Die kleinen Dinge…

… des Lebens werden ja oft im Zusammenhang mit wahrem Glück, mit Freude, mit dem Wichtigen und Wesentlichen genannt. „Oft sind es die kleinen Dinge, die einem Freude bereiten…“ und so weiter und so fort.

Aber nu frage ich mal: was bitte ist mit den anderen kleinen Dingen? Diese kleinen Momente, die einem das Leben schwer machen? Die dazu führen, daß man an sich zweifelt, daß man nix auf die Reihe kriegt?

All diese Irrungen und Wirrungen, die Schusseligkeiten… was ist denn damit, bitte?

Wenn man zum Beispiel – nach einem anstrengenden Tag mit Kinderarztbesuch und leichter Migräne – wenn man dann endlich(!) daheim am Rechner sitzt, die kurzen Beine lang macht, zur Ruhe kommt und versehentlich auf die Uhr schaut und es einen durchfährt – der flüchtigen Berührung elektrostatisch aufgeladenen Haares eines Kindes, welches gerade aus der Plastikrutsche bei McDonald’s herausgesaust kommt, gleich –  und man dann wieder weiß: in genau 10 Minuten(!) beginnt die wichtige, die allererste, die wirklich wichtige Elternversammlung der neuen Erstklässler, zu denen ja dieses Jahr auch unser Mittelkind gehört.

Wenn man es schafft, sich zwei(!) Tage lang zu merken, daß am Mittwoch Frühlingsfest ist und die Kinder da kein Frühstück mitbringen müssen, und man stolz ist, daß man diesmal dran gedacht hat und dann aber vergißt, daß das zwar durchaus für den Kindergarten der Jungs, nicht aber für das Gymnasium der Großen gilt, die dann – schon fast zur Tür hinaus – nach ihren Brotbüchsen fragt und man dann nur mit einem verwirrten Schulterzucken antworten kann…

Wenn man dann eine Stunde später das Frühstück in die Schule bringen möchte und glaubt, listig, ja geradezu fuchshaft zu sein, indem man sich nicht, wie mit dem großen Kind abgesprochen, auf den Schulhof stellt, sondern in die Nähe der Turnhalle, weil man ja schließlich weiß, daß die Kinder mittwochs immer Sport in der ersten Stunde haben und man dann dort steht und wartet und niemand kommt, weil das eben nicht mittwochs, sondern immer montags ist, bis man dann schließlich – wiederum rein zufällig – ein Mädel aus des Tochterkinds Klasse erkennt, sie schnell anspricht und sich dann herausstellt, daß das eigene Kind zwecks Übergabe der Brotbüchsen – wie abgesprochen – längst auf dem Schulhof steht, bei eisigen Temperaturen und Regen.

Wenn man dasselbe Kind am frühen Morgen auffordert, nicht mit der kurzen, dünnen Radlerhose und kurzem T-Shirt in die Schule zu gehen, weil sie angesagt haben, daß es kalt, windig und regnerisch wird und sogar schneien könnte und man dann nur ein „Ja, ja – ich ziehe gleich eine Hose an, die über das Knie reicht… pah… Schnee…pfff…“ als Antwort bekommt und man dann feststellt, daß das Kind tatsächlich eine solche Hose angezogen hat, die nicht direkt ÜBER, sondern direkt UNTER dem Knie endet und auch tatsächlich so in die Schule geht.

Dann zweifelt man doch ein wenig, oder? Dann frage ich mich immer, ob nur mir das so geht. Andere Mütter bringen, wie ich heute erst wieder feststellen mußte, ihre Kinder mit ins Gesicht gemalten Marienkäfern und Blümchen zum Frühlingsfest. Nicht, ohne vorher noch einen frühlingsfrischen Blumenstrauß besorgt zu haben. Was ist da los? Was sind das für Leute, die an so etwas denken? Und die vorallem ZEIT für so etwas haben, am frühen Morgen?

Ein Mirakel, nicht?

Wie gesagt – die kleinen Dinge…. Und jetzt werde ich erst einmal meinen Handy-Wecker stellen, der mich nachher daran erinnert, die Jungs rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen… (nicht, daß ich es schon einmal vergessen hätte, aber wer weiß…?)

6 Antworten auf „Die kleinen Dinge…“

    1. Oh… es ist ja nicht so, daß ich Kinder nicht mag (bloß gut durch müssen sie sein).

      Aber dieses Chaos, dieses Durcheinander, dieses Schräge,Verrückte! Und dann noch auf fremde Kinder aufpassen?

      :rotfl:

  1. Ich glaube, das einzige, was dir ein wenig fehlt, ist eine gebündelte Struktur. Du brauchst einfach nur ein Handy mit vernünftiger Organizer-Funktion, da planst du dann im Voraus strukturiert die Tagesabläufe und… Moment, das kostet im Endeffekt ja auch nur wieder Zeit *grrr* Mal abgesehen von den ganzen kurzfristigen Unwägbarkeiten des Lebens – vergiss das Handy.

    Ich glaube, das einzige, was dir ein wenig fehlt, ist ein Assistent. Jawohl, jemand, der dir zur Seite steht, für dich an die „unwichtigen Kleinigkeiten“ denkt, entsprechende Dinge auch schon vorbereitet und/oder in die Wege leitet und… hm… kostet natürlich ne Stange Geld. Noch mehr, als ein praktisches Handy mit Organizer-Funktion – vergiss den Assistenten.

    Ich glaube, das einzige, was dir ein wenig fehlt, ist eines deiner Kinder, dass du zum Assistenten umerziehst. Die sind doch jetzt noch in einem „formbaren Alter“, da müsste doch was zu machen sein. Mit der richtigen Taktik macht denen das vielleicht sogar Spaß und… wie? Dir zu ähnlich? Hm… naja – vergiss den Kinder-Assistenten.

    Ich glaube, das einzige, was dir ein wenig fehlt, ist… Zeit? Na, in dem Fall: mach dir keine Sorgen, das ist ein allgegenwärtiges Problem. Habe ich auch… gerade jetzt… in diesem Moment… deswegen bin ich jetzt auch fertig mit dem Kommentar hier… Tschüß :D

    1. Hihi..ja. genau. :giggle:

      Das einzige, was mir im Moment tatsächlich fehlt, ist mein lieber Mann, der sonst ja meist von Zuhause aus arbeitet und nur diese Woche tagsüber nicht da ist. Und schon versinke ich hier im Chaos… nein, so schlimm ist es ja nicht, bis jetzt gehts, und diese Schusseligkeit, die ist mein ständiger Begleiter… ich kann es also nicht darauf schieben… ;)

      Grundsätzlich helfen ja oft Listen. Jedenfalls mir. Wenn man nicht vergißt, drauf zu schauen, wie es mir leider oft passiert.

      Ich könnte mir auch gut einen Begleit-Hund vorstellen. Aber Hunde hatte ich früher, und auch die waren recht durchgeknallt… Sollte also nicht der Herr dem Hund, sondern der Hund seinem Herrchen immer ähnlicher werden? Möglich wär’s… :dog:

      So, lieber Sascha, und bevor ich mich jetzt noch ganz verhaspele und nachher doch noch vergesse, die Rüben abzuholen, mach ich jetzt… Schluß.

      :frog2:

      1. Du meinst, es liegt an mir, dass meine Hunde total durchgeknallt sind? :-))
        Immerhin erinnert mich Frau Hursch immer daran, dass sie ihre Tabletten braucht, der reinste Sekretärinnenhund. Tja, wenn man die Pillen in lecker Frolic verpackt, geht so was gut…

      2. Oh nein, selbstredent NICHT, zukünftige Weltherrscherinnen sowie Sekretärinnenhunde sind davon ausgenommen (wer hätte gedacht, daß ich sowas mal schreiben würde… *grübel* )!

        Und ja, in Frolic, das geht gut. Meine haben Tablettchen immer in eine Schmelzkäse-Ecke gedrückt bekommen… mmmhh… die waren ganz verrückt danach…

        :dog: + :pill: => :yes:

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