Schulbuch-Kauf macht pleite…

… jedenfalls fast.

Gerade habe ich die Schulbücher für unsere Große bestellt, da kommt ja einiges zusammen! So schnell kann man gar nicht schauen, wie da eben mal an die 200 (in Worten: zweihundert) Euronen zusammenkommen. Zumal dann, wenn man nicht auf die Ausleihexemplare zurückgreifen mag.

Aber Frau Magrat MUSS ja immer alles HABEN – ich meine… Bücher. Früher ging ich oft in die Kinderbibliothek und hätte am liebsten alles, was ich da lieh und las und wieder abgeben mußte, selbst gekauft, nur war das nicht so einfach. Und dazu kommt dann noch so ein leichter Ekel vor gebrauchten Dingen, der sich nur schwer abstellen läßt. Da kommt dann wieder der Monk in mir durch: Ein Tuch, ein Tuch! Sie verstehen…

Deshalb will ich mal lieber gar nicht meckern, über das Geld und dergleichen, und stattdessen hoffen, daß die Kinderchen die Bücher auch wirklich benötigen und benutzen werden. Ich kann mich erinnern, daß ich damals auf dem Gym wirklich teure Bücher kaufen mußte, die wir im Laufe des Schuljahres dann nicht ein einziges Mal aufschlugen! Darüber könnte ich mich heute noch ärgern…

Mit ein wenig Glück können unsere Jungs ja die Bücher später noch „auftragen“… Man müßte direkt einmal durchrechnen, wieviele Kinder man bekommen müßte, damit sich das dann irgendwann amortisiert….

Denn wenn man tatsächlich für jedes Kind eigene Bücher anschüfe, dann wären das, und ich rechne jetzt mal mit diesen 200 €, ohne zu berücksichtigen, daß ja in den nächsten Schuljahren noch einige Fächer und damit Bücher dazukommen, nach Adam Ries

200 € x 8 Schuljahre (5. – 12. Klasse)  x 3 Kinder = 4800 €

Wie gesagt, wenn alle drei Kinder jeweils 8 Jahre aufs Gym gingen. Geht man von 250 € aufgrund der dazukommenden Bücher aus, wäre man schon bei 6000 €.

Hmm. Bleibt also zu hoffen, daß…

a) die heute von mir bestellten Bücher lange durchhalten, um den Jungs weitervererbt werden zu können, sollten letztere auch irgendwann aufs Gym kommen oder

b) alle Kinder die Schule spätestens nach Beendigung der … sagen wir mal … 8. Klasse verlassen oder

c) alle Printmedien nach und nach durch Wikipedia & Co. ersetzt werden

Rechnet man jetzt noch die Verbrauchsmaterialien dazu, das Schreibzeug, die Ausgaben für Wandertage, Klassenfahrten, Photographen-Termine, die Miete für das Schließfach, Kopien von Kopien von Kopien von diversen Arbeitsblättern, …

Hier hör ich jetzt auf. Gut, daß wir den Kinderbonus bekommen haben. Immerhin, einmalig(e) 100 € pro Kindernase…

Machen wir es also, wie es sich die Herren und Damen Politiker wünschen: Mehr Kinder gegen die Finanzkrise! Leuchtet mir allerdings nicht hundertprozentig ein…

Wobei ich ausdrücklich betonen möchte, daß ich NIX vom Geunke ( [ge:’unke] halte, welches immer wieder erschallt: „Wie kann man nur in der HEUTIGEN Zeit Kinder bekommen?! Das ist ja unverantwortlich!!! Uns geht es so SCHLECHT, niemand weiß, was MORGEN sein wird!“

Dazu noch ein klein wenig Senf von Frau Magrat:

Historisch betrachtet ging es uns – in Deutschland –  NIE so gut wie heute (ich meine nicht den heutigen Montag, sondern den als Gegenwart bezeichneten Zeitabschnitt, in dem wir uns scheinbar befinden). Trotz Finanzkrise und Hartz IV. Keine Frage: Viele Menschen leiden auch heute, aber doch auf einem viel höheren Niveau! Und ja, es ist richtig, daß niemand weiß, was morgen, außer Dienstag, sein wird. Das war aber schon immer so! Hätte sich auch nur die Hälfte der Menschheit früher daran gehalten, in dieser Zeit keine Kinder zu bekommen, sagen wir einmal konsequent über zwei bis drei Generationen hinweg (Sie merken schon, hier wird es knifflig), dann wäre die Menschheit vermutlich bereits ausgestorben. Vielleicht aber auch nicht, ist nur rein spekulativ.

Wie unverantwortlich waren denn dann bitte unsere Groß- bis Urgroßeltern (denn diese sind es meist, nach meiner Erfahrung, die jungen Leuten heute Unverantwortlichkeit unterstellen)? Hallo? Sex mitten im Krieg? Kinder für den Führer? Babys bekommen ohne Dach über dem Kopf, weil man ausgebombt wurde? Nix zu beißen, Hungersnot, und obendrein zehn Mäuler zu stopfen?Kindersterblichkeit noch höher als die Müttersterblichkeitsrate? Keine Impfungen, keine Gesundheitsvorsorge, Lebenserwartung weit unter der heutigen, kaum Bildungsmöglichkeiten…

Als alter Evoluzzer hab ich natürlich Verständnis für den ungehemmten Fortpflanzungstrieb eines jeden Lebewesens, sei es nun Mensch oder Alpenveilchen, denn ohne ihn gäbe es bekanntlich weder Evolution noch Revolution.

Fazit:

  • Kinder brauchen Schulbücher
  • Schulbücher kosten eine Menge Geld
  • Geld ist gelegentlich knapp
  • Knapp vorbei an der Realität gehen oft die Ideen unserer Politiker
  • Politiker wollen mehr Kinder
  • Kinder brauchen Schulbücher…

q.e.d.

3 Antworten auf „Schulbuch-Kauf macht pleite…“

  1. Meine Eltern mussten mir damals in meiner Schulzeit auch einen Atlas kaufen. Der kostete nicht gerade wenig Geld, genutzt habe ich ihn in all den Jahren vielleicht 1-2 mal. In der Schule haben wir die Dinger gar nicht benutzt, weil die so schwer waren, dass wir die im jungen Alter nicht mitschleppen sollten.

    Aber man sollte das nicht an Schulbüchern festmachen. Gibt es nicht so Statistiken, wonach jedes Kind seine Eltern bis zum 18. Lebensjar zwischen ca. 100.000 – 150.000 Euro kostet?

    Hm, demnach hat man ohne Kinder genug Geld für ein großes Haus, welches man aber eigentlich nur wirklich dann bräuchte, wenn man Kinder hätte – verrückte Welt…

  2. Du hast natürlich recht, die Schulbücher sind ja nur ein verschwindend kleiner Anteil, aber da ich gestern die große Bestellung aufgab, machte ich mir halt so meine Gedanken darüber.

    Aber wahrscheinlich sollte man sich nicht allzuviele Gedanken über all die Ausgaben machen, sonst hält man es vielleicht seinen Kindern irgendwann vor, in etwa so:

    „Du bist so undankbar! Was willst du? Mehr Taschengeld – was?! Hab ich nicht schon den Wert eines Eigenheims in dich investiert, wie? Was willst du denn noch – unsere kleine Mietwohnung?!Wo sollen wir wohnen, deiner Meinung nach – auf unserem Schuldenberg?!“

    Nein nein, dann lieber leise weinend bezahlen und immer daran denken: Alles wird gut.

    ;-)

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