Zwischen Sinnkrise und Selbstreflexion

Erst kam der Urlaub, dann die Leere.

Die Woche bei Lieblingstante und -onkel war schön und viel zu kurz, und mußte erstmal von mir „verarbeitet“ werden. Das Gedankenkarussell drehte seine Runden und es gab keine Möglichkeit, einfach abzuspringen und sofort wieder auf „Alltag“ umzustellen. Stattdessen wurde die Wohnung auf den Kopf gestellt und nach allen Regeln der Kunst entrümpelt und neu sortiert, und das war gut, und danach stellte ich fest, daß ich den Kopf – meinen Kopf! – gleich mit entrümpelt hatte, und das war weit weniger gut. Das war geradezu schlecht. Hatte ich in den ersten Tagen nach unserem Kurzurlaub gar keine Zeit, den Rechner auch nur anzuschalten, folgte danach eine Phase, in der sich alles in mir sträubte, wenn ich nur an den Rechner dachte. Somit blieb er also aus.

Ich spielte einige Tage lang mit dem Gedanken, meinen Blog aufzugeben. Ich überlegte, mich hier komplett auszuklinken. Und wenn ich euch sage, daß ich sogar auf einigen unserer Ausflüge nicht einmal mehr eine Kamera dabei hatte (vom Handy und einigen Unterwegs-Schnappschüssen einmal abgesehen), dann ahnt ihr sicher, wie ernst es stand.

Der Zeitpunkt dieser – nennen wir es mal Sinnkrise, war ein äußerst ungünstiger, da ich eigentlich inmitten diverser Vorbereitungen und Formulare und Recherchen und haste-nicht-gesehen hätte stecken müssen/sollen/wollen. Aber gut, so ist es eben manchmal. Um das Ganze nun positiv zu sehen, bezeichne ich es nun einfach als „notwendige Selbstreflexion“, wer weiß, wozu sie gut war.

Nun bin ich also wieder…öhm… zurück.

Ta-daa.

10 Antworten auf „Zwischen Sinnkrise und Selbstreflexion“

  1. Oh je, weil ich selbst dolle beschäftigt und jetzt auch noch im Urlaub war bzw. bin, habe ich in den letzten Tagen (Wochen) nicht viel geschrieben und noch weniger gelesen. Deshalb habe ich Deine „Abwesenheit“ gar nicht so richtig bemerkt. :)

    Solche Momente des Zweifels, des Infragestellens sind m.E. nach wichtig für uns Menschen. Wir sind in der Lage, uns richtig tiefe Pfade ins Leben zu trampeln, aus denen wir ohne inneren (oder äußeren) Antrieb nicht wieder herauskommen. Das sollten wir aber regelmäßig tun! Andere Blickwinkel finden hilft uns bei der Entwicklung. Aber was sage ich das Dir als Fotografin?! :)

    Auf jeden Fall finde ich es schön, dass es Dich hier und da und überhaupt weiterhin gibt. Und: zweifle ruhig. Wer sagt denn, dass immer alles richtig sein muss?? :)

  2. Ich wollte mich auch schon bei dir melden und eine Vermissten Anzeige schalten. Das kam mir so komisch vor, auch weil du bei zwölf2011 einfach so ausgestiegen bist… Nicht einmal die üblichen „Likes“ kamen mehr von dir, sodass ich zumindest wusste, dass du es gelesen hast. Die Sinnkrise kenne ich im übrigen genauso… ich wollte schon alles ausmachen, verschenken u. aus dem Fenster werfen und mir dann einen Bauernhof ohne Internet kaufen…. naja, vielleicht mache ich letzteres ja noch, aber ohne Internet geht es dann doch nicht :-)
    Schön das du wieder da bist und vielleicht meldet du dich mal.
    VG jana

  3. Da bin ich aber froh, dass du „da“ geblieben bist!! Aber haben denn deine „eigenen“ Smilies das Handtuch geworfen?? Ich hab dich im Urlaubsstress vermutet, daher hab ich mir keine Sorgen gemacht. Ich denke aber auch, dass jeder mal eine Krise kriegt… und immer, wenn’s grad nicht passt…
    @Jana
    Bauernhof ohne Internet… hab schön gelacht! :chic:

  4. Genau so wie Du schreibst, fühle ich mich nach meinen Fortbildungs-Wochen in der Schweiz, wenn man nach etwas frischem Neuen, das Spaß macht, zurückkommt in das klebrige Alte, das Druck macht.
    Man hat das Gefühl, sich wieder einfügen zu müssen, keine Wahl zu haben, gibt sich wieder mit zu wenig zufrieden und beugt sich widerstandslos dem Alltag. Solche Sinnkrisen sind ein Zeichen dafür, dass Dinge sich ändern müssen, alles in Frage zu stellen ist nicht schlecht, sondern öffnet neue Perspektiven. Das Motto ist nicht zurückkommen, sondern neu starten.
    Und ich weiß jetzt nicht genau, ob ich das für mich oder für Dich geschrieben habe. ?:-)

    Liebe Grüße aus dem Tal,
    Daniela

  5. Schön, dass Du wieder da bist! Das ist die Hauptsache. :yes:
    Solche dunklen Phasen sind mir auch nicht unbekannt, da tut etwas Abstand und Ruhe oft gut, zumal dieses ganze Onlinezeuchs ja wirklich ein Zeitfresser und Stressfaktor sein kann…

  6. Mir geht das auch manchmal so, dass ich mich komplett aus dem Netz zurückziehen muss für eine Weile.

    Und ausmisten – sowohl in der Wohnung als auch im Kopf – ist ja eigentlich auch eine positive Sache. Vielleicht muss diese Leere manchmal sein, um sie neu füllen zu können. Es spricht ja auch nichts dagegen, die Dinge wieder reinzupacken, die schon mal drin waren. Aber vielleicht weiss man dann, dass die wirklich zu einem gehören, wenn sie zurück kommen.

    Schön ist auf jeden Fall, dass das Bloggen noch zu dir gehört. Du würdest mir fehlen!

  7. Ach, mach dir nicht zu viele Gedanken. Solche „Sinnkrisen“ haben viele von uns. Da fällt man plötzlich in ein Loch und denkt sich, ob Bloggen überhaupt noch Sinn macht. Macht es aber. Erkenne ich zumindest für mich immer wieder. Naja, Sinn vielleicht nicht immer. Aber Spaß. Und das ist mir wichtiger als ein Sinn dahinter.

    Und ich bin froh, dass auch du augenscheinlich den Spaß an der Sache nicht ganz aus den Augen verloren hast und weiterhin motiviert und gewillt bist, uns hier -wenigstens ab und zu- mit neuen Artikeln zu beglücken :)

  8. Habt alle vielen Dank für eure Worte… ist ja nicht das erste Mal, daß ihr mich hier wieder ein wenig aufbaut, ihr Lieben… das finde ich schön… :blush:

    @Dirk: Stimmt schon… auch wenn ich manchmal auch mit etwas weniger Zweifel zufrieden wäre… ;) Naja… so ist es eben. Habt noch einen schönen Urlaub da drüben über’n großen Teich!

    @Jana: So richtig aussteigen wollte ich ja auch gar nicht bei Zwölf 2012… und wenn ich es auf die Reihe bekomme, dann werde ich auch noch ein August-Bild machen… Denn so sang- und klanglos aufhören wollte ich natürlich nicht… und sollte ich es tatsächlich aufgeben, dann geb ich dir Bescheid, ja?

    @Miki: Meine Smileys… die muß ich erst wieder rüberkopieren. Immer, wenn es ein Update des Plugins gibt, verschwinden meine Smileys.. *schluchz*… ich müßte sie irgendwie fest einbauen, aber dafür hab ich im Moment keine Nerven… aber gut, daß du mich dran erinnerst, war mir nämlich noch gar nicht aufgefallen…. :weep:

    @Daniela: „Neu starten“ finde ich gut. Und schreiben wir nicht oft genug für einander…? ;)

    @Fellmonster: Ja, ein Teufelszeug, dieses Internet. Ohne wenigstens ab und zu Abstand davon zu nehmen geht es einfach nicht….

    @Katja: …und du würdest mir auch fehlen… Ich mag den Gedanken vom „Ausmisten und die Dinge, die zu einem gehören, wieder in den Kopf zu packen“… genauso fühlt es sich an. Und wenn dann dabei gleich die Wohnung ein bisschen verschönert wird… (du müßtest jetzt mal unsere Vorratskammer sehen!)

    @Sascha: Stimmt… und das Schreiben hier hilft mir ja auch wirklich. Und diese Sinnkrisen… sind sicher auch nötig… aber wenn sie sich nicht nur auf’s Bloggen, sondern auf viel mehr ausweitet…. auf alles, was man so macht oder vor hat zu tun… auf alles was man so kann oder eben nicht kann, wenn man plötzlich an sich selbst zweifelt… dann ist eben alles nicht so einfach… und dann ist es schwerer, wieder hinaus zu finden. Aber wenn man es dann geschafft hat und wieder Land/Licht sieht… und in Gedanken schon wieder an Artikeln feilt… dann ist es auch ein gutes Gefühl… :)

    Liebe Grüße an euch alle! :koala:

  9. @Magrat: Das Licht am Ende des Tunnels ist meistens ein D-Zug 8-) Aber es ist schon gut, dass Du wieder hier Dein Unwesen treibst – was ich eigentlich sagen will ist: schön, dass Du wieder da bist! Aber so Sentimentalitäten liegen mir halt nicht ;-)
    LG

    1. Sentimentalitäten von Dark Johann – das wär ja wie… wie… Volksfeststimmung bei Frau Magrat… öhm… oder so… ähnlich…

      Aber trotzdem – nein, gerade deshalb! – danke…!

      :)

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