Tutorial – „Color-key mit Corel Painter X“

Wie versprochen, hier das kleine Tutorial.

Nachdem ich bei Yuki_Keylin vor einiger Zeit überhaupt erst einmal auf diese Art der Foto-Bearbeitung aufmerksam geworden war (unwissentlich hatte ich etwas ähnliches aber schon früher mit Picasa gemacht), habe ich seitdem schon so einige Bilder in Color-key-Bilder verwandelt. Momentan bin ich gerade dabei, 12 Bilder für einen Wandkalender damit zu gestalten und da fiel mir wieder ein, daß ich ja ein (mehr oder weniger) kurzes Tutorial zum Thema schreiben wollte.

Yuki_Keylin hatte etwas Ähnliches bereits für Gimp geschrieben. Damit probierte ich erst ein wenig, dachte mir dann aber, daß es wohl Quatsch ist, eine teure Software auf dem Rechner zu haben und sie dann nicht zu benutzen. Nach einigem Probieren hatte ich dann den Bogen raus und mittlerweile könnte ich es vermutlich im Schlaf. (Noch viel wahrscheinlicher ist aber, daß ich im Schlaf Word von WordPress nicht unterscheiden könnte, aber das nur nebenbei).

Für das Beispiel hier nehme ich ein Bild, welches ich heute erst für meinen Wandkalender bearbeitet habe. Ich wünsche viel Spaß und jetzt geht es los:

1. Start. So ähnlich sieht meine Arbeitsfläche aus, wenn ich das Painter X gestartet habe.

2. Über das gewohnte Datei –> Öffnen suche ich das Bild, welches ich bearbeiten möchte. =>Arbeitsfläche (im Fenster „Ebenen“)

3. Nun ändere ich das farbige Originalfoto in ein Schwarz-Weiß-Bild. Dabei gibt es (mindestens) zwei Vorgehensweisen.

a) Die schnelle Variante:

Fenster: Malgrund –> Fotooptimierung –> Schwarz und Weiß

S-W-Ergebnis:

b) Die optionsreichere Variante:

Menü: Effekte –> Oberflächeneigenschaften –> Graustufenumsetzung

Es gibt dafür 3 Methoden. Für dieses Beispiel wähle ich „Luminanz des Bildes“.

Es lassen sich jeweils auch noch Schwellenwert, Stärke und Kontrast anpassen.

4. Über STRG+A (oder Menü: Auswahl –> Alles auswählen) das gesamte schwarz-weiße Bild auswählen, danach über STRG+C (oder Menü: Bearbeiten –> Kopieren) in die Zwischenablage kopieren.

5. Über zweimal hintereinander STRG+Z (oder 2 x Menü: Bearbeiten –> Widerrufen) das farbige Bild wieder zum Vorschein bringen (das SW-Bild befindet sich nach wie vor in der Zwischenablage).

6. Neue Ebene erstellen. (STRG+Umschalt+N oder Ebenen –> Neue Ebene) =>  Ebene 1

7. SW-Bild in die neue Ebene einfügen (STRG+V oder Menü: Bearbeiten –> Einfügen) =>  Ebene 2

8. Im Fenster Ebenen nun Rechtsklick mit der Maus auf Ebene 2 (im Ebenen-Fenster, das SW-Bild ist nun dort sichtbar) + Klick auf Ebenentransparenz auswählen

9. Menü: Ebenen –> Ebenenmaske aus Transparenz erstellen (Maske erscheint als weißes „Bild“ in Ebene 2)

10. SW-Bild und Ebenenmaske gruppieren. Ebene 2 muß markiert sein (ev. anklicken), dann STRG+Alt+G oder Menü: Ebenen –> Gruppieren

(Dieser Schritt ist hier nicht zwingend notwendig, erhöht aber – denke ich – die Übersichtlichkeit)

11. Auswahl aufheben (blinkende gestrichelte Auswahlbegrenzung entfernen), hierfür STRG+D oder Menü: Auswahl –>  Auswahl aufheben

12. Ebenenmaske auswählen (ev. vorher Ebenen-Gruppe öffnen, Maske anklicken)

13. Werkzeug auswählen (ev. über Menü: Fenster –> Malwerkzeug-Auswahlleiste einblenden öffnen, danach Malwerkzeugvariante auswählen)

Für dieses Beispiel wählte ich Kloner -> Weich.

(Es kann auch nahezu jedes beliebige andere Malwerkzeug sein, einfach einige ausprobieren, nicht mit allen bekommt man ein gutes Ergebnis)

14. Gewünschten Bereich nun  „übermalen“ – die darunterliegende Originalfarbe kommt zum Vorschein. Ta-daaa!

15. Versehentlich unsauber gearbeitet? Einfach mit dem Radierer überarbeiten, die schwarz-weißen Bereiche kommen wieder zum Vorschein.

Ich verwendete hier für Korrekturen den Radier –> Radierer (Malwerkzeugvariante)

16. Natürlich bietet der Painter X von Corel unzählige Möglichkeiten. Ob unterschiedliche Montageverfahren, verschiedene Malwerkzeugvarianten oder das Anwenden eines Effektes – hier sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt.

Das Ergebnis schaut nun so aus:

Eine Variante möchte ich noch kurz vorstellen. Mit ihr lassen sich nicht nur interessante Color-key-Effekte erzielen, sondern gleichzeitig auch Muster zeichnen.

Der Ablauf ist derselbe wie oben beschrieben.

Wählen Sie nun aber ein Muster aus der Musterpalette (Muster in der Werkzeugpalette oder über Menü: Fenster–>Bibliotheken –>Muster einblenden oder STRG+9).

Danach Menü: Datei –> Klonursprung –> Gewähltes Muster (ev. bereits voreingestellt).

Dann wählen Sie aus der Malwerkzeug-Auswahlleiste Ölpinsel -> Borstenpinsel 20.

In der Farbpalette –> Farben wählen Sie Klonfarbe verwenden.

Wenn Sie jetzt anfangen, die gewünschten Bereiche zu bemalen, erscheint zusätzlich zur Originalfarbe auch noch ein dezentes Muster.

Ohne Muster:

Kormorane auf der „Thiessow“

Color-key mit Muster:

Kormorane auf der „Thiessow“ II


Schlußbemerkung:

Ich habe noch nicht viel Erfahrung mit dem Painter X von Corel, da mir oft einfach die Zeit fehlt. Daher hoffe ich, daß alles, so wie hier beschrieben, auch bei Ihnen funktioniert. Dieses kleine Tutorial erhebt keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit, es ist durchaus möglich, daß es Fehler enthält. In diesem Falle bitte ich darum, hier per Kommentar davon Mitteilung zu machen, damit ich es ändern kann. Bei Fragen oder Unklarheiten bitte auch hier kommentieren.

Die verwendete Software ist diese:

4 Antworten auf „Tutorial – „Color-key mit Corel Painter X““

  1. @ Magrat, ich habe zwar kein „Corel Painter X“, aber einen Auftrag von BigPI bekommen. Dieser arbeitet bekanntlich an „Daggi/ Romanze (Arbeitstitel)“ und hat noch eine Sprech :film: rolle zu besetzen. Und halt Dich fest:
    Er sah die Taschenlampenoper und will Dich besitz–ääh: besetzen in einer Rolle! Der :hammer: ?
    Dass es da, wo Daggi auftritt, nur noch Nebenrollen geben kann, setzt er als bekannt voraus.
    Bezahlt wird wie stets nach dem TätschTaV in aktueller Fassung.
    Bei Interesse nicken, Details folgen.

    Ihre
    BlinkfilmVeryLtd
    i.A. Blinkfeuer

    1. Jetzt hab ich etwa eine halbe Stunde lang wie wild genickt, mir tut alles weh!!!

      Hab ich das richtig gelesen? Eine ROLLE? Eine richtige … *nach-Luft-schnapp* … Sprech-Rolle?

      In einem der großen BigPI-Werke!!! Ich fasse es nicht!

      Ich kann es einfach nicht fassen!

      Was werde ich sprechen? Wen? Oh und sei es nur ein Kieselstein, eine Meereswelle oder – etwas realistischer – das Kreischen der Nebelkrähe – Mach ich, mach ich!

      Haach, wie aufregend… Und dabei ist doch meine letzte Rolle schon so lange her…

      :clover:

  2. @Magrat. Es wird. Ist im werden, das Werk. Technische Frage:
    Taucht meine Mail aus dem Kommentarfeld bei Dir auf und kannst Du mir Deine zum Drehbuchversand schicken? Oder anders?

Kommentare sind geschlossen.