Gehirnwäsche

Also ich muß schon sagen. So eine Woche alleine mit den Kinderlein, die hat es in sich. Nicht daß es nicht zu schaffen wär, das nicht. Aber den ganzen lieben langen (laaaangen!) Tag Leute um sich zu haben, die a) noch Windeln benötigen, b) noch nicht alle Zischlaute aussprechen können, c) von sich behaupten Roboter zu sein, d) von sich behaupten, sich regelmäßig in einen Löwen zu verwandeln, e) mit kleinen Plastekanonen aufeinander schießen, e) bis z) wahlweise hinzuzufügen… das ist wie in „Einer flog übers Kuckucksnest“.

Plötzlich fängt man an, den Smalltalk beim Bäcker für einen richtigen Dialog zu halten.

Auf dem Kindergartenspielplatz bin ich heute vor einer Fünfjährigen zurückgewichen, die mir irgendetwas erzählen wollte.

Und ich habe festgestellt, daß meine Sonnenbrille, meine von mir so hochgeschätzte, weil verdunkelnde Sonnenbrille, den Farbkontrast bezüglich roter Strickjacken derart augenfeindlich beeinflußt, daß ich begann, um meine nicht weniger hochgeschätzte Netzhaut zu fürchten! Wie kann man denn bitteschön Kindern solche ROTEN Kleidungsstücke anziehen?!

Vielleicht hat das dauernde Zugetextetwerden neurologische Auswirkungen auf das Sehzentrum? Hat man das schon erforscht? Oder liegt es an den Frequenzen? Diese hohen Schwingungen kindlichen Gequatsches sind auf Dauer wohl schädlich – MÜSSEN es sein!

Und die DINGE, die man im Laufe eines Tages sagt!

„Schau mal, im Blumentopf brennt noch Licht!“

„Nein, du sollst eben NICHT mit dem Hammer gegen die Glastür pochen!“

„Könnt ihr jetzt bitte – BITTE – mal still sein und einfach nur dasitzen und essen?“

„Hör auf, deinen kleinen Bruder zu würgen!“

Ach egal, was soll’s, so ist es eben.

2 Antworten auf „Gehirnwäsche“

  1. „von sich behaupten, sich regelmäßig in einen Löwen zu verwandeln“, da kenne ich auch einen, der ist jetzt 5 (fast 6) und ist mein Kurzer ;)

    Sehr schön beschrieben, kann ich ziemlich gut nachvollziehen. Kopf hoch, die werden auch größer ;)

  2. @Retronaut

    Da hast du recht, irgendwann sind sie groß und das ist auch gut so und dann denkt man wahrscheinlich ein wenig wehmütig dran zurück… *seufz*

    Das Kind, welches sich bei uns immer in einen Löwen verwandelt, ist übrigens unsere Tochter und die wird bald 11 ;-) …

Kommentare sind geschlossen.