Dunkelgrau

1. Das Leben ist dunkelgrau
– Ich hätt‘ es ja lieber blau –
doch dann und wann
fängt es plötzlich an,
da ziehen plötzlich zuhauf
am Horizont Wolken auf.

Traum-Schwein-Traum

2. Die eine schaut aus wie ein Schwein
– nur paßt oben nichts rein?
Da fällt es mir ein:
Es scheint keins zum Sparen zu sein.
Stattdessen – man kann es von unten sehn –
hat’s unten die Öffnung  – das kann ja nicht gehn!
Es ist auch nicht rosa, nicht pink oder blau,
es ist – wie der Rest – ganz dunkelgrau.

3. Ich wende mich ab, ich weiß nicht, wohin.
Wohin ich auch gehe, nichts hat mehr Sinn.
Um mich herum nur noch graue Gesichter,
wohin ich mich wende – erloschene Lichter.
Der Abend naht, es wird langsam kalt.
Vor mir liegt der graue Wald.
Die grauen Bäume laden mich ein,
um sie herum ein seltsamer Schein.
Ist es ein Feuer, ist es Licht?
Ist’s Phantasie? Man weiß es nicht.

4. Da bricht aus dem grauen Unterholz
ein Schwein hervor, das voller Stolz
an mir vorbei lief, als ich sah,
daß DIESES Schwein das Sparschwein war!
Zwar… dunkelgrau war’s ebenfalls,
mit rosa-grau gestreiftem Hals.
Das kam mir auch erst komisch vor,
doch dacht‘ ich weiter nix, ich Tor…
Stattdessen hub ich an zu singen,
das Schwein zu Fall damit zu bringen.
Denn im Innern hört‘ ich’s klimpern!
(Klimpern Schweine mit den Wimpern?)

5. Das muß Geld sein! – dacht‘ ich mir.
Ich fang dich ein, du liebes Tier!
Auf daß das triste Dunkelgrau
sich wandle in ein lichtes Blau.
Ich wetze, laufe, springe nun,
flatt’re herum als wie ein Huhn.
Gleich hab ich’s! – Rühr dich nicht vom Fleck!
Da ist das Schwein auf einmal weg.

6. Oh Graus! Wie konnte das passieren?
Ich krieche nun auf allen Vieren.
So nah das Glück, fast hatt‘ ich Schwein.
Doch es hat nicht sollen sein.
Ist’s nun vorbei, war das das Ende?
Mein Blick schweift über das Gelände.
Schweift hoch hinauf nun bis zum Himmel.
Was ist denn dort für ein Gewimmel?
Die eine Wolke kenn‘ ich doch!
Grau-rosa Streifen hat sie noch!
Da hör ich kurz Geklimper
und zucke mit der Wimper.

7. Ich schleiche leise übers Gras,
da vorne, vor mir, liegt doch was?
Ich beuge mich ganz leise,
um auf diese Weise
den Klimp’rer zu entdecken,
da unten, in den Hecken.
Plötzlich halt ich’s in der Hand.
Eine Brille! Wohlbekannt!
Oh rosarote Brille, meine!
Ohne dich sah’n alle Schweine
dunkelgrau aus! Auch mein Leben!
Kein Wunder, daß ich so daneben
war, in allen Wolken, gar im Walde,
nur Dunkelgrau zu sehn, das kalte!

8. Jetzt sitzest du auf meiner Nase
und ich lieg‘ im grünen Grase.
Lasse meine Blicke schweifen
über blaue Wolkenstreifen.
Rote Blumen, gelbe Sonne,
Wasser in der Regentonne,
und gelegentlich mal Schwein,
ein wenig rosa, nicht zu klein,
Das Leben ist doch wunderschön
– durch’s rosarote Glas besehn!

4 Antworten auf „Dunkelgrau“

  1. Das soll mir „durchgegangen“ sein? Seltsam … Es ist natürlich toll, das Gedicht. Ein Gedicht, sozusagen ;-) *Notiz: ich muss hier kritischer werden*

    Im Ernst: Da sind einige wunderschöne Zeilen dabei *Rose-überreich-Smiley*

    Liebe Grüße!

    1. Na, dann war es ja gut, daß ich das Gedichtlein heute noch einmal ausgebuddelt habe… {#emotions_dlg.teddy2}

      Ich freu mich natürlich sehr, daß es dir gefällt… auch wenn immer häufig gelegentlich einmal auch eine gehörige Portion Beklopptheit Eingang in meine Gedichte findet… ;) *errötend-Rose-entgegennehm-Smiley*

      Liebe Grüße…

       

       

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