Magrat goes LOMO

Auch auf die Gefahr hin, daß JEDER der hier Lesenden das bereits kennt, seit Jahren schon selbst macht oder doch zumindest ausprobiert hat und ich mal WIEDER die Letzte bin, die Wind davon bekommt – so etwas soll ja gelegentlich vorkommen, hier, hinter dem Mond – also auch auf eben diese Gefahr hin: Frau Magrat hat soeben die Lomographie entdeckt.

Nein, nicht im Sinne von „Erfunden“. Das waren andere. Und „soeben“ bedeutet genau genommen, vor einigen Tagen. Auf dem Weg von der STINO-35mm-analog-Knipserei über meine erste SLR zu meiner ersten DSLR und nun ein wenig RETRO zurück zu Analog-Fotos bin ich nun bei LOMO angekommen.

Krasser könnte der Gegensatz nicht sein.

Auf der einen Seite verschicke ich wöchentlich eine SMS mit KrimiA oder KrimiB als Inhalt, um direkt nach „Monk“ als strahlender 5.000 €uro-Gewinner genannt zu werden, um mir von eben jenem Geld endlich die erträumte, und ich bin da völlig unbescheiden, Canon EOS 1D Mark IV holen zu können, oder zumindest doch, ganz bescheiden diesmal, die Canon EOS 7D, damit noch ein wenig Geld für einige Festbrennweiten übrig ist, auf der anderen, neu entdeckten Seite habe ich mir, absolut bescheiden, wie ich nun einmal bin, für unter 50€ den Lomography Supersampler geholt:

Gestern wurden die ersten Bilder geknipst und natürlich heißt es nun – warten. Das … bildet den Charakter. Hoffe ich. Denn als von Natur aus eher ungeduldiger Mensch ist es schon eine Herausforderung, in aller Ruhe (oder eben auch nicht) erst einmal sinnvoll den Film voll zu machen, ihn dann in den Fotoladen zu bringen und dann auf die Bilder zu warten…. Möglich wär ja auch, daß, da der mitgelieferte Film nur ASA 100 hatte, alles zu dunkel war und ich nur ein paar graue, schwer zu erkennende Bilder mit nach Hause nehme…

Der Supersampler gehört zu den Multilinsen-Kameras. Er hat 4 neben – bzw. untereinander angeordnete lichtstarke (das hoffe ich jedenfalls!), präzise Panoramalinsen, so daß auf jedem Abzug 4 Bilder landen. Als Design-Wunder hat er zum Film-Aufziehen eine Aufziehschnur, wie man sie von einer Spieluhr kennt. Er benötigt also keinerlei Batterien. Außerdem kann man zwischen zwei Auslöse-Abfolgegeschwindigkeiten wählen: jeweils 4 Bilder in 2 sec (Standard) oder 0,2 sec für Hochgeschwindigkeitsaufnahmen. Die Belichtungszeit liegt konstant bei 1/100.

Mehr über den Supersampler, wenngleich auf Englisch, gibt es hier zu erfahren.

Und was hat es nun mit dieser Lomographie auf sich?

Nun, es geht in erster Linie um Spaß. Die Kameras und die Unmengen an Zubehör sind vergleichsweise kostengünstig, hier ist nahezu alles aus Plastik. Ein richtiges Lomo-Foto ist bunt, farbstichig, vielleicht auch mehrfach belichtet, kontrastreich, nach Möglichkeit mit einer Vignettierung, die sich gewaschen hat, wenn man erkennen kann, was drauf ist, ist es gut, wenn nicht, dann… ist es auch gut. Nix mit langem Überlegen, Komponieren, Positionieren, nix mit optimalen Lichtverhältnissen und Blendenzahlen, hier ist Korn ein Zeichen guten Geschmacks und alles was zählt, die innere Einstellung.

Und die REGELN. Ja, richtig gelesen, es gibt die 10 goldenen Lomo-Regeln:

1. Nimm die Kamera mit, wohin auch immer Du gehst!
2. Benutze die Kamera Tag und Nacht!
3. Lomographie ist Teil Deines Lebens!
4. Schieße aus der Hüfte!
5. Geh so nah heran wie möglich!
5. Denke nicht nach!
7. Sei schnell!
8. Es ist vorher nicht wichtig zu wissen, was Du auf den Film gebannt hast!
9. Erst recht nicht nachher!
10. Kümmere Dich nicht um irgendwelche Regeln!

Alles begann, als in den frühen 90ern eine Gruppe Studenten (klar, wer sonst!) in einem Wiener Fotoladen eine alte, russische… aber halt, Moment. Das alles ist viel besser und ausführlicher auf der Webseite der Lomographischen Botschaft Deutschlands beschrieben.

Natürlich hat Frau Magrat bereits das nächste Modell ins Auge gefaßt. Doch ob dafür das Weihnachtsbudget noch reichen wird? Wird es am Ende doch ein Oster- oder Geburtstagsgeschenk? Hält Frau Magrat monatelanges Warten aus, ohne Schaden zu nehmen?

Denn immerhin würde diese Kamera einschließlich Cable Release Adapter, 35mm-Back (ansonsten Mittelformat, also 120er Rollfilm), Tele- , Weitwinkel-, Fisheye- und Makro-Objektiv und Splitzer weitaus weniger kosten, als das eine, gewisse, ganz bestimmte Objektiv, welches ich meiner Canon gerne gönnen würde….

Wie auch immer. Jetzt heißt es, die ersten Filme entwickeln zu lassen. Was auch immer draus geworden sein wird (ist das schon Futur II ?) , ich werde die Ergebnisse dann veröffentlichen…

So. Und jetzt her mit meinem Dienstagabend-RTL-Rätsel-Lösungsgeld!

10 Antworten auf „Magrat goes LOMO“

  1. Natürlich hat Frau Magrat bereits das nächste Modell ins Auge gefaßt. Doch ob dafür das Weihnachtsbudget noch reichen wird?

    Ach, da fallen die Geschenke für die Kinder dieses Jahr halt etwas kleiner aus und schon passt das mit dem Budget… ob du dann allerdings noch in der Lage sein wirst, viel zu knipsen, hängt von der Reaktion deiner Kids ab ;)

    1. Ah, Sascha, ich sehe, du verstehst meine Lage…

      Bestimmt werden die lieben Rüben ebenfalls vollstes Verständnis für die tollen Ideen ihrer Mutter haben!

      Denn merke: „Nur eine gut gelaunte Mutter ist eine gute Mutter.“

      Jedenfalls so in der Richtung… :christmas:

  2. Lomographie ist ein spannendes Thema. Da hast Du Dir ja ganz schön was vorgenommen. Ich hatte mir das vor einiger Zeit auch einmal angeschaut.

    Da ich aber jemand von der ungeduldigen Sorte bin, stört mich das Warten auf die entwickelten Resultate. :dazed:

    Ich bin schon sehr auf Deine ersten Fotos gespannt. :-)

    1. Oh, ja, spannend ist das Ganze auf jeden Fall!

      Und das Warten…tja, das Warten… um so mehr freut man sich dann vielleicht… oder ärgert man sich um so mehr, falls es nix geworden ist?

      Na, ich laß mich überraschen und werde mir die Wartezeit mit eifrigem Fotografieren verkürzen…

      :frog2:

    1. Ja, das hoffe ich sehr (nicht, daß ich nicht auch so Spaß hätte *gnihihi* )…

      Hat denn Frau m² damit bereits Erfahrungen gesammelt? Selbst eine Lomografikerin, ganz und gar? Oder sprach da das quadratmeter’sche Orakel?

      Haach, wie AUFREGEND…

      :reindeer:

      1. Ein bisschen, ist aber schon eine Weile her und war mit einer herrlich einfachen Plastikkamera, die dann kaputtging, als sich jemand (nur für’s Protokoll: nicht ich!) draufsetzte.

      2. Na, ist ja auch wurscht, kaputt ist kaputt, war wohl ein MONTAGsmodell, daß es nicht mal so ein paar… öh … Kilo…Zentner… ausgehalten hat!

        :camera: + :hippo: => :cry:

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