Analog + Digital = Hybrid

Man nehme eine in die Jahre gekommene analoge Spiegelreflexkamera (Canon EOS 300), lege einen topaktuellen, niegelnagelneuen Film der Marke Lomography ein (Color, ISO 800), gehe in den nahegelegenen Stadtpark, fotografiere … [..]… , scanne die entwickelten Negative mit dem hauseigenen Scanner (Epson Perfection V600 Photo) und fertig ist das Bild.

Eigentlich.

Aber nun ist der V600 kein Filmscanner wie dereinst ein Nikon Coolscan für Tausende Euro, sondern eben nur ein Flachbettscanner mit Durchlichteinheit, deshalb bearbeite ich die Bilder anschließend teilweise noch mit PSE 7. Gerade ein Film mit ISO 800 kann schon recht körnig daherkommen, da empfiehlt es sich, ein wenig nachzuarbeiten, mal mehr – mal weniger.

Hier ein Beispiel:

Links zu sehen ist das Bild, wie es aus dem Scanner kommt. Die Farben wirken hier recht kühl, und es ist ziemlich verrauscht. Einiges liegt sicher auch an meinen Scanner-Einstellungen, die sind noch nicht so „ausgefeilt“…

Ich entschließe mich also, hier etwas nachzuhelfen: Das Rauschen wird reduziert, außerdem dupliziere ich die Bildebene und ändere dann die Füllmethode auf „Weiches Licht“. Mittels „Hochpass“ wird leicht nachgeschärft.

Nun kommen Anpassungsebenen hinzu: Tonwertkorrektur, Farbton/Sättigung, Verlaufsumsetzung. Die Füllmethoden etc.  ändere ich, indem ich verschiedene, mir passend erscheinende, Einstellungen ausprobiere und schaue, wie das jeweilige Resultat daherkommt.

Über Bearbeiten -> Beleuchtung anpassen -> Tiefen/Lichter werden die Helligkeitswerte angepaßt.

Das rechte Bild zeigt das Ergebnis: Die Farben wirken insgesamt wärmer, die Atmosphäre finde ich ein wenig geheimnisvoll, genauso, wie ich es mir für diesen kleinen Bach, der durch einen Park führt, vorgestellt habe. Die Blüten der Rhododendren sind trotzdem noch gut zu erkennen und das Sonnenlicht und die Schatten wirken nun viel ausdrucksvoller als auf dem Original. Einige Stellen sind recht dunkel, fast schwarz, geraten, aber da sie trotzdem noch Strukturen erkennen lassen und sich ingesamt ins Bild einfügen, finde ich das nicht weiter schlimm, im Gegenteil.

So. Natürlich werden nicht alle Bilder gleich nachbearbeitet, bei manchen ist es fast nicht nötig, und nicht bei allen gefällt mir die Nachbearbeitung, so daß ich es oft auch wieder verwerfe.

Alles in allem aber macht es einfach Spaß, und das ist ja bekanntlich die Hauptsache. Und nun warte ich drauf, daß das PSE 8 Upgrade endlich billiger wird und ärgere mich gleichzeitig, daß wir nicht eher drauf gekommen sind, sondern uns immer mit Corel herumgeärgert haben.

Doch wir wollen meinem Rechner demnächst auch eine ordentliche Portion RAM spendieren… vielleicht.. vielleicht…läuft ja dann sogar mein Corel Painter wieder? Und vielleicht … wer weiß … würde Painter 11 auch besser mit Windows 7 zurechtkommen? Fragen über Fragen. Warten wir’s ab…