Balkon… Die unendliche Geschichte

Meine Güte, wie die Zeit vergeht… Ist es wirklich schon wieder fast einen Monat her, daß ich an dieser Stelle berichtete, wie wir erst einen ganzen Tag lang unseren Balkon (fast) leergeräumt haben, weil am 6. Oktober ja die Handwerker kommen und damit beginnen sollten, alles zusammenzukehren und einen neuen… ja, was eigentlich, Fußboden? Boden? Bodenplatte? … draufzubasteln?

Die dann aber nicht kamen, weil diese Bodenplatte noch gar nicht fertig gefertigt war? Und daß nun sowohl unser zweites Bad als auch der Treppenabsatz voller Blumentöpfe steht?

Und damit nicht genug. In der Annahme, das alles würde tatsächlich am 6. Oktober beginnen, einige Tage dauern und unser Balkon würde dann wie neu und obendrein wieder benutzbar sein, was mache ich da? Na?

Richtig. Ich bestelle Badmöbel.

Hä? Das hätte doch jetzt gar nix damit zu tun, denkt ihr?

Naja, eben doch. Die Badmöbel sind natürlich für das zweite Bad, welches wir ja bislang für alles Mögliche benutzten, aber eben noch nicht so richtig als Bad. Da hinein sollen jetzt … Badmöbel kommen. Die waren grad günstig, da Aktionswochen waren, und obendrein konnte man zinsfrei in Raten… ihr wißt schon. Ich mußte einfach zuschlagen. „Lieferbar in ca. 3 Wochen“ stand dabei. „Hey ho!“ – dachte ich. „Das paßt ja prima! Bis dahin ist der Balkon fertig und die Pflanzen sind wieder draußen und … “

So weit der Plan.

ABER. Und es gibt fast immer ein Aber…. Die Möbel wurden prompt geliefert. Nach nicht einmal einer Woche standen drei, vier, fünf, ich-weiß-nicht-wieviele großformatige Kartons vor der Tür. Hurra. Und von den Handwerkern keine Spur.

Nun ist das olle Bad sowohl voller Pflanzen als auch voller Möbel. Kein Problem, man hat ja sonst nicht viel zu lachen.

Vorige Woche dann, am Dienstag war’s, Geräusche. Hämmern und … Geräusche eben. Das Gerüst wurde aufgebaut! Nun mußte es bald losgehen… dachte ich.

Und richtig. So ein Gerüst ist auch nur ein Mensch, das muß sich erst einmal eingewöhnen, glaube ich. Wird auf- und abgebaut, bald hier-, bald dorthin gekarrt, auf ihm wird ständig herumgelatscht, es wird dabei dreckig und muß sich ständig schmutzige Bauarbeiterwitze anhören. (Oh… sorry… Letzteres ist wohl nur ein Klischee… ) Jedenfalls stand es nun eine knappe Woche vor dem Haus und heute nun ist der große Tag.

Dabei fiel mein Blick heute früh noch auf die Überreste unserer großen Balkon-Leerräum-Aktion: Ein Kugelgrill, ein großer, voller Blumenkasten, zwei Besen, zwei Eimer, eine Wanne voll Blumenerde und eine handvoll… Kram lag draußen herum. „Müßten wir bald mal leerräumen, was?“ – sage ich noch so zu meinem lieben Mann. „Öh… ja.“ Sprach’s und fuhr los, die Rüben in Kindergarten und Schule und sich auf die Arbeit bringend.

Eine halbe Stunde später, ich sitze mit lauwarmem Kaffee und Buch in der Küche… da höre ich plötzlich… Stimmen. Dieses sonore Gebrummel, das nur Handwerker zustande bringen.

Flugs stürze ich hinaus. Sie sind sichtlich erleichtert, mich zu sehen. Der Anblick unseres Rest-Gerümpels hatte sie wohl erschreckt. (Zu unserer Verteidigung: Der angrenzende, mitbetroffene Balkon war überhaupt noch gar nicht leergeräumt… )

„Ich räume das schnell noch rein!“ – rufe ich fröhlich. Nach nur wenigen Minuten ist alles verschwunden. Der Kugelgrill steht jetzt im Wohnzimmer, die Blumenerde im Badmöbel-Pflanzen-Bad, und glücklicherweise sind keine großartigen feinmotorischen Fähigkeiten vonnöten, über die ich zu solch‘ früher Stunde auch noch gar nicht verfügt hätte, stattdessen reicht eine minimale Auge-Hand-Fuß-Koordination, um den großen, schweren, tropfnassen Blumenkasten komplett in die Badewanne zu stellen, statt nur dessen Inhalt stolpernderweise über ihr zu entleeren.

Es geht voran. Just in diesem Augenblick höre ich, wie draußen mit schwerem Gerät und laut – LAUT!!! – die maroden Fliesen samt Untergrund weggepreßlufthämmert werden.

Den Anblick zweier wildfremder Männer, die auf unserem Balkon mit ernsten Gesichtern und scheinbar zu allem entschlossen alles kaputt machen, muß man erstmal verkraften.

P.S. „Retten Sie unsere Birken!“ – hatte ich vorhin gesagt und war damit auf leichtes Unverständnis gestoßen (von wegen „Unkraut“ und so). Schade eigentlich. Immerhin hatte ich es versucht, aber ihr glaubt ja gar nicht, wie sich so ein Bäumchen im Mauerwerk festkrallen kann… Aber ein paar ganz Winzige konnte ich retten, unsere Große will sie zusammen mit ihrer Freundin einpflanzen…. :)

P.P.S. Alles wird gut.

8 Antworten auf „Balkon… Die unendliche Geschichte“

    1. Mir machen vorallem fliegende Birken-Pollen Angst… ;)

      Wenn sie noch etwas größer hätte werden können, hätten wir sie nächstes Jahr weihnachtlich dekorieren und im Sommer als Schattenspender nutzen können… :-D
      Magrat schrieb letztens..Wir müssen mal raus…My Profile

  1. Nachdem dann bald die Betten in der Küche und der Herd im Waschkeller untergebracht werden, wird sich immerhin ein völlig neues Wohngefühl einstellen… quasi wie nach einem „Umzug light“ :D

    1. Hähä… genau… wie damals, als wir ein paar Tage lang zwei Kühlschränke nebeneinander stehen hatten und als der alte dann endlich im Keller war fühlte es sich an, als hätten wir einige Quadratmeter Wohnfläche DAZU gewonnen!!!

      :frog2:

  2. Wow, das hatten wir auch vor Kurzem – unser zweites (Baustellen-) Bad und das (Rumpelkammer-) Büro meines Mannes sollten zum schnuckeligen Au-Pair-Kombi werden und als wir fertig waren, hat das Au-Pair abgesagt :pissedoff:
    Aber macht nix, jetzt hat unser Kleiner schon mit 10 Monaten ein eigenes Zimmer und die Mädels verwüsten nicht mehr unser Bad… ;-)

    1. Genau, man muß ja immer das Positive sehen… ;)

      Hallo Designerhaase, schön, dich nun hier zu lesen… teddy2:

      Das Gute an der ganzen Balkon-Sache ist ja, daß sich der Vermieter darum kümmert und wir weiter nix damit zu tun haben, wenn man von diesen kleineren, aber durchaus nervigen Dingen mal absieht. Aber wenn ich mir vorstelle, wir hätten selbst ein Haus und müßten das alles in Eigenregie… Aaargh!

      :frog2:
      Magrat schrieb letztens..Wir müssen mal raus…My Profile

      1. Ich würde eher sagen AAaaaaRRRRrrggggGGhhhhHHH!!!!!!!
        Wir haben vor acht (gefühlten 347) Jahren mit dem Hausbau angefangen und basteln heute noch.
        Dafür kann ich jetzt mauern, Fliesen legen, Böden verlegen, mit Steinwolle isolieren (Aua, aua), flexen, bohren, sägen……..
        Designerhaase schrieb letztens..Lecker NüsseMy Profile

      2. Huuuaaaah…. !!! Respekt!!! :enti:

        Wir hatten ja eigentlich auch vor, ein Haus zu kaufen. Naja – oder zu bauen. Aber nach unseren Haus-Anguck-Reinfällen bin ich sowas von geheilt… Seitdem hab ich mich mit unserer Wohnung angefreundet. Irgendwie.

        :bernd:

Kommentare sind geschlossen.