Dinge, die waren, und Dinge, die sind.

Wenn ich könnte, würde ich Listen machen. Eine Liste von Dingen, die waren, und eine von Dingen, die sind. Ich gehe durch das Haus und meine Augen sehen alles, was schon immer da war und alles, was ich in den letzten Jahren nicht sah, weil ich so lang nicht mehr da war. Es ist gar nicht so schlimm, wie ich dachte. Die Liste mit den Dingen, die waren und noch immer sind, ist zum Glück so viel länger, als die Liste von den Dingen, die noch nicht so lange sind. Und auch diese werden nun Stück für Stück, ganz langsam, zu neuen Erinnerungen, zu Dingen, die waren und noch immer sind.

Minz
Minz

So viel ist passiert. Hier und heute, in den letzten Tagen, in all den Jahren. Gutes und Schönes und Trauriges und Wütend-machendes und Aufregendes und Alles und Nichts. Ich mache Bilder. Wie damals. Alles möchte ich festhalten und drüber nachdenken und dran denken und mich erinnern und so die Angst verjagen, daß es diese Dinge irgendwann nicht mehr geben wird. Jeder Verlust macht mir auf’s Neue klar, daß nichts für immer ist, daß es irgendwann nur noch die Liste mit den Dingen, die waren und schon lang nicht mehr sind, geben wird.

Bis es soweit ist, sammle ich die Dinge und die Erinnerungen und hüte sie wie Schätze.

6 Antworten auf „Dinge, die waren, und Dinge, die sind.“

  1. oh das ist hart..ich wende ein.. die sichtweise verändert die welt..traurig sein..ist auch nötig.. es sich gestatten..sich der vergänglichkeit bewusst sein..

    aber kraftschenkend ist die gegenwart..a la bagwhan… ganz im hier und jetzt..

    und der blick in die zukunft.. der entwurf.. das sich voraussein..

  2. Solche Listen können bestimmt auch depressiv machen. Also lass ich das lieber gleich. An die besten Dinge erinnert man sich ja meistens zumn Glück sowieso. Und ansonsten tuns die Freunde. Auch schön, wenn man in einer Runde dann in alten Erinnerungen schwelgt. Und außerdem viel netter, wenn man sich spontan dann an solche Momente erinnert :)

  3. Liebe Mandy,
    sammeln und hüten ist vertraut, beruhigend und trostreich.
    Glückbringend ist das Annehmen und Loslassen.
    Liebe Grüße,
    Daniela

  4. Habt vielen Dank, ihr Lieben… diese Listen würden sicher sofort an Bedeutung verlieren, würde man sie tatsächlich schreiben. Hmm… vielleicht wäre das sogar gut… Ich habe jedenfalls gemerkt, daß es mir schon geholfen hat, diese Gedanken hier aufzuschreiben, sie ins Reine zu schreiben sozusagen, um auch mit sich wieder ins Reine zu kommen, raus aus dem Kopf, schwarz auf weiß (oder besser weiß auf schwarz, in diesem Falle) vor sich sehen…

    Das Wochenende und die ganzen letzten Tage waren jedenfalls sehr anstrengend… so viele ambivalente Emotionen und Gedanken müssen erstmal ausgehalten und sortiert sein.
    Und ich habe wieder gemerkt, wie stark Fotos auf mich wirken. Darüber bzw. in ähnlichem Zusammenhang hatte ich schon mal hier geschrieben: http://www.magratknoblauch.de/blog/2009/12/20/zeitmaschine/

    Und ja… ich glaube, es ist gefährlich, sich in diesen Erinnerungen zu verlieren. Nur noch Bilder betrachten und alten wie-auch-immer-gearteten Erinnerungen nachhängen, das treibt einen förmlich in die Depression. Es ist schwer, da (rechtzeitig) wieder heraus zu kommen.

    Wie auch immer… das Aufschreiben hier ist wichtig, daß ihr da seid und es lest und mir mit euren Antworten zur Seite steht, ist mindestens genauso wichtig.

    Danke für’s Da-Sein. teddy3:
    Magrat schrieb letztens..Kopfologen¹ und andere komische LeuteMy Profile

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