Schlächter Müller…

… so hieß doch dieses bekannte Lied. Kennen Sie nicht? Ein Wanderlied, ganz berühmt! Ich stimme mal an:

„Da-has muß ein Schlä-häch-te-her Müller sein,

de-hem niemals fi-hiel da-has Wandern ein…!“

Sehen Sie? Kennen Sie doch. Nicht zu verwechseln mit dem Hochofen-Lied, aber dazu vielleicht später.

Also Wandern. Waren wir gestern. War ja  Feiertag, also auch freier Tag und obendrein heute Brückentag, also gleich vier freie Tage. Und da waren wir nun gestern wandern.

Zur besten Mittagsschläfchen-Zeit unseres Jüngsten starteten wir. Natürlich nicht, ohne uns vorher zünftig zu rüsten. Den prima Jack Wolfskin-Watchtower, Picknickdecke, verschiedene Armee-Decken, lecker Würstchen, Gaskartusche mit Koch-Dingens, Obst/Gemüse, Brot vergessen, egal, verschiedenartige Wechselkleidung (Temperaturen so um die 20°C, aber Regenrisiko – was zieht man da an?), Windeln (für DIESEN Fall), Frau Magrats Erste-Hilfe-Päckchen, Nasenspray, Kreislauftropfen, Fenistil, und zu guter Letzt: das nagelneue, noch nie benützte Geburtstagsgeschenk, nämlich ein Aquapac für die gute Canon EOS 1000D. Ach – und die Kinderchen. Klar.

Bei Sonnenschein und blauem Himmel losgefahren, angekommen, ausgestiegen – erstes Donnergrummeln. Kaum im Wald – Regen. Gewitter. Die Frisur sitzt. Das Aquapac auch.

Der Aufstieg beginnt. Jawoll – Aufstieg! Der gesamte Weg vom Parkplatz bis zu unserer favorisierten Picknick-Wiese (ca. 1.5 km) war eine einzige Steigung von (von Frau Magrat) gefühlten 82%. Mindestens. Wir wären also fast mitsamt unserer Ausrüstung hintenüber gekippt. Doch doch, wirklich!

Nach etwa 342m begegneten wir einem leibhaftigen Salamandra salamandra, auch bekannt als Feuersalamander. Jetzt rächte es sich furchtbar, daß ich von meiner Kamera den Gurt nicht entfernt hatte, dieser schob sich nun ständig vor das Display und an eine auch nur halbwegs vernünftige Aufnahme war nicht zu denken (siehe unten). Menno!

Naja, dieser Fehler passiert mir nicht noch einmal… (Sag ich jetzt mal so…)

Also wacker weiter. Denkste. Auf halber Strecke zeigte sich, daß ich keinerlei Kondition mehr habe. Wenn man obendrein dann nicht einmal richtig Luft bekommt… Ich war sauer – auf mich, auf die Welt, auf alle.

Doch irgendwann war auch ich am Ziel angekommen. Mittlerweile hatte der Regen aufgehört, die Sonne schien, und flink schlugen wir unser Lager für die nächsten zwei Stündchen auf. Dazu lecker heiße BoWus. Ohne Brot oder ähnliches, denn das hatten wir ja vergessen, dafür gab es eine Tafel Schoki und Gummihäufchen. Danach… war einem ein wenig flau.

Meine Fotos sind dieses Mal irgendwie alle grauenhaft geworden. Lag es am Licht, an der falschen Einstellung (wenn ja, wessen, die der Kamera oder meine?), ich weiß es nicht. Beim nächsten Mal wird alles besser. Bestimmt.

Aber sehen Sie selbst:

Nachbemerkungen:

Das Aquapac ist wirklich Klasse. Natürlich sollte man nicht den Gurt/den Objektivdeckel/die Picknickdecke darin aufbewahren, um so eine freie Sicht auf Display und Sucher wirksam zu verhindern.

Das Lied vom „Schlächter Müller“ sowie das „Hochofenlied“ entstammen beide den Kopf-Gehirn-Prozessen von OTTO. Glaube ich.

Picknicken ist toll, macht Spaß und ist außerordentlich lehrreich. Aber auch sehr leer-reich. Es werden in unglaublich kurzer Zeit unglaublich viele Brotbüchsen/Bifi-Packungen/Gummihäufchen-Tüten/Taschentuch-Päckchen/Feuchttücher-Packungen/Wasserflaschen/Tupper-Dosen geleert. Hammer.

Gedicht:

Die Sonne scheint, gleich geht es los,

wir fahren in den Harz.

Kaum angekommen, sieht man schon:

der Himmel wird ganz schwarz.

Der Donner grollt, es regnet wie

aus Eimern, doch es blitzte nie,

das ist ein gutes Zeichen:

Das Gewitter ist noch fern,

mußt keinen Eichen weichen!

Flink aufgehuckt, samt Sack und Pack,

auch Kinder sind dabei.

Nun geht es los, bergauf, bergauf!

Das Kreuz wird dir zu Brei.

Schon siehst von deinen Leuten du

nur noch die Sohlen ihrer Schuh.

Dann sind sie weg – du bist allein.

Bist schneuzend, hustend unterwegs.

Der Regen wäscht die Blätter rein,

ein Salamander! Links des Stegs!

Mit Gliedern, seltsam zart und fein.

Nun auch ein Waldgeist – dort!

Kaum bist du da, schon ist er fort.

Konnst endlich du den Berg bezwingen,

kein Atem mehr, es zu besingen.

Ruh dich nur aus, werd‘ munter –

du mußt auch wieder ‚runter!