Erforscht: Bloggen und seine Nebenwirkungen

Einige Male schon hatte ich mir Gedanken gemacht.

Welche bislang unerforschten Auswirkungen könnte regelmäßiges Bloggen haben? Gibt es Neben- oder Wechselwirkungen? Ist bereits etwas über die Langzeitanwendung bekannt oder gibt es gar direkt meßbare Veränderungen der Hirnströme?

Ist es bereits eine direkte Folge des täglichen oder doch nahezu täglichen Aufschreibens, Notierens, Revisualisierens all der Dinge, die einem stets und ständig begegnen, die einen beschäftigen, die normalerweise, wenn überhaupt, bislang in unseren Träumen sortiert, selektiert, modifiziert wurden, daß man jedes aktuell Erlebte, jedes akut Durchlebte, sofort auf seine Eigenschaft als potenzieller Blogbeitrag auskultiert?

Alarmierend auch die kumulative Sucht nach Analyse-Tools und Statistiken. Ist der Laptop endlich aus, liegt das Handy schon bereit. Dank Datenflat und hauseigenem WLAN kann man nahtlos überwachen, ob wer wann welchen Blogbeitrag angeschaut, kommentiert oder weggeklickt hat. Heute nur so wenig visitors? Was ist bei den pageviews los? Auch die recent searches zeigen, daß größtenteils Kranke und Perverse auf die Seite finden, Zeit also, wieder einmal einen Kulturbeitrag zu bringen?

Bedenklich, wenn man abends vor dem Fernseher, während einer Doku über Käseherstellung, peripher auch die am unteren Bildrand eingeblendeten News wahrnimmt und ständig darauf wartet, daß die dort gezeigte Zahl – der Blogbesucherzahl gleich – doch endlich ansteigen möge, bis man dann endlich mitbekommt, daß dies die Zahl der an Bord befindlichen Passagiere ist, der Maschine, welche um Haaresbreite in die Luft gesprengt worden wäre.

Was aber passiert mit den Lesern eines Blogs? Ja – ganz und gar mit den Besuchern, die für Frau Magrat immer wieder so herzliche, lustige, kreative, hilfreiche Kommentare dalassen?

So schickte mir die herzensgute Frau Quadratmeter vor wenigen Tagen den Link zu diesem, hier unten zu sehenden, Bild, welches den Stuhlsumpf darstellt, über den ich kurz zuvor gebloggt hatte.

Wenn meine Beiträge in den Köpfen meiner Leser solche Bilder entstehen lassen… ist das nun ein gutes oder eher schlechtes Zeichen?

Nun, wie auch immer. Auf jeden Fall ist dieses Bild genial, und wir wissen ja, wie dicht Genie und Wahnsinn nebeneinander liegen.

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bei Frau Quadratmeter für das Bild und die Zur-Verfügung-Stellung bedanken, mein Mittlerer fand es lustig! Wahrscheinlich deckt es sich zu einem großen Teil mit dem Bild in seinem Kopf…

Insofern ist es wohl doch gar nicht so schlimm, dieses Bloggen und Bloglesen…

Ich hoffe darum sehr, daß Sie da draußen und Ihr alle mir auch im nächsten Jahr erhalten bleibt, es macht einfach zu viel Spaß, als sich von der Handvoll Nebenwirkungen abschrecken zu lassen, oder?

16 Antworten auf „Erforscht: Bloggen und seine Nebenwirkungen“

  1. Magrat, lass mich raten:
    Damit der Datenstrom aber auch nie, d.h. NIE außer Kontrolle gerät, wird im Hause derer von und mit Rüben über die Anschaffung eines Notstromaggregates getuschelt, gegugelt?
    Gut geraten, gell? :reallyangry:

    1. Hoho.. was heißt getuschelt und gegugelt… die Rüben SIND quasi das Notstromaggregat!

      Dann heißt es tüchtig trampeln..trampeln…trampeln!

      Und auf dem Dach den Drachen nicht vergessen.. warten, und wenn :thunder: , dann :computer: und :lamp: im ganzen Haus.

      Genial, oder?

      :vampire:

      1. Hört sich so voll öko an, echt jetzt. Und die Restwärmenutzung aus :poop: muß ich gesondert gar nicht erst abfragen?

      2. Versteht sich doch von selbst, gell?

        Und dann wär da noch die Teebeutel-Mehrfachbenutzung und das Recyceln wirrer Gedanken, sowie natürlich die Energiegewinnung aus radioaktiv verstrahlten Waldpilzen. Eine überaus mühsame Arbeit, muß ich dazu sagen, aber lohnend.

        :hypnotized:

  2. Tja, wie so oft im Leben ist es dann halt wohl auch beim Bloggen: die schönen Dinge haben oftmals irgendwelche Nebenwirkungen^^

    Mit denen werde ich mich aber auch im kommenden Jahr gerne auseinandersetzen, wenn das der Preis sein sollte, um hier lesen zu können ;)

    1. Das freut mich aber, Sascha… :-)

      Lassen wir uns nicht abschrecken von etwaigen Aus-, Neben- oder Wechselwirkungen!

      Weg mit der Packungsbeilage!

      :frog2:

  3. Ui, und wieder so ein Blogartikel, der mich etwas verwirrt ^^

    Hätte jetzt, nachdem ich den Blogartikel komplett gelesen habe, eher vermutet, dass es zum Ende hin ein paar Sucht-Erscheinungen zum Bloggen aufgezählt werden. Der Artikel ging aber dann in eine andere Richtung…

    Und wo ich hier grad schon schreibe: Ich weiß nicht ob es anderen Usern auch so geht wie mir, aber ich finde die kleine Toolbar links in der Ecke extrem nervig. Ständig poppt so ein Text über deinem Beitragstext auf, und jedes Mal muss man das ding weg klicken, um ungestört lesen zu können. Nur ein kleiner Hinweis, kein Befehl zum Entfernen dieser Toolbar.

    1. Danke für den Hinweis. Bei mir taucht dieses Hinweis-Dingens nur ganz selten auf. Und wenn ich das einmal weggeklickt hab, dann ist es gut…

      Keine Ahnung, warum sich das bei dir so nervig verhält… welchen Browser nutzt du denn?

      Diese Suchleiste ist eine Beta-Version von Apture, die ich mal ausprobieren wollte. Wenn natürlich noch mehr „Beschwerden“ kommen, werde ich sie dann doch wieder entfernen, schließlich soll ja keiner einen Nervenzusammenbruch bekommen, während er hier liest…

      :frog:

  4. Hi

    ich benutze den aktuellen Firefox. Hab mir deine Seite mal im uralten IE6 angeschaut, da erscheint der Popup-Text auch nicht. Bei mir nur im Firefox (und das eben bei jedem Besuch / Seitenaufruf).

    1. Oh. Also das ist wirklich nervig. Ich nutze meist den Flock, aktuelle Version, aber das ist ja auch ein Firefox, im Grunde. Und im Opera erscheint dieser Hinweis auch nur einmal, beim Starten der Seite, aber danach nicht mehr.

      Die Suchleiste allerdings läßt sich zwar grundsätzlich minimieren, erscheint aber beim Blog-Geblätter dann immer wieder in kompletter Größe. Das ist ja auch ein wenig… nervig.

      Na, vielleicht starte ich mal eine Umfrage in den nächsten Tagen. Wie das bei anderen so ist und ob sie überhaupt je genutzt wird.

      Danke dir erstmal, ist immer gut, wenn man ein wenig Rückmeldung bekommt, denn man probiert ja doch nicht alles stets und ständig auf allen Plattformen und Browsern aus…

      :-)

  5. Man merkt jedenfalls eine Abnahme der Qualität in der Blogosphäre. Zum Jahreswechsel sieht man überall nur Neujahrswünsche, Jahresrückblicke oder Vorschauen. Außerdem wimmelt es von Projekt 52 Dingens und Stöckchen. DAS ist sicherlich kein Bloggen…
    Was das Stuhlbild angeht…irgendwie sieht es nicht so posiitiv aus.

    1. Ja, wem sagst du das, und wieder andere können nur ENDLOS über Musik und Filme und Veranstaltungen und Musik und Filme und … ach das sagte ich schon…

      Gibt es eigentlich eine offizielle Definition des Begriffs „Bloggen“?

      Wäre wohl an der Zeit…

      :bernd:

  6. Diese Feiertagsarien haben mich brutal genervt. OK, ich hatte zu Silvester auch einen Beitrag, das war aber wenigstens ein Gedicht von Kästner und führte die ganzen Vorsatz-Diskussionen etwas vor.

    Manche der Stöckchen finde ich lustig, hat für mich aber natürlich auch noch den Reiz des Neuen.

    Ob das Niveau sich verändert hat, kann ich nicht beurteilen, dafür bin ich noch zu frisch dabei. Aber es gibt in der Tat Blogs, die sehr einseitig sind.

    1. Das ist schon richtig. Andererseits… ich halte mich einfach fern von Blogs, deren Beiträge, Stil oder weiß-der-Geier-was mir nicht zusagen und dann verschwende ich auch keine Zeit und kommentiere, so nach dem Motto:

      „Ich lese deinen Blog nur, weil ich den voll blöd und langweilig finde…“

      :bernd:

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