Zugvogelherbstlich. Ein Gedicht.

Wenn die Tage kürzer und die Nächte kühler werden,
wenn der Sommer nur noch Erinnerung ist und der Herbst gelegentlich schon an den Winter denkt,
wenn am Morgen der Nebel dicht über dem Boden liegt
und alles, alles hinter sich, in sich verbirgt,
wenn man jedes Geräusch nur noch gedämpft vernimmt
und jeder Baum ein Wesen scheint, langfingrig, knorzelholzig,
dann ist die Zeit, in der die Vögel ziehen.

Dann hörst du das rauschende Pfeifen der Schwingen,
die wilden Schreie tausender Kehlen.
Dann stehen sie nachts im seicht-kalten Gewässer,
ausruhend, harrend, wartend.
Morgendämmerung!

Wer gab das Zeichen zum Aufbruch?

 

Zugvögel

 

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