„Picasa meets Picnik“ oder Warum ich keine Bilder löschen kann

Jaja, ich gebe es offen zu, ich bin ein Daten-Messie. Wo andere kaputte Mülltüten und zerschlissene Jogginghosen aufheben, sind es bei mir Fotos. Von einem alltäglichen Spaziergang ohne besondere Ereignisse komme ich meist mit 100-200 neuen Fotos nach Hause. Die werden fein säuberlich auf die heimische Festplatte gepackt, sortiert nach Aufnahmedatum. Und hier kommt Picasa ins Spiel. Zwar nutze ich zum Hochladen der Bilder von der Kamera die jeweilige Kamerasoftware, aber zum schnellen Sichten, Verwalten, Taggen nehme ich mit Vorliebe das kostenlose Picasa von Google.

Es arbeitet am zügigsten von allen Foto-Verwaltungssoftwares, die ich bislang ausprobiert hab. Für Schnappschüsse und meine selbstgescannten Bilder reichen auch die Bearbeitungstools. Ich kann Fotos in Windeseile ausrichten, ein Wasserzeichen einfügen, sofern ich das möchte, einen Rahmen drumherum basteln, eine Collage erstellen und einiges mehr.

Vor einigen Wochen war bereits angekündigt worden, daß in das neue Picasa 3.8 auch das Online-Bildbearbeitungprogramm Picnik integriert sein würde, ich hab ja bereits an anderer Stelle erwähnt, wie genial ich das finde. Heute nun war es endlich soweit: die neue Picasa-Version stand zum Download bereit!

Um die Picnik-Integration zu testen, hab ich willkürlich ein Bild ausgesucht. Es war das allererste, welches ich mit meinem neuen Objektiv gemacht hatte (Canon 28mm f2.8). Es war eins dieser Fotos, die man macht, um irgendetwas zu testen, wobei das Motiv und die Umgebung kaum eine Rolle spielen, eins, wo man nur wissen möchte: Funktioniert es? Piept es? Klappert es?  Dementsprechend sah es auch aus:

Test-Foto
Test-Foto

Was macht man normalerweise mit einem solchen Bild? Eigentlich gehört es gelöscht, denke ich. Aber ich bringe es einfach nicht über’s Herz. Stattdessen darf es sich weiterhin auf der Platte tummeln, gemeinsam mit vielen anderen schrägen, überbelichteten, verwackelten, häßlichen Fotos, weil ich immer denke: Wer weiß, wozu man es noch gebrauchen kann…?

Ich nahm also dieses Foto und schickte es über den nagelneuen Picnik-Button direkt an Picnik. Um genau zu sein, schickt Picasa eine Kopie des Bildes, man braucht sich also keine Gedanken machen, es geht nix verloren. Einen Moment dauert die Übertragung, denn ich habe die Auflösung des Bildes vorher nicht verringert. Picasa konvertiert die im RAW-Format vorliegende Originaldatei (11.2MB) automatisch in ein JPG (3.5MB). Immer noch recht groß, aber Picnik kommt damit gut klar.

Nun habe ich ein wenig herumprobiert, den Kontrast verstärkt, verschiedene Effekte angewandt und schließlich eines der Halloween-Special – quasi als neue Ebene – eingefügt. Danach wurden verschiedene Optionen getestet, das Bild quadratisch beschnitten und heraus kam … dies:

Im Auge des Betrachters
Im Auge des Betrachters

Ich mag solche Bilder. Und manchmal ist es eben doch gut, solche öden Fotos aufzuheben. Schließlich… man weiß nie, ob man es nicht doch einmal gebrauchen kann… ;)