[Magrat am Meer] – Tag 1 –

Nun wird es Zeit für mein kleines Urlaubstagebuch. Nichts Spektakuläres, kein Roman, nur das, was so „hängengeblieben“ ist. Und natürlich einige Bilder…

(Ihr wollt nur die Bilder? Dann geht es gleich hier weiter… ;) )

Los gehts:

Früh am Morgen um halb 5 ging es los. Endlich.

Das Auto vollgepackt, die Dachbox vollgepackt, die Kühlbox vollgepackt, uns vollgepackt.

Genug Redbull und die SD-Karte mit Erasure, Cure und Depeche Mode… werden wir eigentlich nie erwachsen? Egal. Ein letzter Blick zurück, noch ist es dunkel, nur die Laternen und der Mond scheinen um die Wette. Doch ein ganz klein wenig ahnt man schon die heraufsteigende Dämmerung…

Wir fahren in den Urlaub, an die Ostsee, auf unsere Insel. Wie jedes Jahr. Dieselbe Route, dieselben Raststätten. Doch etwas ist anders diesmal: Die Straßen sind leer. So etwas habe ich noch nie erlebt…! Ab jetzt werden wir immer an einem Mittwoch anreisen… es ist der perfekte Tag. Kein Mensch fährt an einem Mittwoch in den Urlaub! Keine Schlangen im Marché, kein Stau, ach… ich könnte noch stundenlang weiterschwärmen… mache ich aber nicht.

Ach ja… Marché… natürlich. Hier kehren wir ein. Jeder bekommt lecker Spiegelei und wir Eltern einen riesengroßen Kaffee. Die Jungs toben sich im Spielzimmer aus und dann geht jeder schnell nochmal für kleine… Blogger. Oder Bobbycar-Fahrer. Je nachdem.

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Weiter gehts. Romantischer Sonnenaufgang auf der Autobahn. Frau Magrat knipst wie eine Geisteskranke durch Windschutz- und Seitenscheibe und hat bald ihre Bilderserie „Flies on the windscreen“ beisammen.

Noch eine Pause bei McDonald’s und bald… bald… „Simmer schon da-haa?!“ Ja. Wir sind da. Es ist erst Mittag und schon beziehen wir unser Ferienhaus.

Das erste Mal im Ferienhaus! Bisher wohnten wir immer in Zelt oder Ferienwohnung, doch diesmal… Allein der Blick aus dem Fenster, über die Felder bis zum nahen Bodden… haach…

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Schnell wird alles ausgepackt, die Rüben verschwinden auf dem Spielplatz. Die haben’s gut.

Das Kinderzimmer und die Stube sind oben, die Treppe rauf, unser Schlafzimmer und die große Wohnküche sind unten. Schnell sind wir uns einig: Die Rüben schlafen zusammen oben, mein lieber Mann und ich unten… Denkste. Das klappte genau eine halbe Nacht lang, danach war unser Jüngster wieder Dauergast bei seinen Eltern. Naja, man kann nicht alles haben…

Am Nachmittag fuhren wir noch in ein kleines Fischerdorf, nur 5 Minuten weit entfernt. Im nahegelegen Kaufmannsladen wird das Nötigste eingekauft. Das Nötigste: Das sind Milch, Wurst und Kartoffeln, wenn man uns fragt, aber Buddeleimer, Muscheln und Wasserpistolen, wenn man unsere Rüben fragt. So unterschiedlich ist das…

Dann noch schnell an den kleinen Fischereihafen. Hier holen wir immer unseren Räucherfisch. Aber noch nicht heute. Heute bestaunen wir – wieder einmal – den Bodden, die Sonne, die sich auf dem Wasser spiegelt, Segelboote, die nach richtig viel Geld aussehen und Fischerboote, die nach richtig viel Fisch aussehen. So unterschiedlich ist das…

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Gegen Abend geht es an den Strand:

Sand unter den Füßen und Wellen, die es eilig haben, ersteren unter letzteren hinwegzuspülen.

Nebelkrähen, die listig nach eßbarem Strandgut Ausschau halten und aufgeprezelte Frauen, die letzteres zurückließen und bei näherer Betrachtung wie erstere aussehen.

Bob Ross-verdächtige Wolken am Himmel und das zarte Rosa der untergehenden Sonne am Horizont.

Und ganz langsam neigt sich der erste Urlaubstag, der ja noch kein richtiger war, dem Ende zu.

Na dann: Gute Nacht.

9 Antworten auf „[Magrat am Meer] – Tag 1 –“

  1. Das klingt nach einer ähnlichen Route wie bei uns. Auch wir machen auf dem Weg auf die Insel immer östlich von berlin bei Marchee Rast. Leider funktioniert es nur qauf dem Hinweg, da auf der anderen Seite der Autobahn einer der weniger schönen Anbieter sitzt

    1. Hallo Sigrid… herzlich willkommen hier! :frog2:

      Unsere Reiseroute führt uns westlich an Berlin vorbei… Da haben wir Glück, die beiden Marché-Restaurant liegen sich direkt gegenüber an der Autobahn, so daß wir auf Hin- und Rückfahrt in den Genuß kommen… :)

      Mittlerweile ist eine Rast dort ein Muß und fester Bestandteil der Urlaubsfahrt. Die Kinder freuen sich jedesmal drauf… :mousy:

      LG

  2. Muscheln beim Kaufmann besorgen? :shock: Die muss man doch selber liebevoll zusammensuchen und in unzähligen leeren Marmeladengläsern nach Hause schleppen, wo sie dann die nächsten 30 Jahre im Regal stehen. Und dann kann man sie natürlich auch nicht mehr wegwerfen. Immerhin begleiten sie einen schon das ganze Leben lang. *nick* :D

    Dankesehr für’s Mitnehmen auf die Insel. Ich freue mich auf die weiteren Teile. :)
    Katja schrieb letztens..ErstarrtMy Profile

    1. Hihi.. nee… ja…eigentlich werden Muscheln und Steine und dergleichen natürlich selbst gesammelt. Das machen wir auch – mit Hingabe.
      Aber wenn man einerseits eine Kellerasselphobie hat, die sich auf in der Ostsee lebende Meer-Asseln ausgeweitet hat, und obendrein keinen Sand, Dreck, Sonstiges an den Händen ertragen kann, kann man nicht einfach ins Wasser fassen und erst recht nichts vom Strand aufheben. Weil man sich ja die Hände dann nicht einfach wieder waschen kann – wegen der Asseln….

      Ach, es ist nicht so einfach… :( Und so bleibt manchmal nur der Griff ins Regal nach dem Glas mit den fix-und-fertig-zurecht-gesammelten-und-gesäuberten Muscheln…

      Aber unser Mittlerer, mein Mann und ich sind immer in dieser rückenfeindlichen Körperhaltung anzutreffen: Leicht vornüber gebeugt, die Augen knapp über dem Boden, eine Hand stützt das schmerzende Kreuz und die andere dreht Steinchen um.

      :frog2:

      1. Oh ja. Die Körperhaltung kenne ich auch, man könnte ja ’nen schönen Stein übersehen.

        Muscheln sind bei mir irgendwie nicht mehr so angesagt, seit ich ähm altersmäßig kein Kind mehr bin (ha, das böse erw*chs*n-Wort vermieden!).

        Als Kind keinen Dreck an den Händen leiden zu können, finde ich ungewöhnlich. Ich hatte das zwischendrin mal als ich äh… eben das gleiche wie direkt drüber ( :frog2: ), was sich aber vor ein paar Jahren wieder erledigt hat.
        Als Kind war mein liebstes Spiel im Garten in ’ner alten Plastikschüssel von meiner Oma zu „kochen“, indem ich Erde mit jeder Menge Wasser, Gänseblümchen, Gras und diversen anderen „Zutaten“ zusammenpampte – natürlich alles mit den Händen. :-)
        Katja schrieb letztens..Heidelbär-Käse-KüchleinMy Profile

      2. Stimmt, Muscheln sind nicht mehr ganz so angesagt… Unsere Große hat früher immer Schneckenhäuser gesammelt. Aber irgendwann – sie hatte mit ihnen im Wasser im Waschbecken gespielt – kamen da plötzlich Maden raus… *wimmel* … da war’s dann vorbei damit… Uääähks!!!

        :sick:

  3. Die Ostsee ist doch ein wahrer Schatz… man braucht sich nur ein paar Stunden ins Auto setzen, und schon kann man den ganzen Stress von Berlin hinter sich lassen und einfach die Natur pur genießen. Ich finde Muscheln sammeln ist dann beinahe schon wie eine Form der Meditation für mich, dabei kann ich total abschalten. Wir haben auch unsere Rituale, die wir jeden Urlaub wiederholen, nur bei uns ist es nicht der Besuch bei Marché, sondern ein leckeres Fischbrötchen sofort nach der Ankunft :-P

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