Magrat on Tour

Winter. Draußen. Jahreszeitlich bedingte Kälte, welche mich zwingt, einen drei Meter langen Schal sowie Handschuhe zu tragen. Mit Handschuhen kann man jedoch keine Kamera bedienen. Schade. Also Handschuhe wieder aus. Knips-knips-knips…

Mist. Die Hände versagen den Dienst und entscheiden sich stattdessen lieber dafür, höllisch wehzutun. Und zwar mir. Und zwar richtig.

Handschuhe wieder an. Die beiden umgehängten Kameras dümpeln nun sinnfrei herum, der Gurt der alten Canon versucht inständig, sich um die Diana zu schlängeln, natürlich möglichst so, daß auch noch der Auslöser gedrückt wird.

Da! Ein Motiv! Handschuhe wieder aus. Kameras an. Beide. Heute ist Analog-Tag. Auf daß die Filme voll werden.

Wo es nun langgeht – fragt mein lieber Mann. Ach ja, richtig, heute die Abkürzung, kenne ich noch aus alten Zeiten, war damals meine Hunderoute. Also dort drüben… ich zeige vage in die Richtung. Ja, Weg ist da, erkennbar an den Stufen. Die Spuren im kniehohen Schnee lassen erkennen, daß diese Abkürzung nur Rehen und Hasen gut bekannt ist. Mein lieber Mann erzählt unserem Jüngsten leise etwas von „abenteuerlichen Wegen, die die Mama so bevorzugt“…

Die Abkürzung endet in einer Art verschneitem Graben, kein Problem für mich und meine Schnürstiefel. Nachdem ich zum zweiten Mal aus- und damit auch abgerutscht bin, verkünde ich fröhlich, jetzt doch besser wieder umzukehren. Gut, daß ich mich mit der unbehandschuhten Hand im eisigen Schnee abstützen konnte.

Aber so schnell geb ich ja nicht auf. Handschuhe wieder an.

Und so geht das weiter…

Magrat'sche Schnürstiefel
Magrat'sche Schnürstiefel

Bilder von der Tour gibt es – sagen wir mal – morgen. Oder jetzt gleich auf meinem Photoblog.

16 Antworten auf „Magrat on Tour“

  1. Ist ja so: Entweder war es nicht kalt, oder aber die Kameratechnik hat sich entwickelt. Ganz klar!
    Denn einst, in Moskaus Winter, wollten die um die Hälse baumelnden Kameras von einigen unserer Reisegruppe nicht so recht.
    Stichwort: Frost !
    Nur einer, top ausgestattet mit einer /2big.at/yin , war mit dem lässigen Griff in die Innentasche stets auf der Höhe des Geschehens. Rate wer!:blushin:

    1. Also „kalt“ ist ja so ein relativer Begriff. Ich fand es fürchterbar kalt, aber die Kameras…

      Andererseits… die Diana+ geht vermutlich erst dann nicht mehr, wenn es kalt genug ist, daß all die Plaste (=Plastik) spröde wird und einfach zerbröselt.
      Die alte Canon, wobei „alt“ jetzt mindestens genauso relativ ist, ging noch prima, aber reagiert vielleicht schon ein wenig verzögert.

      Da fällt mir ein: kann man „relativ“ steigern?

      :nerd:

    2. Hälfte vergessen:

      russischer Winter ist natürlich tatsächlich relativ kalt… und diese Kamera? Die sieht interessant aus! Komisch, ich sehe grad, der Link geht gar nicht da oben, hab ich den zerstört?

      Gleich mal schauen…

      1. Hihi, haha! Jugendweihe eher nicht. Und aus der Kirche war ich auch schon seit Beginn der Lehre raus. (Kostet heute hier 32€. Der Austritt, auch wenn man nie eintrat, cleveres Pack). .

        Hieß „Studienreise“. War günstig. 5,5 Tage VP, Flug ab Schönefeld, Eintritt frei hier und da, (Ausnahme Eishockey) , Dolmetscherin, Stadtrundfahrt = 450 DM.
        Die Botschaft der UdSSR hatte über die UNI in Bonn …und von da…per MSB …via UNI Duisburg… und dann eines Abends inner Kneipe fragte Kuddel, ob wer mit will, nach Leningrad. Dachte man, der sei schon dicht wie tausend.., ach nee. Das war aber 2 Jahre vorher. DA! ist es mitunter kalt, bei Wind vom Meer, aua!
        Und hätten die nicht das AKW kaputt gemacht, wären Kiew u. Odessa (Sommer!) auch noch dran gekommen.
        Mist: Kein Trostwodka hier…dann: :coffee:

      2. Najaaaaa… Jugendweihe… gab es ja in diesem Rahmen gar nicht, ich vergaß, und aus dem Alter warst du also auch schon raus.

        Hah! Jugendweihe wurde hier im Ort erfunden, nicht zu glauben! Aber egal.

        Und Kuddel? Kenne nur einen Kuddel, nämlich diesen her: http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_von_Holst , aber da liege ich wohl wieder weit – WEEEIIIT! – daneben. Obwohl… muß ja auch Leute geben, die ihn kennen, also warum nicht… *grübel*

        Freundschaft zur Sowjetunion – Herzenssache aller! … aber mit DM war man dann sicher NOCH herzlicher zu euch.. da konnten wir nicht mithalten. Elendes Alu-Geld…

        Dort, in Moskau, war mein lieber Mann auch schon, ich aber nicht. Dafür hatte ich eine russische Brieffreudin… Haaach, da müßte ich direkt mal einen Artikel zu schreiben…

        [Memo an mich: Mappe mit Tanjas Briefen raussuchen und scannen!]

        Druschba! Ach, kein kyrillisch zur Hand…

        Dann so: :highfive:

      3. Naja, DM waren ja nur in der ollen Hotelbar zu gebrauchen, sonst war der Alltag ja billig mit Kopeken zu gestalten.
        Und es wurden ja auch nur solche als Nicht- Bruder- Staat- Exoten erkannt, die solche Kunstfaser- Skijacken wie auf dem Foto trugen. Hatte ich nicht, das bedeutete mehr Ruhe auf der Straße. Die Plastikjacken hätten verkauft werden können, aber mit mehr Geld wieder raus als hin, das wäre taktisch unklug gewesen. Hätte wohl „Verlängerung“ bedeutet.
        Auch seltsam, wenn Pelze gegen Plastikjoppen- Müll getauscht werden sollen, können, möchten.

        Hier ist nach Baby Pause auch wieder was los, guxtu:
        http://manusmoskau.wordpress.com/

        Und Kuddel ist lokal.

      4. Nach jahrelangem „Freundschaftzwang“ und „SU-Hype“ mochte ich von dem Land eine zeitlang nix mehr hören. Russisch als Sprachfach wurde baldmöglichst abgewählt und trotz mehrjährig sehr guten Russisch-Zensuren ist es mir gelungen, die Sprache fast komplett zu verdrängen.

        Das ging erstaunlicherweise so weit, daß ich kaum mehr in der Lage war, diese Sprache zu lesen…

        Ein Fest für jeden Psychoanalytiker…

        Dank der regelmäßigen .ru-Spams konnte ich das aber schon wieder ein wenig auffrischen…

        [Memo an mich: Roten Stern-Smiley basteln]

  2. Fällt mir noch ein, zur Völkerfreundschaft:
    Das Zugehen der Menschen in Leningrad!, da noch mehr als in Moskau, auf Touris, die schon am Metro- Ausgang ahnen, daß Touri fragen möchte, aber nicht so toll kann….sowas sucht(e) man nicht nur in Paris vergebens.

    Aber eine US- Touristin, die meinte, in Paris ! am Eiffelturm!! Europa als die Dienstleistungsfiliale der USA
    erleben zu können…ich konnte sie schon länger beäugen,
    dann kam sie, SIE, und befahl: „Change money!!!“
    »Rubel, Rubel?« wollte sie nicht…Man muß die Amis nur erziehen…aber in dem Moment NICHT knipsen.. :pissedoff:

    1. Затем они пришли, и приказал: „Изменения деньги!“
      „Рублей, рублей?“ Она не … Вы должны просвещать американцев только в момент …, но не принимают фотографии ..

      ~~~~~~~~~~~~~~~

      Haach, toll, dieses neue Übersetzungsplugin…

      Aber lustig, die Amis… und all die anderen…

      Naja, ich bin ja nicht so der Reisende… Mit dem Finger auf der Landkarte, ja, aber sonst…
      Bin mehr so hier: :wurm:

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