Frau Magrat sieht Rot

Als ich vor einigen Monaten zum ersten Mal einen Redscale-Film ausprobierte, fielen die Ergebnisse – sagen wir mal – ernüchternd aus. Damals noch mit meinem Lomography Supersampler, bevor ich ihn zermöhrt hatte.

Dieser besondere Film gilt als Kreativ-Film. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein und über Sinn und Unsinn läßt sich streiten, allerdings nicht mit mir.

Den lichthungrigen Lomo Redscale (ISO 100) mitten im lichtschwachen Winter und ausgerechnet mit dem Supersampler zu testen, erwies sich als recht hirnrissige Idee, macht aber nix, denn wenn ich eins gelernt hab, dann ist es die Tatsache, daß die nächsten Redscale-Bilder einfach nur besser werden konnten.

So leicht gebe ich nämlich nicht auf und vor einiger Zeit entdeckte ich den Rollei Nightbird bei Spürsinn. Als blutiger Anfänger las ich etwas von ISO 500-800 und dachte mir: Hey ho… das ist es, der braucht bei Weitem nicht so viel Licht, damit klappt es bestimmt besser!

Denkste.

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Und wer die ausführlichen Beschreibungen der Spürsinns gelesen und sich außerdem auch noch aufgeschrieben/kopiert/gespeichert/abfotografiert/gemerkt hat, der könnte daraus sogar echten Nutzen ziehen.

Hatte ich aber nicht. Gelesen, ja… Monate gingen ins Land… und alles war wieder … gelöscht.

Diesmal landete der Film in meiner Diana+, denn es gibt ihn dankenswerterweise auch als 120er Rollfilm. Immer darauf bedacht, den guten Film nur ja nicht überzubelichten, wurde eifrig geknipst.

Und erst, nachdem der Film entwickelt war und ich die Negative in den sprichwörtlichen Händen hielt, sah ich, daß ich vielleicht doch noch einmal einen Blick auf die Webseite hätte werfen sollen.

Aber – um es gleich vorweg zu nehmen – die Ergebnisse sind dennoch bei weitem nicht so mies ausgefallen wie damals (das war auch kaum möglich). Und nun weiß ich, daß auch und gerade beim Nightbird gilt: Licht, Licht und nochmals Licht. Na bitte. Wieder etwas gelernt…

Von den 12 Bildern des Films waren 6 etwas geworden. Ärgerlich, aber … nun ja. Diese 6 Bilder habe ich – da bin ich ganz ehrlich – mittels PSE7 dahingehend bearbeitet, daß ich jeweils die Bildebene duplizierte und ineinanderkopierte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und ich rufe auch noch fröhlich „Hybrid-Verarbeitung!“ hinaus… nur mal so.

Gefallen tun sie mir trotzdem ganz gut, zumal ich sie mit meiner Lomography Diana+ 20mm Fisheye Lens aufgenommen hab:

Was passierte nun mit den verbliebenen Lomography Redscale Filmen? Denn zwei hatte ich ja nun noch…

Den zweiten Lomography Redscale packte ich diesmal in meine alte, analoge Canon EOS 300. Und nun war ich mit dem Ergebnis schon recht zufrieden.

Der dritte und letzte Film des 3er Packs wartet derweil noch auf seinen Einsatz…

Hier noch einige Links zum Thema „Redscale“:

Redscale-Effekt unter der Lupe (Spürsinn-Gruppe)

Rollei Nightbird ganz genau erklärt (Spürsinn-Gruppe)

Rollei Nightbird 120 Farb-Negativfilm (Spürsinn-Shop)

Lomography Redscale 35mm (Amazon)

Meine ersten Versuche mit Redscale

8 Antworten auf „Frau Magrat sieht Rot“

  1. Mir gefällt ja “ Rollei Nightbird“! Klingt wie ein Long- :drink: .
    Die Frage, ob man für den Effekt nicht einfach den Schieberegler der Bildbearbeitung … ich sehe da solche Zeichen…:tod:+ :loser:

    1. Wie wir Inselbewohner sagen würden: NEVER. Es ist einfach nicht dasselbe. Und es wär zu einfach, gell? Schieberegler und so… nein, da fehlt der Nervenkitzel… glaube ich… :wurm:

      Und ja, das klingt toll:

      *cool-sprech*:
      „Hey, du da, Mann-der-hinter-dem-Thresen-steht, ich nehm noch so einen Rollei Nightbird… :drink:
      *schlurk-und-schütt*

      1. Aber daß die analoge Photographie ausstirbt, stimmt nicht, es gibt heute mehr Filme :film: , mehr Entwickler-Zubehör etc. als z.B. vor 20 Jahren… (habe ich bei Spürsinn gelesen.. ;) )… naja, und der Analog-Käse hält sich sicher auch noch eine Weile..
        :sick:

    1. Oh, danke dir, schön, daß sie dir gefallen! :)

      Hast du auch mein doppeltes Mittelkind entdeckt? Da hatte ich versehentlich doppelt belichtet….

      :enti:

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