Von der Kunst, sich trotz Clown über Zombies zu freuen.

Ein Samstag, wie er im Buche steht

Allerdings nicht in meinem Buch. In einem Buch, welches ich schröbe, käme ein solcher Samstag mit Sicherheit nicht vor. Wer mich kennt, weiß, daß ein Veranstaltungskalender, in den ich einen Blick werfe, einzig und allein dem Zwecke dient, mich vor Veranstaltungen jeglicher Art zu warnen, damit ich nicht zufällig, versehentlich, unvorsichtigerweise auf einer solchen lande.

Frau Magrat
Frau Magrat

Manchmal aber geht man hin. Muß man einfach hin. Zum Beispiel dann, wenn es das große Sommerfest von Kindergarten und Schule der eigenen Rüben ist. Und man außerdem die Bilder für die Schul-Webseite machen und anschließend einen Artikel darüber schreiben möchte.

Manchmal ist aber am selben Tag, zur selben Zeit, eine zweite Veranstaltung, die man eigentlich und von der Sache her und zugegebenermaßen schon ganz gerne besuchen möchte. Zum Beispiel das Kunstfest der hiesigen Jugendkunstschule.

Manchmal ist aber ausgerechnet an diesem einen Tage auch noch eine Geburtstagsfeier, die man nicht versäumen darf/will, weil es der Geburtstag der eigenen Mutter ist.

Ihr seht also, worauf es hinausläuft? Richtig, drei Termine, hintereinanderweg… Nein, so sieht er normalerweise nicht aus, mein Samstag.

 

Mit Clown und Brille. Oder: Das Sommerfest

Eigentlich halte ich mich ja streng an meinen Anti-Clown-Grundsatz, aber manchmal sind sie eben einfach da. Und spritzen einem – aus Versehen! ganz aus Versehen! – aus einer gelb-roten Plaste-Blume einen Strahl Wasser ins Gesicht. Während man gerade dabei ist, sie zu fotografieren. Dementsprechend lautete mein Aufschrei auch sinngemäß: OMG! Die KAMERA!!! Nein, es war nix passiert. Schade eigentlich, wenn ich jetzt so drüber nachdenke… Sommerfest-Clown-Kindergärtnerinnen sind doch bestimmt versichert… aber auch gegen groben Unfug?!

Dann schon lieber die Brille. Ein cooler Tombola-Gewinn, oder?

Die Brille
Die Brille

Und dann waren da noch die „Internetbekanntschaften“ (dazu aber später mehr, in einem anderen Artikel), genauer gesagt, zwei Familien aus der näheren Umgebung. Dank Facebook – und ja, da ich ja der Webmaster der Kinderhaus-Webseite bin, haben wir auch eine eigene Fanpage – hatte man sich kurzerhand zum Sommerfest verabredet. Social Media meets Real Life, quasi. Da beide Familienväter begeisterte (Hobby-)Filmer sind und einer von ihnen extra seine Kamera mitgebracht hatte, haben wir nun auch einen tollen Film über’s Sommerfest.

 

Frau Magrat ist wahnsinnig mutig. Oder: Das Kunstfest

Auf, auf zum Kunstfest… hieß es nach knapp zwei Stunden Sommerfest-Besuch. Das Kunstfest war – wie immer – richtig gut besucht. Kein Wunder. Hier trifft Kunst auf Künstler, die (Pseudo- )Intelligenz der Stadt gibt sich ein Stelldichein und auch die lokale Polit-Prominenz darf hier nicht fehlen.

Kunsthaus Meyenburg
Kunsthaus Meyenburg

 

An diesem malerischen Ort wagte – traut man einer alten Überlieferung – Frau Magrat als Baby nicht nur ihre ersten Schritte, hier heiratete sie einst – nämlich morgen vor acht Jahren – auch ihren lieben Mann.

Hier würde ich also eine Menge interessanter Motive zum Fotografieren finden, da war ich mir ganz sicher. Wir zogen los, mit drei Rüben und zwei Kameras bewaffnet. Und ich stellte fest, wie leicht es mir inzwischen fällt, einfach Leute anzusprechen und zu fragen, ob man sie fotografieren dürfe. Genau das tat ich nämlich – am Tisch von Oberbürgermeisterin, Bürgermeister, Thüringer Landtagsabgeordnetem & Co.. Denn wenn, dann richtig. Und dann ist es auch gut, wenn man eine Kamera wie die Diana F+ dabei hat, denn so etwas hatten die Damen und Herren wohl noch nicht gesehen und das allgemeine Interesse war geweckt – fast schon ein Garant für gelungene Fotos.

Lomography Diana F+ "Snowcat"

Ihr wollt die Fotos gerne sehen? Hmm. Dann müßt ihr euch noch gedulden, denn den Film muß ich erst noch entwickeln. Bitte drückt die Daumen, daß die Bilder gelingen…!

Doch damit nicht genug, nein, Frau Magrat fand inmitten der Menschenmassen auch ihren guten, alten Bekannten wieder. Und meldete sich – endlich, endlich – für einen Kunstkurs bei ihm an. Jep!

Derart beflügelt folgte nun – der dritte Teil dieses verrückten Tages:

 

Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen. Oder: Der Geburtstag

Ich mache es kurz: Es gibt Kombinationen, die funktionieren einfach nicht. Das weiß man, und dann vermeidet man sie. Eigentlich. Es ist wie mit zwei  – oder in diesem Falle sogar drei – verschiedenen Socken-Paaren, die man durcheinander wurschelt. Sie können noch so schick sein – trägt man zwei, die nicht zusammengehören, sieht es einfach bescheuert aus. Der Vergleich mag hinken, aber… egal, ihr wißt, was ich meine.
Wir kamen also – aufgrund der Feste – später und gingen – aufgrund unüberwindbarer Differenzen – früher.

Meine leicht gereizte Stimmung besserte sich glücklicherweise schlagartig, als unser Jüngster beim Anblick seines uns überflüssigerweise aus der Garageneinfahrt wild-winkenden Großvaters begeistert ausrief: „Wooooaaaaah!!! Ein ZOMBIE!!!“

Was für ein Tag.

Abend. Endlich.
Abend. Endlich.

In der darauffolgenden Nacht konnte ich lange nicht einschlafen und wir brauchten den kompletten Sonntag, um uns vom Samstag zu erholen.

So weit, so gut. Und wie es weitergeht… mit dem Kunstkurs… das erfahrt ihr hier. Bald.

9 Antworten auf „Von der Kunst, sich trotz Clown über Zombies zu freuen.“

  1. Oh je oh je – was für ein Tag! Zumindest zum Teil kann ich Dein Nichtmögen sogar nachvollziehen. Wer hat nur diese klassisch-furchtbaren Familiengeburtstagfeierzusammenkünfte erfunden?!

    Der nachmittägliche Besuch an der Bochumer war recht lustig und ich war ob der Größe der Einrichtung erstaunt. Und das Zwergenvolk zeigte auch pure Begeisterung.

    Tja – und schließlich hat der Sven einen schönen Film gefilmt. :)

    1. Schön, daß es euch gefallen hat… ich mag diesen riesigen Spielplatz mit seinen vielen Bäumen etc. auch….

      Und nein, diese Familienfeiern… ich meine, ich habe auch schon lustige erlebt, so ist das nicht… aber… :(

      Und ja… der Film ist prima geworden… :frog:

      (Nun muß ich aber auch endlich meinen lange angekündigten 2. Teil von „Internetbekanntschaften“ schreiben… hehe… momentan sieht’s gut aus, mein kleines Blog-Tief scheint erstmal wieder überwunden zu sein…)

      Liebe Grüße, natürlich auch an die Zwerge und an deine Frau! teddy2:

      1. Das werde ich morgen machen, wenn ich sie wieder in die Arme schliesse. Bin ja noch im unheimlichen Finsterwalde … ;)

        Dass Deine Blog-Blockade vorbei ist, finde ich natürlich gut. Das lässt wieder auf tolle Texte hoffen. :)

  2. Ich streiche Dir sanft über Dein Haar (also, das Kopfhaar :-D – nicht dass Dein lieber Mann, nein, das würde er ja nicht, wo ich doch so ein netter, und überhaupt …) und übertrage mein Bedauern über den Abschluss des Samstages von mir zu Dir; und Du verstehst! Aber sonst war es doch prima; also, alles gut!!!

    Liebe Grüße!

    1. Danke für den Haupthaartätschel… :D Ein bisschen schade ist solch ein Samstag-Abschluß schon… selbst wenn er so vorhersehbar war… aber sei’s drum, sei’s drum.

      Und ja… alles ist gut… oder wird gut… irgendwann… selbst und gerade ich als Zweckpessimist kann mir das gar nicht oft genug sagen…

      ;)

  3. Hammer, was du da für ein gigantisches Pensum an Programmpunkten an nur einem Tag geschafft hast! Ich weiss, wie geplättet ich manchmal nach einer solchen Veranstaltung bin – selbst bei den angenehmen Punkten, die ich mir selber aussuche und wo ich freiwillig hingehe – einfach weil ich die vielen Menschen nicht gewohnt bin und das als Stress pur empfinde.

    Insofern kann ich den Erholsonntag komplett nachvollziehen. Den hatteste dir aber auch wirklich wirklich rechtschaffen verdient! :wal:

    1. Ja… war wirklich anstrengend… und das, obwohl ich bzw. wir alle eigentlich nur irgendwie bei diesen Veranstaltungen dabei waren, ohne wirklich Teil davon zu sein… hmm… weißt du was ich meine? Man geht hin..läuft herum,, schaut sich ein bisschen was an… aber man stürzt sich nicht ins Getümmel, man setzt sich nicht mitten ins Publikum, man ist praktisch nie das Publikum… man drückt sich an den Menschen und an den Ständen vorbei und… naja… irgendwie ein seltsames Gefühl… so ein Alien-Gefühl… man steht da und wundert sich, mit welcher Selbstverständlichkeit die Leute dort sind…und sich offenbar auch noch wohl fühlen….

      Ich bin dann meist froh, mich hinter meiner Kamera verstecken zu können… ;)

      1. Ich kann’s alleine beim Lesen genau so nachfühlen und unterschreiben. Da muss gar nichts großartiges noch passieren, alleine viele Menschen auf einem Fleck empfinde ich als puren Stress. Ich muss mir da gelegentlich wirklich eine Stelle irgendwo im Abseits suchen, weil mir schwindlig wird. *soifz*

      2. … ja… genau… irgendwo abseits… da findet mich dann auch meistens… heute erst wieder… wir waren nämlich zum Schulfest… in meiner alten Schule… weil unsere Große im Theaterkurs ist und einen Auftritt hatte… und alles ging gut, bis wir dann unsere bombastischen Tombola-Preise abholen wollten… gut, daß mein Mann dabei war.. es dauerte ewig und ich stand plötzlich inmitten von Dutzenden, gefühlten Hunderten Schülern, es war so laut, daß alles nur noch ein einziger Lärmbrei war und ich versuchte verzweifelt, mich mit meinem Handy abzulenken… irgendwann bin ich dann dort weg… und natürlich mußte mich mein Mann dann erstmal suchen… aaargh.. naja… und danach heim mit Kopfschmerzen und völlig fertig… :bernd:

Kommentare sind geschlossen.