Kennen Sie… Ubongo?

Wahrscheinlich schon.

Bis vor kurzem herrschte ja hier so eine Art „Gesellschaftsspiele-Verbot“. Aus dem einfachen Grund, daß kleine Kinder mit den meisten Spielen noch nichts anfangen können. Sie auseinander pflücken – ja. Alles in der Wohnung verteilen, kleine Teile wahlweise zernagen, ansabbern, verschlucken oder einatmen und was immer danach noch übrig ist, verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

Will man nur mit den größeren, älteren, vernünftigeren Kindern spielen, hat man zwei Möglichkeiten:

a) man wartet auf den unwahrscheinlichen Fall, daß das jüngste, noch nagende und alles verstreuende Kind einmal nicht in der Nähe ist

– Was wiederum bedeutet, man wartet, bis es schläft, kann dann aber erst kurz vor Mitternacht mit den anderen beiden Kindern spielen. Indiskutabel, nicht wahr?

– Alternativ käme noch der unausweichliche Krankheitsfall infrage, der jedoch sowieso meist das Jüngste betrifft oder eben gleich alle Rüben. Nahezu aussichtslos, sehen Sie?

b) man spielt trotzdem und appelliert immer wieder an die Vernunft und Einsicht des kleinsten Kindes und versucht überdies, es abzulenken

– Was wiederum bedeutet, daß man sich nun doch wieder mehr mit dem Jüngsten beschäftigen muß, während die beiden Größeren auf der metaphorischen Strecke bleiben.

– Man sieht ein, daß weder der Appell an Vernunft und Einsicht noch fuchshaft schlaue Ablenkungsmanöver effektiv sind, da das Jüngste mit hoher Wahrscheinlichkeit  noch viel schlauer ist als wir und noch ehe wir es bemerken, das komplette Spielfeld leergefegt und alle Spielfiguren unwiderruflich durcheinandergebracht hat, so daß das Spiel an dieser Stelle einfach mal beendet ist.

Daher also: Gesellschaftsspiel-Verbot. Wie gesagt, bis vor kurzem.

Denn zu Weihnachten zog ein waschechtes Familienspiel bei uns ein: Ubongo. Zugegeben, der Hauptgrund waren die schönen Farben und Motive im afrikanischen Stil, die es Frau Magrat angetan hatten:

Aber auch die Tatsachen, daß es hier in erster Linie darum geht, mit bestimmten Teilen eine bestimmte Fläche zu belegen und daß obendrein „Edelsteine“ die Belohnung waren, ließen das Spiel kurzerhand in den virtuellen Warenkorb wandern. (Okay, der reduzierte Preis tat ein Übriges… )

Und da das Jüngste nun bald 4 und schon mächtig einsichtig und vernünftig und… Naja.

Wir haben jedenfalls schon zweimal „Ubongo“ gespielt mittlerweile. Es macht Spaß. Es ist kein albernes Spiel. Nicht dümmlich oder kitschig. Einige der Spielregeln haben wir etwas gelockert, damit der Spaß nicht zu schnell verloren geht, denn es ist doch recht anspruchsvoll, zumal wenn man noch keine 8 Jahre alt ist, wie das Mindestalter auf der Spielpackung lautet.

Aber läßt man dann die Sanduhr weg und spielt nicht gegen die Zeit, dann schaffen es alle. Der Jüngste sitzt derweil neben mir und darf „mitspielen“. Würfeln, wenn ich an der Reihe bin, die Edelsteine einsammeln (gut, das macht er sehr…. unkonventionell) und irgendwann verliert er das Interesse und widmet sich lieber seinem Lego.

Natürlich haben mein lieber Mann und ich das auch schon gegeneinander gespielt. Dann natürlich mit Zeit und der schwierigeren Variante, nämlich ein größeres Feld mit 4 statt mit 3 Teilen zu belegen. Das macht Spaß und geht ziemlich zügig!

Ubongo - Edelsteine

Ubongo - Spielfeld

Und langsam, so ganz langsam… spiele ich sogar mit dem Gedanken, daß das nicht das letzte Gesellschaftspiel gewesen sein könnte…

Was spielen Sie-da-draußen denn so? Ich bin sicher, bei den meisten wird es kein wie-auch-immer-geartetes Verbot geben und Sie haben eine Menge Tipps für mich… Bin schon gespannt! :-)

5 Antworten auf „Kennen Sie… Ubongo?“

  1. Gesellschaftsspiel??? Moment, muss ich mal kurzu nachschlagen… achso, ein Multiplayer-Game. Naja, die Grafik haut einen ja jetzt nicht gerade vom Hocker – aber so kommt immerhin ein schöner Retro-Effekt zustande :D Und diese Sanduhr… sieht nach innovativen, neuen Eingabesystemen aus ;) Wie, keine speziellen Soundeffekte? Dabei würde 8-Bit so gut zur Retro-Grafik passen.

    Wie sind denn die Systemvoraussetzungen?^^

    1. Hihi… ja… also Systemvoraussetzungen wären folgende:

      OS: Ubungu (aktuelle Linux-Distribution)

      RAM: 3 KB (Kinderbyte)

      HDD: erforderlich 2 EB (Elternbyte)

      Grafikauflösung: bunt

      Audio: laut

      :frog2:

  2. Hach ja. Ich spiele furchtbar gerne Monopoly, immer schon, aber mit mir will keiner spielen. Ich kann ja auch nichts dafür, dass ich immer die Schlossallee ergattere.

    Mein Highlight auf ewig bleibt der Klassiker Mensch-ärgere-dich-nicht. Das habe ich mit meiner Omi stundenlang unter großem Gelächter gespielt, auch noch als erwachsener Mensch. Als ich klein war, gabe es aufregenderweise manchmal sogar einen Groschen. Ich habe nie wieder einen Menschen erlebt, der sich wie ein kleines Kind gefreut hat, wenn sie gewann und sich aber genau so herzlich und aufrichtig freuen konnte, wenn ein anderer gewann.

    1. OH. Monopoly. Ausgerechnet. Das mag ich nun gar nicht… :blushin:

      ABER: Mensch-ärgere-dich-nicht hat auch bei uns Tradition. Damit verbinde ich ein paar wunderschöne Erinnerungen.
      In meiner Familie wurde das auch oft um Pfennige gespielt (und ab und an wurde das Spielbrett vor Ärger zerrupft oder flog in den Ofen – es ging wohl oft heiß her!). Das war allerdings „vor meiner Zeit“.

      Die Beschreibung deiner Oma erinnert mich sehr an meine Lieblingstante.
      Sie kann sich diebisch freuen (und dabei wie eine Hexe lachen – und heute erwische ich MICH dabei, so vor mich hin zu feixen und laut zu kichern, echt gespenstisch) und sich trotzdem auch über den Sieg der anderen freuen.

      Und mittlerweile kann ich das sogar mit dem Kleinsten spielen… ;-)

  3. Hallo

    Haben Ubongo auch am Wochenende das erste mal gespielt und muss sagen als 8 jährige/r oder jünger hätte ich vermutlich absolut keinen Spaß an dem Spiel.

    Allerdings ist es gar keine so schlechte Idee die Regeln ein wenig zu lockern, denn die 50 Sekunden kommen einen dann doch meist kürzer vor als sie es eigentlich sein sollten. :)

    Lg,
    Markus

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