Kopfologen¹ und andere komische Leute

Ich telefoniere ja nicht so gerne. Eigentlich. Aber ich sehe absolut ein, das Telefonate gelegentlich notwendig und überdies überaus nützlich sind.

Gerade hatte ich wieder einmal ein Telefonat, welches mir die sprichwörtlichen Ringelsöckchen sich rauf und runter hätte kringeln lassen – wenn, ja wenn ich nur welche getragen hätte in diesem Moment. Das war nämlich so:

„Bla bla Ambulanz, Schwester (Nennen-wir-sie-mal-)Uschi?“

Ich so: „Ja, guten Tag, mein Name ist Frau Magrat, ich hätte gerne mal die Frau Soundso gesprochen.“

„Ja das geht jetzt nicht, ne… die macht Mittag, rufen sie in einer halben Stunde nochmal an…“

Darauf ich: „Ich wollte ja nur einen Termin, sagen Sie ihr bitte, Sie möge aus Gründen einfach ein bis zwei ihr passende Termine aufschreiben und mitgeben und…“

„Ja ist gut auf wiederhören.“

Aufgelegt.

Hallo? Ich meine…hallo? Die Frau war nicht am Telefon, die war auf der Flucht! Das hättet ihr mal hören müssen! Ich kam kaum zu Wort, die hatte schon an der Stelle „in einer halben Stunde nochmal an…“ den Hörer fast wieder aufgelegt….! Ich will nur einen verdammten Termin! Das ist ihr Job!

Und warum wollte ich einen verdammten Termin? Den will ich nämlich eigentlich gar nicht. Nicht wirklich. Das war nämlich so: Eine der Rüben ist also in dieser Ambulanz, schon seit einiger Zeit, einmal pro Woche. Eigentlich sollte besagte Rübe dort immer alleine hinkommen, Selbstständigkeit und dergleichen, aber aus Gründen wird sie von uns gefahren und wieder abgeholt. Es wurde ausgemacht, daß man sich melden würde, wenn Gesprächsbedarf bestünde. Das war bislang einmal der Fall, zu diesem Termin fuhr mein Mann allein, weil ich krank war. Ist aber auch egal, wer von uns dahin fährt, denke ich. Nun bekomme ich aber keine kleine Notiz wegen eines weiteren Gesprächs, nein, man bemüht die Post und schickt einen offiziellen Brief, weil man davon ausgeht, daß ich wiederum Gründe habe, nicht mehr persönlich zu kommen. Die passende Theorie steht auch dabei, sie besagt, daß ich mich gedrängt gefühlt gehabt haben gekonnt hätte (das steht jetzt so nicht da, aber so fühlt es sich an), weil man mir dereinst zu einem Termin verholfen hatte, in dem es um mich persönlich gegangen war. Diesen hatte ich wahrgenommen, aber er verlief genauso absurd, wie schon andere vorher und ich hatte das großzügige Therapie-Diagnose-Angebot nicht annehmen wollen/können. Dies wiederum sollte mich nun davon abhalten, zu den Gesprächsterminen bezüglich unserer Rübe zu kommen, welche es de facto ja gar nicht gab (also die Termine, die Rübe gibt es natürlich, ihr wißt schon, verwirrend, das, nicht?).

Man hatte sich also ausgemalt, daß ich denken würde, was die da wohl drüber denken würden, daß ich mich nicht zu diesem besagten Schritt entschlossen hatte und nun vorsichtshalber nicht mehr hingehen würde. Aha. So weit, so seltsam. Fast schon fühle ich mich in eine daily soap versetzt, dabei liegen mir diese genauso wenig wie dieses wischi-waschi-hin-und-her-Gegrübel, was nun der andere über mich denken könnte und so weiter. Als hätte ich nix anderes zu tun.

Naja. Wie auch immer.

 

¹Kopfologie oder auch Pschikologie ist eine vor allem von Hexen verwendete Methode, ohne Zurschaustellung von Zauberei ihre magischen Fähigkeiten zu beweisen.

2 Antworten auf „Kopfologen¹ und andere komische Leute“

  1. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass mich dieser Text, der Deinen Gedanken und Deinen Fingern, die die Tastatur bedienten, entsprungen ist, nicht doch an der einen oder sogar anderen Stelle leicht bis mittelmäßig verwirrt hätte, obwohl der Grund, der Dich zum Formulieren und späteren Niederschreiben führte, mir aufgrund eigener Erfahrungen, die ich sowohl mit dem Berufsstand der Krankenschwester als auch mit der Unlust, zu solcherlei Terminen zu gehen, gemacht habe, mir durchaus geläufig ist. :)

    LG Dirk

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