Schwedische Gardinen und keinen Pfennig dazubezahlt

Gepostet von am 05. Jan. 2012 in Allgemeines | 5 Kommentare | 87 Leser

Schwedische Gardinen und keinen Pfennig dazubezahlt

Es ist ja so: Ich geh nicht so gern einkaufen. Eigentlich. Aber – und es gibt fast immer ein Aber – manchmal kommt man einfach nicht drumrum. Gestern war so ein Tag.

Gestern war ich zum ersten Mal in meinem Leben in diesem Möbelhaus, dessen Möbel auf Namen hören, daß man meinen möchte, sie spielten nebenbei in einer nordeuropäischen Musikgruppe mit. Öhm… ja.

Und warum waren wir da? Wegen des Werft-den-Baum-aus-dem-Fenster-Schlußverkaufs etwa? Niemals! Nein, es war die pure Not, die uns dorthin trieb, denn unsere Rüben brauchten dringend Möbel. Und wenn ich “dringend” schreibe, ist das noch eine Untertreibung. Vor einigen Jahren fand ich nämlich Stoffschränke toll und obendrein preiswert, wußte damals aber nicht, daß sich diese eines Tages einfach in Wohlgefallen auflösen würden. So richtig praktisch waren sie auch nicht, es paßt viel zu wenig hinein und das, was reinpaßt, liegt darin wie in einem Camping-Regal…. (Gibt es sowas überhaupt? Egal.)

Schränke also. Gibt es ja an sich überall, doch ich bin schon seit Monaten auf der Suche nach welchen, die erschwinglich sind, in die recht kleinen Zimmerchen hineinpassen und obendrein genug Stauraum bieten. Irgendwann hatte ich sie gefunden. Eigentlich hätte ich sie ja online bestellt, aber die Versandkosten wären erheblich gewesen, fast soviel wie einer der Schränke. Wir fuhren also hin.

Und es war…. erstaunlich. Irgendwie. Es gibt sie also wirklich, diese ”Der kleine Oskar Matzerath möchte aus dem Dingensland abgeholt werden.”-Durchsagen! Und lustige Futterstände. Und gelbe Tüten.

Die Plüschtier-Abteilung war meine… Entgegen jeglicher Vernunft aber ließ ich die Vernunft siegen und wir fuhren ohne Plüsch-Brokkoli und Kuschelmaus wieder heim. Dafür aber mit… unseren Schränken. Nicht mehr, nicht weniger.

Wäre es nicht so furchtbar voll gewesen, hätte es mir richtig gut gefallen. So aber waren wir mehr auf der Flucht, bloß nicht stehenbleiben, Geschiebe, Gedrängel… nee, das war nix für Frau Magrat. Zuviele Informationen, zuviel von allem, ich weiß, warum ich sonst lieber online kaufe. Einen Vorteil hatte das Ganze aber (von den gesparten Kosten einmal abgesehen), denn die Farbe der Möbel sah in natura doch anders aus, als auf der Webseite, so daß wir uns kurzentschlossen für “Eiche weiß lasiert”entschieden haben.

Nun müssen wir nur noch die Kinderzimmer malern und dann… schaut es bestimmt bald richtig schön aus.

(Ach ja.. Gardinen.. brauchen wir nicht. Es paßte nur so schön in die Überschrift.)

Man sollte ja nun meinen, daß dieser aufregende Möbelkauf ausreichend für einen Tag gewesen wäre. Doch weit gefehlt: Am Nachmittag stand noch ein Besuch im Brillenladen an. Schließlich habe ich nicht nur mein bombastisch gutes Aussehen weitervererbt…. *hust* … sondern auch so tolle Sachen wie Zöliakie, empfindliche Haut und eine Hornhautverkrümmung des rechten Auges. Ja, ich bin freigiebig. Auf meine Art.

Die jüngste Rübe hat also seit fast einem Jahr eine Sehhilfe. Nur setzt er die leider nicht auf. Was vielleicht daran liegt, daß das olle Ding nie richtig gepaßt hat, trotz mehrmaliger Anpassungsversuche. Und nein, er ist deswegen nicht blind geworden, wie sein Augenarzt einst drohte…. (Klar, wir sind ja nur die doofen Eltern, denen man ein wenig Angst machen muß, damit sie ihrem Kind die Brille undsoweiterundsofort…. Auch egal.) Im Gegenteil, es hat sich sogar leicht gebessert und eine neue Brille mußte her.

Da ich aber so gar nicht richtig zufrieden war mit dem Brillenladen, dem ich aus lauter Gewohnheit viele Jahre treu geblieben war, sollte es diesmal ein anderer sein. Ihr wißt schon, welcher. Glaube ich.

Und um es kurz nicht allzu lang zu machen: Wir bekommen nun gleich zwei Brillen für gut die Hälfte von dem, was wir damals für eine Brille bezahlt haben. Diesmal aber mit Versicherung, entspiegelten Gläsern und dem guten Gefühl, daß man sich hier Mühe gegeben hat. Bleibt zu hoffen, daß die Brillen dann auch passen und vorallem, daß unser Jüngster sie nun auch häufiger aufsetzen wird…

(Könnte ja sein, daß er nicht alles von mir geerbt hat… apropos – hat jemand meine Brille gesehen…?)

 

 

 

5 Kommentare

  1. Oh ja, der Möbelschwede. Mit dem verbindet mich auch eine Hass-Liebe. Eigentlich zu groß, immer viel zu voll, aber einige Dinge, die man dort bekommt, mag ich doch, weil sie sehr praktisch sind.

    Ich hab mir zur Gewohnheit gemacht, bevor wir hinfahren, auf der Webseite genau zu recherchieren, was ich mir ansehen bzw. kaufen will. Im Laden verleiht mir die Liste in der Hand viel Sicherheit und ich kann, wenn ich den Zettel stur abarbeite, die vielen Menschen besser ignorieren und ratz fatz einsammeln, was wir brauchen. Das reduziert die Verweildauer enorm.

    Und hinterher noch zum Optiker, nachdem du dir das zum ersten Mal angetan hast? Respekt! Selbst als ich noch keine Schwierigkeiten mit Menschen und dem Rausgehen und so Kram hatte, fand ich die ersten Möbelschwedenbesuche immer sehr kräftezehrend und reizüberflutend und war hinterher froh, wenn ich nichts mehr ausser mich auf’s Sofa zu schleppen, bewältigen musste. {#emotions_dlg.koala}

    • Oh ja, das verstehe ich gut… ich würde auch nie auf die Idee kommen, da einfach so hinzufahren, ohne vorher genau zu wissen, was ich will. Ich war auch ziemlich fertig… das habe ich abends gemerkt… war müde und gereizt…

      Und der Optiker.. naja… wir hatten das schon ein paar Tage (bzw. Wochen, durch die Feiertage) vor uns hergeschoben… und es ging dann auch… allerdings hätte ich da nicht die Nerven gehabt, noch durch die anderen Läden zu bummeln.. Nur schnell rein… Brillen aussuchen… raus…. heim.

      (Fast noch anstrengender als dieser Tag war übrigens der gestrige, weil ich mit 5 (!) Leuten teilweise jeweils ziemlich lange telefoniert habe… wo ich sonst praktisch nie “freiwillig” telefoniere. Sowas schlaucht mich so sehr, daß ich kaum noch einen klaren Gedanken fassen kann…. )

       

      • Uffuffufff. Meine Bewunderung für diesen Telefonmarathon! Ich hoffe, es waren wenigstens erfreuliche Gespräche.

        5 an einem Tag, ich glaube, das könnte ich nicht. Telefonieren (zumindest, wenn ich anrufen muss und es bei jemandem Fremden ist) ist schlimmer als 2 Stunden Möbelschwede.

  2. Kein Plüschbrokkoli?

     

    Cry

    • Um ehrlich zu sein: Plüschgemüse macht mir Angst. Irgendwie.

      Frown

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