Der Wurm…

… ist ja manchmal drin, in allen möglichen Dingen: in Äpfeln, alten Möbeln, Gedärm, sogar in Schokolade. Doch manchmal befällt er ganze TAGE!

„Heute ist irgendwie der Wurm drin.“ – sagt man ja gelegentlich so.

Erst am Freitag war ein solcher Tag. Da hole ich unser liebes Mittelkind zur schönsten Mittagszeit als Mittagskind ab, komme dann hier endlich, endlich mit beiden Jungs zuhause an, gebe meinem Mittleren mein kiloschweres Schlüsselbund, weil er so gerne selber aufschließt, und das klappt auch gut – Briefkasten, Haustür, prima – aber dann: zeigt er mir mein Lieblingsschlüsselbund und sagt ein wenig beiläufig: „Oh, kuck mal, das ist hier abgebrochen. Das ging auf einmal SOO schwer rumzudrehen…“

Schluck, würg.

Ein kleiner, ab morgen dreijähriger, Wicht steht derweil unten auf der Treppe und brüllt, meine Lunge pfeift und die Knie geben schon ein wenig nach, und dann noch DAS. Das winzige Schlüssel-Fragment steckt wacker im Schlüsselloch und versucht vergeblich, alleine die Tür zu öffnen, während der Rest mich zu verhöhnen scheint: „HÖHÖ, jetzt versuch doch mal, OHNE mich aufzuschließen, HARR HARR!“

Schlüssel können so gemein sein.

Aber Frau Magrat wäre nicht Frau Magrat, wenn an ihrem kiloschweren Lieblingsschlüsselbund (ich hab nur das eine, und da ist ALLES dran) nicht auch ein kleines schwarzes Schweizer Taschenmesserlein stüke. Nun hieß es, nicht lange zu fackeln! Messerlein aufgeklappt, das immer noch schreiende Kleinkind eine Treppe tiefer tapfer überhörend, ein wenig im Schlüsselloch herumstürend, bis dann plötzlich, ganz langsam, das Fragment heraus und auf mich zu kommt. Und wenn man dann noch den geheimsten aller geheimen Ersatzschlüssel sein eigen nennt… So weit, so gut.

Doch nicht nur Schlüssel neigen zum Brechen, auch Bögen. Geigenbögen.

So geschehen gestern. Da übt unser liebes Tochterkind wochen- und monatelang für den großen Auftritt mit der Schülerband, und dann bricht der Bogen entzwei. Nicht etwa NACH dem Auftritt, oder meinetwege eine Stunde vorher, das wär ja zu einfach, da hätte man ja noch einen Ersatzbogen auftreiben und alles retten können! Nein, unser Bogen zerbricht direkt, und ich meine damit unmittelbar, VOR dem Auftritt.

Okay, man KANN Stücke auf der Geige auch zupfen. Aber seien wir ehrlich – es ist nicht dasselbe. Sie tat mir so leid, da stand sie nun und zupfte tapfer alle Stücke, die sie vorher so toll geübt hatte, und war so traurig…

Naja, es hätte schlimmer kommen können. Schließlich ist es an ihrer Schule traurige „Tradition“, daß sich jedes Jahr (tatsächlich!) ein Kind kurz vor der Abschlußfahrt einen Arm bricht. Diesmal traf es eine Freundin unserer Tochter…

Also, neuer Schlüssel muß her, neuer Bogen auch, und alles wird gut.

3 Antworten auf „Der Wurm…“

  1. Hihi, klar, kein Problem! An meinem Schlüsselbund hab ich übrigens nicht nur ein Taschenmesser, sondern auch eine Taschenlampe, ein kleines Täschchen für Notfall-Traubenzucker, welches aber immer geplündert wird, einen Einkaufsschip, den ich quasi nie brauche, jetzt – wo ich das hier so schreibe und darüber nachdenke, dann noch sämtliche Fahrradschlüssel, diverse Karabinerhaken und zu guter Letzt einen Plüschtiger.
    Ach ja, und einen „Ich wurde verloren – werft mich in den nächsten Briefkasten und ich kehre zu meinem Frauchen zurück“-Anhänger. Den Komplett-Verlust meines Schlüsselbundes würde ich übrigens SOFORT bemerken: ich könnte dann plötzlich wieder aufrecht gehen ;-) !

  2. Naja, jetzt, wo du es sagst, muss ich gestehen, dass sich einiges davon auch an meinem Schlüsselbund befindet. Eben diverse Schlüssel (Haustür, Wohnungstür, Keller, Briefkasten, Hinterausgang), eine Taschenlampe und ein Einkaufschip. Früher hing da auch noch ein Flaschenöffner dran, aber den hats irgendwann „zerrissen“ :D

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