflektiert wurde und sich diese im Adobe Lightroom nahezu vollständig korrigieren ließen (allerdings erst wieder mit Version 4.1, denn irgendwie fehlte die Korrekturmöglichkeit in der 4.0 plötzlich… oder sollte ich sie wirklich übersehen haben…?).

Hier zeige ich euch einmal Anfang und Ende der Telestrecke, da man hier ganz gut erkennen kann, welcher Bereich hiermit abgedeckt wird:

 

Anfang – Weitwinkel, 18mm

(Tamron-Faktor= 1.55, entspr. Kleinbild: 27,9mm):

 

 

Ende – Tele, 270mm

(Tamron-Faktor= 1.55, entspr. Kleinbild: 418,5mm):

 

In der Galerie und hier in der Slideshow findet ihr noch einmal beide Tele-Strecken:

 

 

 Mein Fazit:

Eins vorneweg: Ich bin mir der Tatsache bewußt, daß ich hier kein L-Objektiv oder ähnliches teste, und ich teste auch nicht mit Testcharts oder ähnlichem, das überlasse ich gerne anderen. Ich schaue mir die Aufnahmen aber dennoch sehr genau während der Entwicklung im Lightroom an und achte hier natürlich insbesondere auf CAs (chromatische Aberrationen = Farbsäume), Verzeichnungen, Unschärfen etc.

Dieses Reisezoom macht seinem Namen alle Ehre. Es wirkt nicht billig (abgesehen vielleicht von dem kleinen Zoom-Lock-Schalterchen, aber der erfüllt trotzdem seine Aufgabe, nämlich das Verhindern des ungewollten Ausfahrens des Objektivtubus beim Gehen, und das ist ja die Hauptsache). Der Autofokus ist hurtig und präzise, der Bildstabilisator in vielen Situationen Gold wert.

Das (sehr!) leise Surren, welches – vermute ich jetzt mal ganz wild – durch den Bildstabilisator verursacht wird, irritierte mich anfangs etwas, so etwas hatte ich noch nie gehört, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt.

Die Schärfe der Bilder ist ebenfalls gut, wenngleich sie nicht an die mit Festbrennweiten aufgenommenen Fotos heranreicht. Das zu erwarten wäre allerdings auch Quatsch.

Insgesamt hat mich das Objektiv bereits überzeugt, es wird sicherlich nicht mein Makro-Objektiv oder meine kleine 28mm-Festbrennweite ersetzen, aber als Reisezoom für Urlaub, Ausflüge, Zoo-Besuche  ist es ideal.

Mein Foto für die 2. Aufgabe habe ich heute eingereicht (ja ja… auf den letzten Drücker, ich weiß…), damit ist auch die 2. Aufgabe erfüllt. Auch darüber werde ich noch ausführlicher berichten. Nun warte ich gespannt auf die nächsten Aufgaben. Ich vermute mal ganz stark, daß darunter eine Close-up-Aufnahme sein wird und vielleicht ein Test, der den Einsatz des Bildstabis ordentlich fordern wird.

Lassen wir uns also überraschen…

 

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