Wort-Spiele und Inkontinenz

Oh Wortspiele beim Sascha, von gesichtet.net, wie schön!

Eigentlich wollte ich das hier bei ihm als Kommentar schreiben, doch ich wollte nicht den Rahmen sprengen, deshalb bekommt der Sascha von dieser Stelle einen hochoffiziellen Trackback von mir…

Worte an sich sind ja schon toll, besonders natürlich die auf meiner nach oben offenen Lieblingswortliste, und da schafft es nicht ein jedes hin…  Weit vorne sind da übrigens nach wie vor „Slartibartfass“, „Herdbuchkuheinstufung“ und … noch ganz frisch … „schlottert kläglich“. Schön, gell? 

Dann gibt es andererseits natürlich auch noch die Worte, die ich gar nicht mag, weil sie sich fies anhören… Ganz schlimm finde ich zur Zeit „Kurzblattabriß“. Was ist das denn, bitte?! Das klingt doch wie eine fiese Beleidigung, oder nicht? Etwa so: „Du … du.. mit deinem verdammten … Kurzzzblatttabrrrrisssss!!!“ Furchtbar, sehen Sie?

Und dann erst Wortspiele! Wobei ich es eher nicht so mag, wenn manche Leute quasi aus ALLEM etwas Zweideutig-Schlüpfriges zu machen versuchen und man sich nicht mehr traut, überhaupt den Mund aufzumachen.

Die IN-Konsequenz der Sprache gibt bei uns auch oft Anlaß zum Grübeln: Warum heißt es Globus und Globen, aber nicht etwa Kaktus und Kakten? Warum gibt es zwar die „Dunkelheit“, nicht aber „Hellheit“? Und was um alles in der Welt ist das Gegenteil von „satt“, wenn man damit das Gefühl des gestillten Hungers meint, es gibt nämlich in der deutschen Sprache kein offizielles Wort für den gestillten Durst?!
Dieses „Wort“-Problem wurde im Bistro unseres örtlichen Schwimmbads übrigens gelöst, dort heißt es nämlich „sitt“.

Ja ja, ich weiß schon, die Ethymologie und dergleichen, das stimmt schon, aber unlogisch ist es doch, gelegentlich.

Bleiben noch horrende Wort-Konstrukte, zu denen uns Alltag und Umgangssprache bisweilen verleiten. Da erzählte uns doch jemand vor einigen Tagen eifrig von einer Begebenheit und heraus kam dabei dies: „[…] etwas, was ich gesagt bekommen gehabt habe […]“ Das ließ uns fast das Blut in den Adern gefrieren!

Und überhaupt, seit Jahren beklagt ja Frau Magrat den allmählichen Verlust des Konjunktivs. Wer sagt denn noch zu seinem Kind: „Es täte dir gut, wenn du weniger fernsähest!“ sondern, wenn überhaupt, höchstens „Es würde dir guttun, wenn du weniger Fernsehen kucken würdest!“ Da fällt mir ein: heißt es dann eigentlich „fern sähest“ oder „Fernsähest“ oder ganz und gar „Fernsehen sähest“?

Furchtbar, ein wahres Dilemma. Aber nicht etwa „angstbar“, das wiederum gibt es nämlich gar nicht. Genauso wenig wie „freudbar“ oder „wutbar“. Warum also „furchtbar“?

Entmutigend ist das bisweilen ja schon, aber nicht gerade „entwutigend“, schade eigentlich.

So möchte ich das Thema an dieser Stelle beenden. Und zwar wirsch. Denn Sie sollen mich ja nicht für „unwirsch“ halten!

P.S. Was das alles hier mit Inkontinenz zu tun hat? Da müssen Sie schon den Sascha fragen…

4 Antworten auf „Wort-Spiele und Inkontinenz“

  1. gestillter Durst? = knülle (oder Ableitungen daraus, s.a, Nordhäuser, der)
    Aber auch:

    Albanien-Albaner
    Spanien-Spanier

    Aber: Spaniel- Cocker, Joe!
    Wahnsinn? Weiter:
    Malta-Malteser
    Aber:
    Capri- kapriziös (s.a. Daggi, die Dinkelschnitte, z.Zt. B-dorf)

  2. @Blinkfeuer:

    Knülle – ja.
    Jedoch nur im Zusammenhang mit geistreichen Getränken. Der Nordhäuser taugt in meinen Augen übrigens nur zur Zubereitung von … Korn-Cola. Für das Korn-Cola-Koma.

    Aber ach… seit Jahren schon vertrage ich Allo.. Aljoh… Akloholol.. gar nicht mehr. Bekomme davon sofort einen üblen Niesanfall und der Kopf schwillt zu. Macht aber nix, ich kann auch ohne Alk lustig sein! haha

    Auch hätte ich noch:

    Rügen – Rüganer

    Norden – Nördlich
    Morden – Mördlich?

    Verwirrend.

  3. Noch einer, come on, hold you tight!
    Norden- Norddeich
    (home of Blinkfeuer-Pub)
    Oh Mist, hier ist ja Deutschland, höre, der Bosbach will Integrationsunwilligen irgend was streichen.

    Bosi ist das nicht der von der Partei, die plakatierte „Wir wählen die Kanzlerin“? Shit, war mir gar nicht möglich. Pig gehabt!!
    Brauche ich jetzt den Sprachkurs?

  4. Konstatiere:

    Sprachkursus ist unabdingbar.
    English-Lessons are unnecessary.

    Ich bin auch gut integrationsunwillig – bekomme ich jetzt auch etwas gestrichen?

    Aufgemerkt: Welch Ironie! Man „bekommt etwas gestrichen“. Man bekommt also etwas, indem man etwas nicht bekommt. Oder mathematisch:

    a = a – a

    -> a = 0

    Na, dann bleibt ja alles beim Alten! (Alter = Vater Staat?)

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