Unverhoffter Ausflug zur Burg Lohra

Gestern nachmittag packten wir zwei unserer Rüben ins Auto und fuhren dorthin, wo unser Mittelkind seine Klassenfahrt verbringen wird. Um Ängste abzubauen, nicht nur bei der Mama. Zu wissen, daß man keine halbe Stunde braucht, um dort zu sein und zu sehen, daß es dort wirklich schön ist, tut gut.

Unser Jüngster, für den das alles erst in einem Jahr interessant sein wird, fragte beim Aussteigen nur: „Essen oder kaufen wir hier etwas?“ Wir verneinten spontan (darin haben wir Übung), woraufhin er (ebenso spontan) zu Doctor No wurde. Plötzlich war ihm kalt, alles war doof, wir müssen heim. Sofort.

Da unsere Mission ja eigentlich schon erfüllt war, gingen wir nur noch ein kleines Stückchen Richtung Wald und dann ging es zurück. Auf der Heimfahrt ließ mein lieber Mann die Bemerkung „Da oben sieht man Burg Lohra…“ fallen, was mich wiederum seufzend feststellen ließ: „Da bin ich noch nie gewesen, da müssen wir unbedingt mal hin…“

Etwa zehn Minuten und einen langen, holprigen Weg später waren wir da. Und es war so wunderschön. Blauer Himmel, Sonnenschein, und eine der größten Thüringer Burganlagen, die man einfach so begehen, anschauen, fühlen und erleben kann. Die ältesten Teile stammen aus dem 11. Jahrhundert, seitdem erlebte es eine – nicht nur baulich – wechselvolle Geschichte. In DDR-Zeiten wurde es landwirtschaftlich bewirtschaftet und somit – wie es damals leider üblich war – völlig heruntergewirtschaftet.

Burg Lohra ist seit 1991 ein Projekt des gemeinnützigen Vereins „Offene Häuser“. Ich möchte euch unbedingt deren Webseite (siehe Infobox) ans Herz legen, es ist absolut faszinierend, was diese Leute alles schon bewegt haben!

Unsere Rüben waren beim Anblick der alten Gemäuer und all der Wiesen und Bäume drumherum mindestens ebenso begeistert wie wir. Sofort war klar: Hier müssen wir bald wieder her, mit Picknick-Korb und richtiger Kamera, denn die lag zuhause, ich hatte nur mein Handy dabei. Da mein Nokia N8 (IMHO bestes Kamera-Handy der Welt ever) auch recht ordentliche Bilder macht, kann ich euch trotzdem schon ein bisschen was zeigen:

 

Das dunkle Gewölbe, dessen Eingang man am Ende dieser Treppe sehen kann, und von dem wir noch nicht genau wissen, was es damit auf sich hat (Keller? Oder Kerker, wie die Jungs hofften vermuteten…?), lud zum Experimentieren ein:

Da niemand von uns eine Taschenlampe dabei hatte (ein Ereignis, welches eigentlich nie stattfindet, weil sonst immer irgendwer eine dabei hat), hielt ich mein Handy einfach ins Absolut Rabenschwarze und drückte den Auslöser. Ein Fokussieren war hier unmöglich, aber der Xenon-Blitz des N8 zeigte, was er drauf hat, und mir dieses Bild:

 

Irgendein Ding aus Holz ist auf dem Bild zu erkennen, nicht wahr? Stellt euch mal vor, da hätte irgendjemand drin gestanden!!! (Ich neige dazu, mir gruselige Sachen auszumalen, das macht es nicht immer… einfach… :-[ )

Heute stehe ich jedenfalls noch ganz unter dem Eindruck unseres gestrigen Ausflugs, ich habe eine Menge interessanter historischer Fakten gelesen und kann es kaum erwarten, wieder dorthin zu fahren…
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Offene Häuser e.V.: www.openhouses.de/AusgewaehlteOrte/BurgLohra

Wikipedia: Wikipedia.org/wiki/Burg_Lohra

Bilder direkt in der Galerie betrachten: Burg Lohra-Album

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6 Antworten auf „Unverhoffter Ausflug zur Burg Lohra“

  1. Oooh, alte Gemäuer zum drin Rumstöbern, das ist toll! Das mache ich auch zu gern, wenn sich die Gelegenheit ergibt. (Auch alte Industrieruinen und so was, aber meistens sind die ja abgesperrt, was vielleicht im Sinne der Sicherheit auch vernünftig ist.)

    1. Ja… alte Gemäuer… da werde ich immer schwach… so ein gewisses Maß an Vorsicht ist aber immer angebracht… und in abgesperrte Anlagen setze ich keinen Fuß, nicht nur wegen der Sicherheit, auch um Ärger zu vermeiden… (gesetzestreuer Bürger und so…)

      (&)

  2. Gerade das dritte Bild gefällt mir ja unheimlich gut. Schön, dass ihr so einen schönen Abstecher machen konntet. :)

    Und das mit dem vorher mal hinfahren zum gucken und beruhigen – das kenne ich total gut.

    1. Diese (nur diese) Art der spontanen Ausflüge mag ich sehr… es ist wie ein Fenster, das sich plötzlich öffnet, ein Fenster, von dem man nicht einmal wußte, daß es existiert… eben sitzt du noch am Schreibtisch und brütest dumpf vor dich hin, und auf einmal wandelst du bei Sonne und Wind durch diese alte Burg… total unwirklich… aber schön… :-)

      Und ja, das vorher hinfahren und gucken hat wirklich was gebracht… jetzt freut er sich drauf, und ich kann die Sache auch etwas beruhigter angehen….

      Liebe Grüße.. (&)

  3. Hab Deinen Ausflugsbericht gelesen . Freut mich wenn sie Euch gefällt .
    Übrigens haben wir damals sie so hergerichtet , das man sie ansehen kann . Nicht erst ab 1991 . 1977 ging es los Bäume gerodet , Mauern wiederaufgebaut , Dächer dicht gemacht… . Wir Jungs aus Friedrichslohra haben viel Zeit dort oben verbracht . Wenn Du mehr wissen willst , bitte melden .
    MfG

    1. Hallo Uwe, herzlich willkommen hier… und danke für den Kommentar und den Hinweis.

      Das klingt ja richtig spannend, gibt es denn aus dieser Zeit vielleicht noch Foto-Material? Das wäre genial…
      Vielleicht hast du ja Lust, ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen und hier in meinem Blog ein paar Zeilen darüber zu schreiben, als kurzen (oder langen) Gastbeitrag?
      Nur so eine Idee…. ich würde mich jedenfalls freuen…

      Viele Grüße…

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