Ach, laßt doch den Papst Oder: Manche Dinge ändern sich nie – Ein Gedicht.

Ach, laßt doch die Leute reden
übers Wetter –
sie haben doch nichts anderes.
Laßt sie fluchen über die Hitze
und sich dabei Kälte wünschen,
laßt sie schimpfen über die verdammte Kälte,
während sie an den Sommer denken.
Die Leute haben doch immer irgendwas.

Ach laßt doch den Papst nach Thüringen fahren,
den alten Mann.
Kost‘ doch nicht die Welt!
Sind doch nicht die Gelder,
von denen man sonst Euren Kindern
einen Musiklehrer bezahlen würde.
Nein! Und auch den Kunstlehrer nicht.
Wir sind – nur! – das Volk.
Doch nicht mehr das der Dichter und Denker.
Und wer braucht schon Künstler?
Wo das Geld ist, da laß dich ruhig nieder.
Arme Menschen haben keine Lieder…

„Haben sie wohl!“ – Mußt du jetzt rufen.
Wenn die Reis-Schüsseln längst leer sind,
füllt die namibische Mutter ihrem Kind die Ohren
mit traditionellem Gesang.
Falls sie noch die Kraft dafür findet.

Ach laßt uns die Autobahnen verbieten
und Kondome schmücken und für zölibatäre Priester
spenden und Berge schließen und Schulen versetzen
und dem Wetter einen Tag schulfrei geben und
in Afrika verhungern die Kinder.

Manche Dinge ändern sich
eben nie.

4 Antworten auf „Ach, laßt doch den Papst Oder: Manche Dinge ändern sich nie – Ein Gedicht.“

  1. Nur wenn sich die Menschen verändern, ändert sich die Welt!
    Denn wenn erst die Welt anfängt mit Veränderungen, ändern die Menschen daran nichts mehr!

    LG,
    Ralph

    1. Oh je… ich glaube, auf die Menschen-Veränderung können wir noch lange warten… ich setze da ganz stark auf die Evolution… irgendetwas Vernünftigeres wird – muß! – den Menschen als solches eines Tages sukzessive ersetzen… Naja, wir werden es nicht mehr erleben. (Zweckpessimist, ich)

      (Oder aber: Zeit für die Fellmonster-Weltherrschaft! (Optimist, ich) ) :fellmonster:

      Liebe Grüße… :bernd:

  2. na ja, wir sollen ja optimistisch sein! die Menschen werden sich ja aendern, wir haben ja keine andere Möglichkeit zum überleben! und heute scheint diese Evolution viel schneller zu sein. also Kopf hoch, wir und nur wir können die Welt aendern! btw tolles Gedicht;)

    1. Danke dir…. manchmal geht es nur in Versform… ;)

      Und ja… laßt uns optimistisch sein… und fangen wir gleich damit an, das zu ändern, was wir ändern wollen… jeden Tag ein kleines bisschen… vielleicht… vielleicht wird ja doch noch alles gut…

      Liebe Grüße und noch ein (verspätetes) „Herzlich Willkommen!“ hier… :frog2:

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