Projekt 42 | „Kleider“

Ich weiß, es ist schon ein Weilchen her.

Es ist ein Weilchen her, daß ich a) den Zement-Blog entdeckt hab und b) das dort quasi erfundene Projekt 42 nicht nur FAND, sondern auch noch GUT und c) daß ich mit vor Eifer glühender Tastatur dort schrieb: JA! Ich bin dabei.

Dann gingen Wochen ins Land, Monate ganz und gar… Immer den Zement-Blog im Hinterkopf (das kann unangenehm sein, sowas!).

Bald stand ein neues Thema fest: „Wärme“. Haach – Wärme, das ist doch was für mich! Dachte ich. Als Frierkatze und Mensch ohne eigenen Kreislauf bin ich ja praktisch immer auf der Suche nach geeigneten Wärmequellen… aber ach. Die Weihnachtszeit machte mir auch diesmal einen dicken Strick durch die sprichwörtliche Rechnung.

Immerhin aber hatte ich nun schon den Zement-Blog in meiner Blogroll verlinkt.

Jetzt aber:

„Kleider. Des Kaisers neue Kleider. Kleider machen Leute. Kleider supergünstig.“

„Was fällt dir spontan ein, wenn du das Wort „Kleider“ hörst?“ – fragte ich meine Große. Die Antwort kam prompt: „Kleiderbügel.“

Und was fällt mir beim Wort „Kleiderbügel“ ein? Richtig. Ich habe sofort das Bild vor meinem inneren Auge, wie unser Mittelkind schlangengleich durch einen Kleiderbügel schlüpft. Können Sie sich das vorstellen? Nein? Das dachte ich mir.

Nun, mittlerweile schafft er das glücklicherweise nicht mehr, das wäre auch bedenklich.

Kleider im weiteren Sinne von „Kleidung“ haben natürlich einen großen Stellenwert für eine 5-köpfige Familie. Die Kinder wachsen aus allem heraus, ehe man sich’s versieht. Die Kleider der großen Schwester kann man zwei kleinen Brüdern nicht vererben, der Jüngste ist fast so groß wie der Mittlere und möchte auch so AUSSEHEN wie dieser, also wird nun alles doppelt gekauft.

Kleider machen Leute. Dieses Sprichwort bekommt eine ganz neue Bedeutung, wenn der Jüngste sich Mamas T-Shirt schnappt und damit durch die Wohnung zieht: „Ich bin jetzt eine Mama!“ – verkündet er stolz. So einfach geht das nämlich. Am nächsten Tag schon kann er ein Papa sein, das ist nicht schwer, nur schnell ins große weiße Hemd geschlüpft, fertig.

Papas weisses HemdFür Kinder ist das so einfach. Seit Menschengedenken probieren Mädchen die Kleider ihrer Mütter an, versuchen kleine Jungs, in den großen, schweren Schuhen ihrer Väter ein paar Schritte zu wagen – oder umgekehrt.

Kippelig fühlt sich das an. Ungewohnt. Aber auch so aufregend! So groß will man irgendwann sein! Erwachsen!

Dann, ja dann, denkt man sich als Kind. Dann kann ich all die tollen Dinge tun, lange aufbleiben, Fernsehen bis spät in die Nacht, Kaffee trinken wie die Mama oder ein Bierchen wie der Papa… Dann! Wenn mir all diese Kleider erstmal passen, dann bin ich groß. Dann wird alles anders.

Dann… dann kommt die Mama rein. „Hast du schon wieder meine Kleider anprobiert?! Und wie sieht das jetzt aus, da hinter dir, im Schrank? Wie oft habe ich dir schon gesagt…..“

Und dann zieht man sie wieder aus. Die Kleider. Die Schuhe. Dann ist man wieder klein. Ein Kind.

Aber morgen…

Morgen!

9 Antworten auf „Projekt 42 | „Kleider““

  1. Ein wunderschöner Beitrag! Man kann sich richtig in die Augen eines kleinen Kindes hineinversetzen, das sich ein Glas Apfelsaft schnappt und es neben dem großen Papa auf dem Sofa trinkt wie er sein Bier. Und genauso kann man sich den Blick des kleinen Kindes vorstellen, wie es neidisch zum Papa hochschaut und denkt: So groß will ich auch mal werden. Du beschreibst postkartenreife Bilder.

    1. Hallo Jan,

      herzlich willkommen hier!
      Ich freu mich, daß dir mein erster Beitrag für dein Projekt 42 so gut gefallen hat… :frog:

      Jetzt bin ich auf die Beiträge der anderen Teilnehmer gespannt. Und natürlich auf das nächste Thema…

      ;-)

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