Sonntagsspaziergang und Straßenschüsse

Nachdem ich am Freitag und Samstag durch fiese Kopfschmerzen außer Gefecht gesetzt worden war und ein nicht minder fieser Virus meinen lieben Mann erwischt hatte, verlief unser Wochenende recht ereignislos. Gestern krückte ich die ganze Bande nach draußen, frische Luft soll ja bekanntlich hilfreich sein…

Unser kleiner Sonntagsausflug führte uns diesmal in eine eher ungewohnte Richtung. Meist fahren wir ja ein Stückchen „raus“ und laufen dann von-wo-auch-immer erst los, gestern aber ließen wir das Auto stehen und schlenderten ein wenig durch die Stadt. Stimmt nicht ganz, eher so in Richtung Stadtrand, erklärtes Ziel meinerseits war es, einen kameratauglichen Blick auf das seit Jahren leerstehende Gebäude der ehemaligen Nordhäuser Kaffeerösterei werfen zu können. Den einzigartigen, brenzligen Geruch, der einst hier durch die Straßen wehte, werde ich nie vergessen, er war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend – eine unvergleichliche Mischung aus widerlich und unwiderstehlich.

Zu schön wäre es, käme man dichter heran, um mehr Fotos machen zu können. Allerdings scheint das Ganze sehr baufällig und darum nicht ganz ungefährlich zu sein.

Auf meiner Kamera hatte ich diesmal meine kleine Festbrennweite von Canon (28mm, f/2.8), damit entstanden die Bilder, die ihr hier sehen könnt, und auf dem Rückweg schraubte ich die Lomography Soft Telefoto Lens (110mm), diese Bilder folgen in den nächsten Tagen.

Ein wenig untypisch für mich sind einige meiner neuen Fotos vielleicht, denn ich traue mich nun immer öfter, auch einmal auf Straßen und überhaupt in der „Öffentlichkeit“ zu knipsen und ab und an sogar, zufällig vorbeikommende Passanten in mein Bild „einzubauen“, das allerdings in der Regel so, daß niemand direkt darauf zu erkennen ist. Ein nächster Schritt wäre vielleicht, gezielt Leute zu fragen, ob man sie fotografieren kann, aber momentan bin ich davon noch recht weit entfernt. Bei jungen Leuten habe ich damit zwar auch schon positive Erfahrungen gemacht, aber gerade ältere Leute schauen einen oft recht skeptisch an und machen einen großen Bogen, sobald sie merken, daß man eine Kamera dabei hat. Das Ganze soll irgendwann – vielleicht – einmal in Richtung „Straßenfotografie“ gehen… eventuell schreibe ich dazu noch etwas mehr in den nächsten Tagen.

Alle Bilder direkt in der Galerie betrachten…

Weitere Bilder dieser kleinen Serie werden demnächst auf meinem Photoblog zu sehen sein und das ein oder andere werde ich eventuell in den nächsten Tagen auch hier noch vorstellen.

4 Antworten auf „Sonntagsspaziergang und Straßenschüsse“

  1. Das zweite Bild mag ich gerne. Gelingt dir gut, das Passanten einbauen! :)
    Ich kann das auch nicht so gut – Knipsen, wenn Leute unterwegs sind. Also nur so, dass man deutlich merkt, dass ich sie nicht fotografiere, zB wenn ich ’nen Käfer vor meinen Füßen knipse. Und trotzdem fühlt es sich besser an, die Kamera in der Hand zu halten, wenn niemand in der Nähe ist. (Verstehen ja auch nicht viele, was es da am Boden zu sehen gibt, wenn man gerade ’nen Käfer fotografiert.)

    Ich finde das eigentlich sehr toll. Bilder mit Menschen drauf. (Also nicht solche, wo jemand am Geburtstag die Leute an der Kaffeetafel fotografiert. :D ) Gesichter mache ich immer unkenntlich, falls ich zufällig jemanden im Bild habe, aber so richtig glücklich bin ich damit auch nicht, weil’s schon seltsam aussieht.

    1. Ja… das ist alles nicht so einfach mit der Knipserei…. Bis vor kurzem hatte ich nicht das geringste Interesse an „Bildern mit Menschen drauf“, erst durch fantastische Fotos einiger Straßenfotografen auf Am3 bin ich quasi dahinter gekommen… Die meisten Bedenken beim Leute-Knipsen habe ich hinsichtlich irgendwelcher rechtlichen Fallen, in die man da hineintappen könnte. Und viele sind sehr mißtrauisch, naja, das verstehe ich auch irgendwie, gibt genug Bekloppte, die es darauf anlegen, Leute in peinlichen Situationen etc. zu knipsen und zu veröffentlichen…

      Ich schau halt meist, daß die Gesichter von vornherein nicht erkennbar sind, und wenn ich meine Plastik-Linse draufhabe, ist das sowieso der Fall, hihi… :enti:

      Und ich freu mich natürlich, daß es dir gefällt… :blush:

      LG :pitti:

  2. In der Öffentlichkeit mit der Kamera rumzugurken erfordert schon Mut – und noch mehr, wenn man Personen fotografieren möchte.
    Aber gerade von älteren Menschen gibt es ja absolut geniale Fotos…
    Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir, dass du nur freundlichen Menschen begegnest und freue mich auf die ersten Resultate! :frog2:

    1. Danke dir, Daniela…ja, ich werde langsam immer mutiger, was solche Dinge angeht… ich weiß allerdings nicht, was wäre, wenn ich eine richtig fiese,unfreundliche Abfuhr erteilt bekäme… mit sowas muß man ja immer rechnen… hmm… na, hoffen wir, daß es nicht dazu kommt und ja, ich finde auch, daß es gerade im Bereich der Streetphotography ganz fantastische Fotos gibt… und naja, da muß man ja nicht mal jemanden ansprechen, da geht es ja eher um absolut ungestellte Szenen, in denen man die Leute eher indirekt fotografiert…

      Grundsätzlich habe ich mich aber mittlerweile dran gewöhnt, „draußen“ oft sogar mit mehreren Kameras unterwegs zu sein..komische Blicke sind einem da natürlich sicher. Da finde ich es viel besser, wenn die Leute mich direkt fragen, was ich knipse, statt einfach zu glotzen und zu tuscheln… andererseits fällt es denen vielleicht auch nicht so leicht, mich einfach zu fragen? ;)

      Liebe Grüße und dir ein schönes Wochenende… :pitti:

      Mandy
      Magrat schrieb letztens..Sehen oder nicht sehen…My Profile

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