Das Leben ist kein Kinderspielplatz…

… und ein Kinderspielplatz ist kein Ponyhof und ein Ponyhof ist kein…

Naja, ihr wißt schon. Hoffe ich.

Da will ich vorhin die Jungs abholen, gehe mit dem Jüngsten über den Spielplatz, um den Mittleren zu suchen, und muß dabei an drei kleinen Steppkes vorbei, die grad Fußball spielen. Erst warten sie, bis ich vorbei bin, dann wird der Ball doch geschossen, ganz flach, und rollt auf mich zu. Ich kann der Versuchung nicht widerstehen. Ein rudimentär-latentes Sport-Gen manifestiert sich plötzlich auf meiner Doppel-Helix. Mein Bein streckt sich, der Fuß versucht ungeübt nach dem Ball zu angeln – ach, zu treten! – und ich spüre, wie er ihn gerade noch so sanft berührt. Sanft, aber dennoch genug, um ihn in die völlig verkehrte Richtung zu lenken, weg von den Jungs.

Einer stürzt mit empörtem Geschrei hinterher, ich gehe nun weiter, langsam, zum Klettergerüst, auf dem ich meine Rüben sehe.

Plötzlich… kommt das Bengelchen, welches den Ball in meine Richtung gekickt hatte, auf mich zu. Verzieht keine Miene. Schaut mich ganz ernst an. Kommt bis auf wenige Zentimeter an mich heran und … schubst mich.

SCHUBST mich.

Ich war… perplex. Ich war… sprachlos. Mir fehlten buchstäblich die Worte.

Dann schnappte ich ihn an der Hand. Ich war zu verdutzt, um sauer zu sein. Die ganze Situation war irgendwie… bizarr.

Da stand ich nun also mit einem kleinen Erstklässler, und erklärte ihm Folgendes:

Du… paß mal auf. Das machste nicht nochmal. Ich bin nicht irgendein Mädel aus deiner Schule. Und das mit dem Ball war keine Absicht.

Man schubst doch keinen!

Natürlich auch keine anderen Kinder….!

Haste das verstanden?

Während ich so vor mich hin fasele, schien er die Sache langsam zu realisieren. Nickte und schüttelte eifrig den Kopf zu meinen Worten und flitzte dann sichtlich erleichtert fort.

Da stand ich nun. Fühlte mich selbst wie ein Erstklässler und mir wurde langsam kalt. Während ich nun endgültig die beiden Rüben einsammelte, mußte ich zwischendurch noch ein Bengelchen trösten, welches sich einen Finger gequetscht hatte und ein anderes, welches vom Hangel-Gerüst gefallen war, weil seine netten Mitschüler an seinen Beinen gezogen hatten. Irgendwann kam dann auch schon die Aufsichtslehrerin, ich übergab die Unglücksraben und schnappte mir meine Bande, und schon waren wir auf dem Heimweg.

Unterwegs spielten wir „Ich sehe was, was du nicht siehst, das hat die Farbe…“, das war schon als Kind eines meiner Lieblingsspiele.

Meine Lieblingsfarben heute waren übrigens:

Farbe Schäfchen, Farbe Witzig und Farbe Müde

In diesem Sinne… Gut’s Nächtle! :)

4 Antworten auf „Das Leben ist kein Kinderspielplatz…“

  1. Tss tss… diese Zwerge… nun weißt du aber so richtig Bescheid… :-D
    Liebe grüße Petra… und nimm das nächste Mal gefälligst deinen eigenen Ball mit ;-)
    sternthaler75 schrieb letztens..FreiZeitMy Profile

    1. Hihi… ja… man denkt immer, es könnte einen nix mehr so leicht aus der Fassung bringen und dann – Zack! – passiert sowas. Der Hammer…

      Liebe Grüße… Und beim nächsten Mal gebe ich mir mehr Mühe und kicke den Ball über den ZAUN!!! :devil:

      :giggle:
      Magrat schrieb letztens..Wir müssen mal raus…My Profile

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