Auf Farbentzug

Darf man das? Darf man wehrlosen Blumen einfach so – so mir nichts dir nichts – die Farbe entziehen?

Gibt das nicht Schäden? Ist es womöglich ein Vergehen, ein Tatbestand?

Ist es nicht die Farbe, die das Wesen einer Blume ausmacht?

Ist es überhaupt noch eine Blume – so ohne Farbe?

Werde ich damit nicht zum Täter?

Die Blume – ein Opfer?

Ich denke – NEiN.

petunien_regentropfen_rahmen

petunien_regentropfen_rahmen_sw

Allerdings muß ich auch als bekennender Schwarz-Weiß-Freund zugeben, daß die ollen Petunien in meinen Balkonkästen, so ganz frisch vollgeregnet, Farben zeigen, die einfach der Wahnsinn sind…

Hätte mir das jemand vor – sagen wir mal – einem Jahr gesagt, daß ich einmal nicht nur Kräuter und anderes nützliches Gewucher anpflanzen würde, sondern fast ausschließlich nahezu zweckfrei vor sich hin blühende Blumen, und obendrein und um dem Faß den Zacken aus der Porzellankiste…egal,  nein, ich stiefele auch noch total begeistert mit meiner Kamera draußen herum, um buchstäblich Hunderte Bilder zu machen… hätte mir das jemand gesagt, ich hätte ihn vermutlich für verrückt erklärt…

10 Antworten auf „Auf Farbentzug“

  1. Also so ein wenig leid tun mir die armen farblosen Petunien ja schon! Die Farbversion ist einfach zu grandios als dass ich die s/w Version völlig schmerzfrei betrachten könnte. Vielleicht sollte ich das mal mit meinen probieren. Ich habe meine Blümchen alle blind eingekauft bevor zu sehen war, welche Farben sie mal haben werden und habe dieses Jahr nicht nur weisse Petunien sondern auch weisse Impatiens erwischt. Vielleicht nehmen die’s nicht so übel? teddy2:

    1. Na stimmt schon, diese Farben sind wirklich der Hammer… Aber es gibt auch vieles, was in Schwarz-Weiß oder Sepia oder ähnlichem erst richtig wirkt… dazu nutze ich auch gerne den SW-Effekt im Picasa, einfach nur um zu sehen, ob sich da was machen läßt.

      Allerdings mache ich die „richtige“ Schwarz-Weiß-Konvertierung dann mit Photoshop Elements o.ä. … ;)

  2. Hum. Lässt es sich in einfachen Worten erklären, was an der „richtigen“ Konvertierung anders und besser ist? Ich bin ja normalerweise nicht so fies, meinen Bildern ihre Farbe zu klauen ( :-D ), aber für das Stöckchen hab ich’s im Picasa getan, weil ich gar nicht gewusst hätte, wo und wie sonst. (Von Grafikprogrammen habe ich nämlich ähnlich wenig Ahnung wie von Fotoapparaten und vom Fotografieren.)

    1. Also ich fange auch erst an, mich damit etwas näher zu beschäftigen, unter anderem hab ich mir extra ein Büchlein zum Thema gekauft, weil ich viele meiner Bilder gerne in Schwarz-Weiß oder anderweitig monochrom haben mag.

      Ganz einfach ausgedrückt: ich kann bestimmen, ob zum Beispiel die (ehemaligen) Rottöne in meinem Bild eher hellgrau oder fast schwarz oder fast weiß oder in sämtlichen Abstufungen dazwischen dargestellt werden sollen. Das Gleiche gilt für die Grün- und Blautöne. Außerdem läßt sich der Kontrast zwischen den einzelnen Graustufen einstellen.

      Auf diese Weise bekommt man Bilder, die sich sehr stark voneinander unterscheiden können, obwohl sie ja alle „nur“ Schwarz-Weiß sind…

      Vielleicht bastele ich mal drei Beispielbilder aus einem Bild, um den Unterschied zu zeigen…

      Davon abgesehen: Picasa reicht für den Haus- und Bloggebrauch vollkommen aus, denke ich. Ich bebastele damit nach wie vor alle Bilder, die nicht in meinem Photoblog landen sollen, oder Schnappschüsse und meine Miniaturbilder für meine Blogartikel etc. .
      Außerdem hat es den großen Vorteil, daß es unheimlich schnell ist. Da kommt kein Organizer von Corel oder Adobe mit…

      :enti:

      1. Merci für’s Erklären! (Und auch für die Beruhigung, dass ich das eigentlich nicht brauche und Picasa es dahingehend auch tut.)

        Ich fände es in der Tat spannend, falls du irgendwann mal Lust und Ruhe hast, damit rumzuspielen. Ich „klebe“ bei so Fotodingen, glaube ich, noch ziemlich an der Realitätsnähe und würde mich nicht trauen, irgendwas zu verfremden. Das fühlt sich für mich fast an als würde ich versuchen, die Natur zu fälschen. Das ärgert mich manchmal echt, wenn ich sehe, was ich aus manchem Bild wohl machen könnte, wenn ich nicht so ’ne Nachbearbeitungsscheu hätte. :koala:

      2. Oh…. was das angeht… von Realitätsnähe bin ich mittlerweile weit entfernt… *irr-herum-kicher*

        Mir ging es auch erst so wie dir. Irgendwann las ich aber, daß das Bild (also das „normale“ JPG), welches aus meiner Kamera kommt, auch nur das Resultat einer wie-auch-immer-gearteten Herumrechnerei der Kamera selbst ist, und somit – mal mehr, mal weniger – weit entfernt von der „Realität“. Das war irgendwie desillusionierend.

        Seitdem mache ich zumindest mit meiner Großen nur noch Bilder im RAW-Format, die sind zwar größer, beinhalten aber alle Daten, die die Kamera tatsächlich „gesehen“ hat (also die Roh-Daten der Bilddatei).

        Diese Bilder sind bei Lichte betrachtet grau, fad, kontrastarm, langweilig. Und das ist auch gut so. Ich bin hier nämlich quasi „gezwungen“, die Bilder zu bearbeiten. Ähnlich wie in der Dunkelkammer, denn dort gibt es ja auch hunderterlei Möglichkeiten, Einfluß auf das fertige Bild zu nehmen (ich hab das gelesen, bis jetzt hab ich damit selbst noch keinerlei Erfahrungen… könnte sich aber demnächst ändern… ;) ).

        Seitdem „fasse“ ich also buchstäblich jedes einzelne Bild an, welches ich später „zeigen“ möchte. Und die Möglichkeiten sind schier atemberaubend… Ich bin immer noch jedes Mal begeistert, wenn dann plötzlich das fertige Foto „sichtbar“ wird.

        So. Genug geschwärmt. Muß weitermachen.. das nächste Bild bearbeiten…

        ;)

      3. Ah ok. Jedes einzelne Bild bearbeiten, puh. Dann verstehe ich umso besser, den Zeitaufwand, den es nach sich zieht, wenn du mal eben 50 Fotos auf dem Balkon knipst. Das ist dann sehr unterschiedlich zu dem, den es für mich nach sich zieht. Hmm, ich glaube, ich täte mir keinen Gefallen damit. Ich ließe sie vermutlich unbearbeitet und/oder würde weniger fotografieren. :roll:
        Bei mir klappt Fotos sortieren auch erst, seit ich sie direkt beim von Karte auf Rechner verschieben in Ordner verfrachte. Vorher waren die noch chaotischer.

        Im Fotolabor habe ich übrigens schon rumgespielt, machte mir irre viel Spaß. Ich hab über viele Jahre hinweg Zeltlagerbetreuung von Kindern und Jugendlichen gemacht, da hatten wir immer unser eigenes Fotolabor und haben direkt (s/w) entwickelt. Damals konnte ich’s noch nicht und habe nur die Handlangerdinge gemacht, fand’s aber schon toll. Später an der Uni habe ich ein Seminar drüber belegt. Da haben wir tolle Rumspielereien ausprobiert, Bilder nur teilweise mit Pipette mit Entwickler betropft, ’ne mit Creme beschmierte Glasscheibe über’s Fotopapier beim Belichten gelegt etc. Hach ja. Das würde ich irgendwann auch gerne wieder mal machen.

      4. Oh… prima, gut zu wissen! Davon hab ich nämlich überhaupt keine Ahnung, obwohl es mich schon als Kind immer interessiert hat!

        Dann weiß ich ja, an wen ich mich wenden kann, sollte ich demnächst irgendwann in naher Zukunft meinen ersten Film selbst versauen … äh.. entwickeln…

        Jippieh…! teddy2:

      5. Ich fürchte, wirklich weitergebbares Wissen ist da nicht viel hängengeblieben. Aber rumprobieren macht irre Spaß. :rabbit_smile:
        Wichtig ist nur nicht mit ’nem Film zu üben, auf dem die Motive einem lieb und teuer sind. 8-)

        *hektisch „wer hat an der Uhr gedreht“ vor mich hinpfeif, ’nen schönen Tag wünsch und mich endlich mal zusammenreiss, um in die Gänge zu kommen* :)

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