Analog-Käse

Gepostet von am Mai 19, 2009 in Kopf-Salat | 4 Kommentare | 4 Leser

Gestern bei RTL gesehen (glaube ich…): Eine Sendung über Analog-Käse und andere Lebensmittelmogeleien. Wie kann das sein? Im digitalen Zeitalter? Alles wird umgestellt, analog ist out – hat man das Gefühl, und dann Analog-Käse. Auf Pizza. Und als Überback-Medium.

Dabei sind doch die Nachteile des Analog-Käses längst erwiesen:

  • mögliche Ablesefehler (Parallaxefehler und Schätzunsicherheit)
  • empfindliche Messwerke können gestört werden (Fehlanzeige durch magnetische Felder möglich)
  • Umrechnungsfehler bei der Zuordnung von Messbereich und Skale
  • im Allgemeinen größere Fehlergrenzen

Deshalb rufe ich hiermit alle auf:

Digitalisiert endlich Eure Pizzen!

Verkauft nicht länger Brötchen mit schätzunsicherem Analog-Käse!

Boykottiert den Mißbrauch ernährungsphysiologisch bedeutungsloser Eiweiße!

Eßt mehr Tilsiter!

Danke.


4 Kommentare

  1. Den Bericht habe ich heute während der Mittagspause auch gesehen. Schon erstaunlich, was uns da heutzutage alles vorgesetzt wird, ohne dass man davon weiß – es sei denn, man liest das Kleingedruckte und da steht es ja auch nur “verschlüsselt” drin, da Wasser eben die Hauptzutat ist… muss man aber erst einmal wissen!

    Wobei ich persönlich, der sich aus Käse generell nichts macht, den Analog-Käse gar nicht also so schlimm empfand… was nicht digital läuft, stürzt vielleicht weniger oft ab ;) Oder gibt es vielleicht analog zum Baluschimmelkäse auch einen Bluescreen-Käse?^^

    Mir ist eher bei diesem Pseudo-Schinken der Appettit vergangen. Zumal man den ja auf Pizzen als solchen gar nicht mehr erkennen kann.

    Klar, irgendwoher müssen die extrem niedrigen PReise ja kommen und direkt gesundheitsschädlich scheint’s auch nicht zu sein, aber -wie in dem Fernsehbeitrag ja schon angesprochen- gewöhnen sich die Menschen auf die Weise langsam an die Art des Geschmacks und empfinden echte Aromen inzwischen oft als nicht gut schmeckend, weil sie künstlich Aromen und Geschmacksverstärker gewohnt sind. Traurige Entwicklung…

  2. Ich finde auch die Tatsache der mangelhaften oder fehlenden Kennzeichnung am schlimmsten. Jeder sollte selbst entscheiden können, was er da in sich hineinstopft, das ist aber eben nur möglich, wenn mir genügend Informationen zur Verfügung stehen, auf deren Grundlage ich meine wie auch immer gearteten Entscheidungen treffen kann. Und daß dieses System der immer niedrigeren Preise durch niedrigere Produktionskosten und schleichenden Qualitätsverlust auf lange Sicht kaum funktionieren wird, ist auch gewiß…

  3. Ich bin ja auch mehr für das gute alte ANALOG – schon aus Prinzip ;) Was immer das bei Käse zu bedeuten hat???

  4. Hab grad mal bei Wikipedia geblättert, ist nicht grad eine neue Erfindung, dieser “Kunst-Käse”, macht die Sache aber nicht appetitlicher, oder?

    “Für heutige Kunstkäse dienen meist Wasser, Milch-, Soja- oder Bakterieneiweiß und Pflanzenöle wie Palmöl als Grundstoffe, teils auch Stärke. Weitere Zutaten sind Emulgatoren, Aroma- und Farbstoffe, Salz und Geschmacksverstärker, um Geschmack und Aussehen an Vorbilder wie Parmesan, Emmentaler, Mozzarella, Feta oder Camembert anzunähern. Da kein Reifungsprozess notwendig ist, ist die Produktionsdauer gegenüber echtem Käse stark verkürzt. Zur Herstellung wird Pflanzenfett erwärmt, mit einer vorgefertigten Trockenmischung und Wasser vermischt, erhitzt, dann wird Aromakonzentrat eingerührt und alles verpackt und gekühlt.”

    Na dann: guten Hunger! ;-)

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