4 | “52 Bücher” – Der schönste Satz

Der schönste Satz.. der schönste Satz… der schönste Satz…. der … öhm… schönste…? Echt? Der Allerschönste? Ach du liebe Zeit. Seit Tagen denke ich an diesem 4. Wochenmotto vom Monstermeute-Projekt „52 Bücher“ herum… und komme zu keinem Ergebnis. Oder zu ganz vielen. Je nachdem.

Eigentlich ist ja der schönste Satz eines Buches der erste, der allererste Satz, weil er den Einstieg in eine neue Welt bedeutet. Diese Welt mag klein oder groß oder langweilig oder phantastisch oder bizarr oder staubtrocken sein, aber es ist doch immer auch eine Welt. Dabei ist es (fast) egal, ob ich zum ersten oder zum siebenten Mal alle Harry Potter-Bände durchschmökere, oder das neueste Fachbuch über Vektorgrafiken…. ich werde immer ein klein wenig ein anderer Mensch sein, wenn ich das Buch zu Ende gelesen habe. Ich werde mehr wissen, habe alles Mögliche gefühlt, denke nach, denke an Dingen herum, das ein oder andere wird mir immer wieder einmal einfallen.. später… vielleicht… hoffentlich… vieles werde ich vergessen, manches werde ich diesmal anders lesen, anders verstehen, als beim letzten Mal.

 

Das Buch

Andererseits… liegt die Schönheit der ersten Sätze oft mehr in eben dieser Tatsache… sie sind also nicht wirklich schön.

Ihr merkt schon… es ist ein Dilemma. Ich schwafele herum und… ach, egal. Hier kommt er….

 

[quote]

Die Nacht war so dunkel wie das Innere einer Katze. Man konnte sie für eine jener Nächte halten, die Götter nutzen, um Menschen wie Figuren auf dem Schachbrett des Schicksals zu bewegen. Mitten im elementaren Stürmen, neben tropfnassen Stechginsterbüschen, glühte Feuerschein wie Tollheit im Auge eines Wiesels. Das flackernde Licht fiel auf drei zusammengekauerte Gestalten. Es blubberte im nahen Kessel, und eine unheimliche Stimme kreischte: „Wann soll’n wir drei uns wiedersehen?“

Eine kurze Pause folgte.

Schließlich erwiderte eine andere und weitaus normaler klingende Stimme: „Tja, ich hätte nächsten Dienstag Zeit.“ [1]

[/quote]

 

Schon fast überflüssig zu erwähnen, daß diese Zeilen einst Terry Pratchett schrob. Ich erwähne es dennoch. Schließlich ist dieses Projekt längst nicht nur ein Buchprojekt, sondern auch eins der vorbildlichen Quellenangaben. Aber hallo!

 

Macbest

 

 

Der ohne jeden Zweifel belesene Leser wird sofort erkannt haben, um welchen der beiden Romane Anfang genau es sich bei diesem Konglomerat aus schönen und schönsten Sätzen nur handeln kann: MacBest! Die Ähnlichkeit zu Shakespeares „Macbeth“ ist nicht zu übersehen und verführt, auch das Original (wieder einmal) zu lesen.
Und natürlich ist es einer der Hexenromane, die – welch‘ Überraschung – zu meinen liebsten Scheibenweltromanen gehören. Oma Wetterwachs, Nanny Ogg und Magrat Knoblauch mischen kräftig mit im Spiel um die Macht im kleinen Königreich Lancre, es geht um Mord und Intrigen, aber auch um Liebe und Romantik, und am Ende… aber… das müßt ihr schon selbst lesen, wenn ihr es bis jetzt nicht getan habt.

 

 

Einzelnachweis:
1. Pratchett, Terry: Pyramiden. MacBest. Zwei Romane von der bizarren Scheibenwelt., Heyne (1997), S. 324

12 Antworten auf „4 | “52 Bücher” – Der schönste Satz“

  1. Die Nacht war so dunkel wie das Innere einer Katze. Das ist ein toller Satz! Ein echter Pratchett! Und ich glaube, Silke hatte überlegt, ihn ebenfalls auszuwählen. Mal wieder ein sehr schönes Post von Dir – aber, das war ja zu erwarten *BlumenüberreichSmiley*

    1. Ja, für diese Sätze liebe ich Pratchett… und gut zu wissen, daß ich damit in guter Gesellschaft bin… :)

      Danke für die Blumen… *knicks-und-rot-werd* … {#emotions_dlg.teddy3}

    1. Mein Einstieg in die Scheibenwelt war etwas holprig, ich hatte damals – in völliger Unkenntnis – mit dem ersten Gelehrten-Roman angefangen, das ergab damals nicht wirklich Sinn… erst nachdem ich „entdeckt“ hatte, daß das eine ganze Roman-Reihe ist, kam ich sozusagen dahinter… und bin ihr seitdem verfallen. {#emotions_dlg.teddy2}

    1. *beschwörerische-Stimme-einschalt*

      Lies den Pratchett, natira… lies den Pratchett….LIES PRATCHETT…Pratchett…P R A T C H E T T…

      *beschwörerische-Stimme-wieder-abschalt*

      {#emotions_dlg.pitti-1}

  2. Schönes Buch.

    Ich habe Pyramiden und einfach Göttlich in einem Band. Diese dauernden Neukombinationen nerven manchmal, vor allem wenn man gerade seine Pratchett Sammlung aufbaut, dann hat man das eine schon ,aberdas andere ist manchmal anders nimmer zu haben diese miesen XagaselbstzensurX haben sie doch nicht mehr alle.

    Aber MacBest ist schon ein klasse Buch.

    Pyramiden übrigens auch, da man her mal richtig viel über die Assasinen lernt.

    1. Stimmt, diese Doppelbände bräuchte ich auch nicht wirklich. Zumal sie auch meist nicht zueinander passen. Nie und nimmer käme ich auf die Idee, „Pyramiden“ und „MacBest“ in einem Band zu vereinen… *kopfschüttel*

      Ich bin auch schon mal derb reingefallen, weil ich mir versehentlich so einen Doppelband kaufte, obwohl ich einen Roman davon bereits hatte. Blöd, sowas, ich glaube, bei den Rincewind-Romanen gab es auch mal sowas, daß einfach die alten Romane in einem Band unter einem neuen Titel veröffentlicht wurden …  Bernd

  3. Das ist definitiv einer der schönsten Sätze – Ralph hat Recht, eigentlich wollte ich den zuerst auch nehmen. Es gibt eben so viele….

    Beim Natira beschwören klinke ich mich übrigens gerne ein: Mindestens einen Pratchett muss man mal gelesen haben (die übrigen kommen dann eh von selbst *kicher*)

    Also:

    NATIRA, LIES EINEN PRATCHETT! JETZT! ES IST … WICHTIG!
    esseidennduwillstdirdiesesvergnügenwirklichentgehenlassen…

Kommentare sind geschlossen.