Congrats – it’s a Lensbaby…

Hach…. war das schön… auf diesen Moment hatte ich so lange gewartet und nun war es endlich da: Ich hielt es in den Händen und konnte es ausgiebig bestaunen – mein Lensbaby. Und nicht irgendeines, sondern das derzeit aktuellste Modell, den Composer Pro mit Sweet 35 Optik für meine Canon EOS.

Das „Prinzip Lensbaby“

Das „Prinzip Lensbaby“ ist eigentlich ganz kurz erklärt: „…bildet im „Sweet Spot“ einen kleinen Bildbereich scharf ab, um den sich zunehmende Unschärfe ausbreitet…“, das Ganze durch Balgen oder Kugelgelenk schwenkbar und somit genau dort, wo man es haben möchte – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Man kann diese Bilder mögen oder auch nicht, man kann ganz verrückt danach sein – wie ich – oder das Ganze für einen ziemlichen Unsinn halten, das steht natürlich jedem frei. Da es mir aber seit jeher Fotos dieser Art angetan haben, stand schon lange für mich fest, daß eines Tages ein solches Teil hier Einzug würde halten müssen. Als die Jungs und Mädels von Lensbaby mit dem Composer Pro mit Sweet35-Einsatz dann auch noch ein Lensbaby „für den Fotografen mit professionellem Anspruch“ entwickelt hatten, konnte mich nichts mehr aufhalten. Nichts? Naja, stimmt nicht ganz, denn wenn es bei einem Anbieter überhaupt erhältlich ist, dann meist zu gepfefferten Preisen. Erst als ich es beim „Holländer“ sah, für „günstige“ 299 € (inkl. Versand 309 € und ja, das ist immer noch viel Geld…), habe ich zugeschlagen.

Herbsttage

(Fast) alles mechanisch…

Wer noch nie mit einem solchen Objektiv gearbeitet hat, steht erst einmal vor einer ziemlichen Herausforderung. Dabei muß man – wenn man das Sweet 35 nutzt – nicht einmal für jede (Licht-)Situation die passende magnetische Blende hinein- und wieder herausfummeln, wie es für die anderen Lensbaby-Linsen so typisch ist,  sondern kann das ganz bequem per Blendenring einstellen, fokussiert wird aber natürlich ebenfalls ausschließlich manuell. Als Brillenträger (oder jemand, der eigentlich eine Brille aufsetzen sollen wollen müßte… *hust* ) ist man gut beraten, an der Kamera die passenden Dioptrien einzustellen (das sollte man sowieso immer, es ist aber ein absolutes Muß, sobald man anfängt, manuell scharfstellen zu wollen…).

Der „Sweet Spot“

Der Composer Pro ist, anders als sein Vorgänger, aus Metall gefertigt, alles ist leichtgängig und läßt sich präzise justieren, wenn man den Dreh erst einmal raus hat. Am Anfang macht es sich gut, das Lensbaby nicht allzu sehr zu schwenken und zu drehen (auch wenn es schwerfällt), sondern mittig festzustellen und so erstmal ein Gespür für den „Sweet Spot“ zu bekommen. Aber auch so liegt man anfangs noch oft daneben und merkt vielleicht erst zuhause am Rechner, daß das eigentliche Motiv völlig unscharf daherkommt, während ein total uninteressanter Punkt irgendwo im Hintergrund, irgendwo links oder rechts, oben oder unten am äußersten Rand(vergleichsweise) knackscharf abgebildet wurde – weil man nämlich doch wieder den guten Vorsatz außer acht gelassen und „wild herumgeschwenkt“ hat:

Dahlie

 

Die Belichtungszeit kann übrigens über die Automatik oder manuell eingestellt werden, an der Canon stellt man dazu auf  „AV“ ( auf dem Betriebsarten-Wählrad der meisten Kameras wird dieser Modus mit A (engl. aperture priority) oder Av (engl. aperture value) gekennzeichnet). Die Belichtungsmessung und die entsprechende Einstellung der Belichtungszeit erfolgen nun automatisch. Leider klappt das nicht immer ganz reibungslos und die Belichtunsautomatik ist anderer Meinung als ich, dann ist es ratsam, auf „TV“ umzustellen und die Belichtungszeit manuell einzugeben (Blendenautomatik oder Zeitvorwahl (S/Tv kurz für: Shutter priority / Time value): Verschlusszeit wird vorgewählt, Blende wird sonst automatisch eingestellt, hier aber natürlich manuell!). Wie immer gilt: Je größer die Blendenöffnung (=je kleiner die Blendenzahl), desto geringer die Schärfentiefe und somit auch der Sweet Spot, desto größer natürlich die lensbaby-typische traumhafte Unschärfe drumherum, die 12 kreisrund schließenden Blendenlamellen ergeben hier ein sehr harmonisches Bokeh:

Weißdorn

Je nach Motiv und eingestellter Neigung des Composers erhält man auch fast so eine Art Bewegungsunschärfe (die natürlich bei sich tatsächlich bewegenden Motiven noch besser zur Geltung kommt):

Mutprobe

Eine Antwort auf „Congrats – it’s a Lensbaby…“

  1. wow supercool! ich wusste es garn nicht dass es sowas gibt… früher habe ich das immer mit PS gemacht, bzw hat meine Kamera auch welche preintallierte Einstellungen für was aehnliches (Blur Background). Bei diesen gefaellt mir am besten, dass du immer auf die gewaehlte Thema fokusieren kannst! ich bin total verzaubert, ich muss auch eine mir besorgen! deine wunderschöne Fotos sind ja die beste Werbung fürsObjektiv…:)

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