Irgendwie farbig – Bilder aus dem Nationalpark Jasmund

Der ein oder andere hat die Bilder vielleicht schon entdeckt, sie sind ja schon seit einigen Tagen hier in der Galerie zu sehen, doch ich wollte sie trotzdem noch einmal vorstellen.

Wenn wir im Urlaub auf Rügen sind, gehören kleine Ausflüge ja dazu. Auch dieses Jahr besuchten wir den Nationalpark Jasmund mit seinem Nationalpark-Zentrum Königsstuhl und den berühmten Kreidefelsen. Letztere kennt sicher jeder. Da man nicht mit dem Auto bis ran fahren kann, sondern entweder mit dem Bus oder eben zu Fuß dorthin kommt und sich die meisten für die kleine Wanderung entscheiden, sieht man im Sommer Massen von Menschen durch den wunderschönen Buchenwald hasten. Kaum einer scheint ein Auge zu haben für das, was um ihn herum wächst und wuchert und kreucht und fleucht. Kaum einer, bis auf… naja, bis auf mich zum Beispiel.

So stehe ich also mitten auf dem Weg, die Kamera im Anschlag, die Leute weichen mir aus und fragen sich, meistens leise, manchmal aber auch laut und direkt, was ich denn da sehen würde? Da wär doch gar nix?

Ach nee? Ich seh das anders. Ich sehe  die Schatten der Blätter eines Baumes auf seinem Stamm, ich sehe die hellen, kreisrunden Flecken auf dem Waldboden, die entstehen, wenn die Sonne durch die hohen Buchen scheint, ich sehe eine rote Libelle auf einem moosbedeckten, halbverwitterten Baumstamm, der in einem kleinen Tümpel steht, welcher mit  seiner dicken Schicht Wasserlinsen aussieht wie ein Kessel voll grüner Moppelkotze (verzeiht mein Klatschianisch) und ich sehe den fetten Blutegel, der sich langsam zuckend seinen Weg dahindurch bahnt, ich sehe zarte Kleeblätter, die zwischen den Wurzeln uralter Bäume wachsen, ich sehe ein zartes Spinnennetz, das in der Sonne glitzert, ich sehe, wie sich am Abend der Wald plötzlich blutrot färbt, wenn die Sonne schon so tief steht, daß sie freihändig durch die hohen Bäume schauen kann, ich sehe die Wolken am Himmel und den Himmel im Wasser, ich sehe die Beine, die vom Steg baumeln und die Fische, die versuchen, nach harten Brotkrumen zu schnappen, ich sehe die gelben Schleimpilze, die sich langsam auf morschem Holz ausbreiten, ich sehe…

Aber seht selbst. Hier sind einige der Bilder, die ich schwarzweiß, sepia oder auch getönt am schönsten fand. Mehr – und farbigere – Bilder gibt es… bald.

Alle Bilder wurden mit Lightroom3 entwickelt und lassen sich in der Galerie auch noch in etwas größerer Auflösung betrachten.

Hier gibt es weitere Infos zum Nationalpark.

Und wie ist das bei euch? Werdet ihr auch manchmal bestaunt (oder belächelt), wenn ihr irgendwo steht/kniet/hockt/euch verbiegt, um etwas Interessantes zu knipsen, das offenbar nur ihr sehen könnt? Wie geht ihr damit um, ist euch das manchmal peinlich? Erzählt doch mal… :)

2 Antworten auf „Irgendwie farbig – Bilder aus dem Nationalpark Jasmund“

  1. Also erstmal klasse Bilder, in sw sehen sie teilweise sehr mystisch aus, gefällt mir sehr gut.
    Und … ja, ich werde manchmal auch komisch angesehen… erst diese Woche bei mir auf dem Krankenhausgelände, als ich ein Blatt entdeckt hatte, das sich wegen seiner frischen Farben so sehr von den anderen abhob. Erst kam unsere Seelsorgerin… guckte erstmal mit auf den Boden… verharrte und grinste dann. Danach einer unsere Maler, der erstmal die Stirn in Falten legte, und mir dann ein „Schönen Tach noch“ zumurmelte, und sich schnell entfernte…
    jaja…

    LG Petra
    sternthaler75 schrieb letztens..HerbstZeitMy Profile

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