Sehen oder nicht sehen…

… das ist hier die Frage. Brillenträger bin ich schon lange, mit drei Jahren verpaßte man mir die erste Brille und ich habe es gehaßt. Abgrundtief. Das ist nun über dreißig Jahre her und an diesem Gefühl hat sich im Grunde nix geändert. Ja, es gibt tolle Modelle, modisch und so, aber da ich damit sowieso nicht viel am Hut hab, ist das kein wirkliches Argument.

Eine Ausnahme bilden natürlich Sonnenbrillen, die ich mir zuletzt 2007 in meiner Sehstärke habe anpassen lassen. Da meine Augen recht lichtempfindlich sind, bin ich draußen fast nur mit Sonnenbrille anzutreffen. Zum Autofahren setze ich meine „normale“ Brille auf, die hab ich nun allerdings schon 10 Jahre.

Beim Lesen, am Rechner und beim Zeichnen, Malen, Puzzeln, Stricken habe ich bislang immer auf meine Brille verzichtet, sie lag ja eh im Auto. In den letzten Wochen fiel mir aber immer stärker auf, daß es nach einigen Stunden am Bildschirm immer schwieriger wurde zu entscheiden, hat man schon was geschrieben oder steht da noch gar nix? Und wenn man nicht mehr hinterher kommt, die Schriftgröße anzupassen, dann ist es an der Zeit, einzusehen, daß es keinen Sinn mehr hat.

So verabschiedete ich mich heute nachmittag von meinen Facebook-Freunden kurzerhand mit den Worten:

So. Ich kann euch alle nicht mehr sehen. Gehe mir jetzt ’ne Brille kaufen…

Gesagt, getan. Nein, ich habe nicht die mit den deutschlandfahnenfarbig-verschnörkelten Bügeln genommen, auch nicht die mit dem grell-türkis-leuchtenden Plastikrahmen und sogar die topmodisch-zeitlose Nickelbrille habe ich links liegenlassen. Nein, das alles konnte mich nicht überzeugen. Stattdessen entschied ich mich kurzentschlossen für das Modell, welches ich während der Augenüberprüfung ja sowieso schon getragen hatte: „Ich laß die gleich auf!“ – sagte ich dem überraschten Optiker, der damit offenbar nicht gerechnet hatte.

Dem König war bereits vorher die Brille gerichtet worden und auch mein lieber Mann hatte sich einer Augenüberprüfung unterzogen, bei der sich herausstellte, daß er nach wie vor Augen wie ein Lux – oder war es der Dax? – hat.

Und? Was meint ihr zu meinem neuesten Modell? Seid ihr eigentlich auch Brillenträger, aus Überzeugung, aus modischen Überlegungen heraus oder ist es – wie bei mir – eher eine Art Haßliebe?  :D

23 Antworten auf „Sehen oder nicht sehen…“

  1. Also ich bin Brillenträgerin aus Überzeugung!! :enti: Und das nun schon seit ca. 15 Jahren. Damals in der Schule blieb mir nichts anderes übrig als über allen dummen Sprüchen zu stehen, als ich plötzlich mit Brille zur Schule kam… Und da sich meine Stärke seitdem nicht wirklich verändert hat, haben sich bei mir in den Jahren doch ein paar Brillen angesammelt. (Wie man auch in meinem „ich bin ich“ Post auf meinem Blog sehen kann)
    Ich trage sie passend zur Kleidung, oder passend zum Make Up!
    Wenn wir in ein paar Wochen wieder in der Heimat sind, hoffe ich auch auf einen Besuch bei „meinem“ Optiker. Dort habe ich mir beim Weihnachtsbesuch schon eine neue Brille ausgesucht und möchte nun noch mal schauen ob sie mir wirklich gefällt.
    Objekt der Begierde diesmal: eine schwarze Nerd- oder Buddy Holly – Brille :nerd:

    1. Cool… eine Nerd-Brille… zeigst du sie, falls du sie nimmst? :enti:

      Ich finde ja schon, daß es wirklich tolle Brillen gibt. Allerdings ist da ja auch schnell die finanzielle Schmerzgrenze erreicht, wenn es auch noch für die passenden Gläser reichen soll… ;)

      Hmm…passend zur Kleidung… ich trage eigentlich nicht mal Kleidung passend zur Kleidung… wenn ich jetzt so drüber nachdenke… Make Up (v)ertrage ich nicht… das fällt also auch weg… naja, wichtig ist, daß ich mich mit der Brille wohl fühle und sie darf mich im Spiegel auf keinen Fall „anspringen“ und laut „BRILLE!!!“ schreien. Ich wünschte aber echt, ich wäre da nicht so empfindlich… :((

      Na, jedenfalls bin ich gespannt auf deine… und werde morgen erstmal in Ruhe „Ich bin ich“ auf deiner Seite lesen… teddy3:

      Liebe Grüße… :pitti:

      1. Finanziell unterstützt mich zum Glück mein Freund ein bisschen. Er findet auch dass man mit der Mode gehen soll :frog2:
        Deshalb habe ich sowohl auffällige wie unauffälligere Brillen…
        Wenn sich was mit der Nerd-Brille ergibt werde ich mal einen Artikel darüber schreiben!

  2. Ich musste als Kind eine Brille tragen, hat aber leider auch nix gegen das Problem mit meinem linken Auge geholfen (fast blind), weil es zu spät entdeckt wurde. Also konnte die weg.
    Vor einigen Jahren hat der Augenarzt dann empfohlen, eine Brille anzuschaffen, und ich habe mir auch brav eine geholt. Allerdings setze ich sie so gut wie nie auf. :-) Es ist eine minimale Verbesserung, aber nicht so, dass es mich wirklich zum Tragen motiviert. Solange ich das Blog noch lesen kann, ohne mit der Nase am Monitor zu kleben, ist alles gut. Bei Excelzahlenkolonnen bekomme ich allerdings nach längerer Zeit schon mal das Gefühl, näher an den Bildschirm ranrücken zu müssen. Aber dann sollte man eh mal ’ne Pause machen. :snail:

    1. Oh… armes linkes Auge… :((

      Naja… Brille hin oder her… es gibt Situationen, wie bsw. beim Autofahren, da setze ich sie schon allein aus Sicherheitsgründen auf. Aber im Alltag… ist es oft einfach lästig. Allerdings habe ich mir fest vorgenommen, sie aufzusetzen, wenn ich am Rechner sitze… denn dieses ständige Foto-Bearbeiten und dergleichen geht doch ziemlich auf die Augen.. und richtig… ab und zu eine Pause zwischendurch, das ist sowieso das Wichtigste… :frog2:

      Liebe Grüße… teddy3:

  3. Bei der Hassliebe mache ich auch mit. Eigentlich habe ich seit … vielen Jahren ’ne Brille. Regelmäßig tragen tue ich sie erst seit etwa 1,5 Jahren, primär beim Auto fahren und vorm Rechner – vorher lag sie auch gerne mal 3 Jahre irgendwo ohne dass ich sie gesucht hätte. Seit etwas über einem halben Jahr habe ich jetzt auch endlich wieder eine in der passenden Stärke. Dezent muss sie sein, das ist klar. Und die Gläser müssen klein sein und eckig.

    Dein neues Modell kleidet dich immens gut. Da brauchste doch eh kein Make-Up mehr. :enti:

    1. Mir hat man damals in der Schulezeit auch erzählt ist müsste die Brille nur tragen wenn ich TV schaue, in die Ferne sehe oder in der Schule was von der Tafel anschreiben muss. Da habe ich für mich beschlossen dass damit ja eigentlich immer gemeint ist, also habe ich sie auch einfach immer getragen! :hippo:

      1. Ich bin bei früheren Trageversuchen einfach nie so lange konsequent geblieben bis mich nicht mehr jedes Stäubchen drauf gestört hat. Ein winziger Fleck und ich war genervt und wenn ich dann erst mal 3 Mal innerhalb von ’ner Stunde Brille geputzt hatte, hab ich sie, statt sie noch ein viertes Mal zu putzen erst mal wieder abgenommen. Und das eben alle paar Monate oder Jahre und es kam nie eine echte Gewöhnung auf.

        Als ich vor 1,5 Jahren anfing sie zu tragen, hab ich mir selber auferlegt, sie erst mal nicht häufiger als einmal pro Tag zu putzen und sie trotzdem aufzulassen. Das war anfangs wirklich schwierig auszuhalten, aber mittlerweile vergehen manchmal 3, 4 Tage bis ich sie putze. :enti:

    2. Ich glaube, das ist auch das Hauptproblem bei der ganzen Sache… Konsequent sein. Wenn es schon heißt, man muß sie nur in diesen und jenen Situationen aufsetzen…naja, dann trägt man sie irgendwann wirklich nur noch, wenn es unbedingt nötig ist, klar, daß man sich dann nicht dran gewöhnt… Andererseits hatte ich vor genau dieser Gewöhnung immer Angst, denn wenn die Augen erstmal die Brille gewohnt sind, geht es irgendwann nicht mehr ohne, setzt man sie nur selten auf, merkt man selbst gar nicht so, wie wenig man eigentlich sieht… ;)

      Das Brille-Putzen… naja… das war bei mir nicht so, mich hat einfach dieses Etwas-Fremdes-im-Gesicht haben immer immens gestört… daher ertrage ich ja auch kein Make up oder sowas… ich würde komplett (!) verrückt werden! :silly:
      Magrat schrieb letztens..Nix geschafft heute…My Profile

  4. So ein Gruselteil hatte ich letztens auch auf, nachdem Sohnemann meine Brille im Supermarkt mir von der Nase riß und auf die Fliesen schleuderte, von wo sie dort in 1000 Teile durch den Markt flog. Ich habe jetzt genau 10 Jahre lang eine Brille, ich könnte nicht mehr ohne sie auskommen :-)

    1. Ja, fürchterlich, diese Sehstärken-Herausfindungs-Gestelle, oder? Davor hatte ich als Kind regelrecht Angst…!

      Mein Hund hat mir mal meine Brille zerstört… ist aber schon lange her…und eine Sonnenbrille ist mal aus dem Autofenster gesegelt, weil ich sie auf der Ablage hatte liegen lassen und mein Mann schwungvoll um die Kurve fuhr… Fenster war offen, Brille war weg. 8-)
      Magrat schrieb letztens..Nix geschafft heute…My Profile

  5. Hmm, so gut wie vor 20 Jahren sind meine Guckis sicher auch nicht mehr, aber doch noch ganz gut. Trotz Computer und Auto und was es da noch so gibt. Nur von Zeit zu Zeit macht sich die MS durch höheren Innendruck im Auge bemerkbar. Dagegen hilft aber keine Brille, sondern nur abwarten.
    Ich schätze, über kurz oder lang werde ich mich auch an so ein Teil gewöhnen müssen. Das muss dann aber unbedingt auch so ein tolles Gadget sein wie bei Dir!! ;))

    1. Hihi…das Teil sieht klasse aus, nicht? Ich finde, besonders die roten Applikationen stehen mir gut… 8-)

      Naja, ich denke, die meisten kommen irgendwann nicht mehr um eine Sehhilfe herum…

      Und das mit dem Augeninnendruck… hmm… blöd, wenn man da nix gegen machen kann… Wir müssen ja mit unserer Großen wegen des Diabetes auch regelmäßig zum Augenarzt, da es ja dadurch zu Netzhaut-Schäden kommen kann… ich hoffe, daß ihr sowas so lange wie möglich erspart bleibt… :((
      Magrat schrieb letztens..Nix geschafft heute…My Profile

      1. *noch-ein-„n“-hinterherschieb“… :blush:

        Dieser Blogbetreiber hier könnte wirklich mal ein neues Kommentar-Edit-Plugin installieren, himmelherrgottnochemal!!!

  6. Ich selbst hab glücklicherweise keine Sehschwäche. Aber als Kind wollte ich unbedingt eine Brille haben, weil mein Bruder Brillenträger ist. Meine Mutter kaufte mir dann eine Brille mit Fensterglas, mit der ich einen Tag zur Schule ging und die ich dann nie wieder getragen habe.

  7. Ich habe noch nie eine Brille getragen und könnte es wahrscheinlich auch nicht – spätestens nach einer Stunde muss die Sonnenbrille runter, weil mein Nasenrücken oder die Ohren schmerzen…
    Gewöhnt man sich daran oder bin ich hyperempfindlich? *grübel*

    1. Vielleicht solltest du mal zum Optiker und dir die Brille richten lassen…
      Eigentlich drücken die nämlich nicht! Sonst müssen Brillenträger ja total leiden :tod:
      Also meine drücken jedenfalls normal nicht. Und wenn doch, geht es eben zum Optiker des Vertrauens :hippo:

      1. Das Problem habe ich bei den unterschiedlichsten Brillen, aber du hast schon Recht – ich sollte wirklich mal zum Optiker gehen. Und vielleicht auch mal ein bisschen mehr ausgeben und dafür nicht leiden… :beatup:
        Allerdings bin ich auch recht empfindlich – ich kann z.B. keine Wollpullis ertragen – da habe ich das Gefühl, ich sitze in einem Ameisenhaufen. :tod:

    2. Ja, Optiker ist gut.
      Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, daß es sehr vom Gestell abhängig ist. Vom Gewicht zum Beispiel, klar, aber auch so gibt es manchmal Brillen, die kannst du dir biegen und richten lassen, wie du willst, und sie wird trotzdem in deinem Gesicht sitzen wie ein paar Daumenschrauben am… öh… Daumen… :D

      Aber trotzdem sollte man den Besuch beim Optiker nicht scheuen, denke ich … denn wenn du lange genug herumprobierst, findest du garantiert eine, die du nicht einmal spüren wirst. Rahmenlose, leichte wären da sicher gut geeignet, damit habe ich gute Erfahrungen gemacht, bin nämlich auch empfindlich, was solches Gedrücke im Gesicht angeht…

      :enti:

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