Ins große Bett…

… wollen immer alle. Wir haben ja schon ein extra großes Bett gekauft, 2x2m, damit außer mir und meinem lieben Mann auch noch mindestens 2 kleine Rüben darin Platz haben. Die Große ist ja schon ein paar Jahre „weg davon“… 

Nun gibt es ja hierbei wie bei allem anderen auch ein paar einfache Regeln, die da lauten:

1. Jedes Kind geht abends in sein eigenes Bett

2. Ins Große Bett darf man erst, wenn

a) es dunkel ist (schwierig im Sommer) und

b) die Eltern bereits darin liegen und schlafen(!)

Die Umsetzung dieser einfachen Regeln gestaltet sich unerwartet schwierig: der Jüngste hat in Ermangelung eines eigenen Kinderzimmers nur sein Gitterbett (selbstverständlich mit Öffnung) im elterlichen Schlafzimmer und dieses ist ihm eigentlich schon zu klein (das Bett, nicht das Zimmer). Da seine Eltern aber keine Unmenschen sind, spielt sich jeden Abend in etwa Folgendes ab:

Frau Magrat macht den Jüngsten bettfertig, man schaut sich noch einige Bücher an (von Baggern, Baustellen und Petterson und Findus), kuschelt sich danach gemeinsam auf die Couch, danach wird das Kindchen ins kleine Gitterbett gelegt, zugedeckt und mit den Worten „Gute Nacht, mein kleiner Schatz, schlafe schön, ich hab dich lieb.“ in die Nacht verabschiedet. Frau Magrat verläßt danach unwillkürlich das Schlafzimmer. 

Nun steht der kleine Schatz wieder auf, geht zum lieben Papa mit den Worten „Ich kann mich nicht alleine zudecken.“, worauf der liebe Papa das liebe Kind ins große Bett(!) bringt und es ordnungsgemäß zudeckt. (Punkt 1 ist also erfüllt, Punkt 2 ist… naja, lassen wir das, Konsequenz ist eben alles).

So weit, so gut.

Nun ist aber unserem Mittleren (2.0) aufgefallen, daß Punkt 2 der Elterlichen Konventionen bei Kind 3.0 nicht erfüllt werden. Statt dies außergerichtlich mit seinen Erzeugern auszutragen, geht er mit uns nun allabendlich streng ins Gericht. Das klingt dann auch schon einmal so, wie vor drei Tagen geschehen:

„Mamaaaaa? Darf ich schon ins große Beee-heeett? Der 3.o liegt auch schon drin! Warum ich nicht?! Das ist soooo gemeeeiiin! Weißte, in manchen Nächten, die vor mir lagen, und die nun hinter mir liegen, habe ich die ganze Zeit GEWEINT!“

Was antwortet man denn DARAUF bitte? 

Ergebnis:

Immer öfter darf auch 2.0 bereits ins große Bett, wenn die Eltern noch NICHT drin liegen, vorausgesetzt, der 3.0 schläft schon, da er seinen großen Bruder sonst die ganze Zeit piesackt und krabbelt. 

 

Ergebnis dieses Ergebnisses:

Immer öfter schlafen nun Papa und/oder Mama auf der Couch, weil sie 

a) da sowieso schon ein paar Stunden herumgelegen und ein paar Horrorfilme und obszöne Werbeblöcke verschlafen haben und 

b) nicht Gefahr laufen, ein gemeingefährliches spitzes Kinder-Knie in die Rippe gebohrt zu bekommen 

c) die Mama ein paar Stunden schlafen und obendrein frei entscheiden kann, auf welcher Seite sie liegt, weil keiner an ihr herumnuckelt (nicht, was Sie da draußen sich jetzt wieder ausgemalt haben, ich schreibe hier vom Stillen …!)

 

Ergebnis³:

Wir denken jetzt wieder etwas ernsthafter über ein eigenes Haus mit drei Kinderzimmern nach. Oder zumindest über eine größere Couch…

Eine Antwort auf „Ins große Bett…“

  1. Wundert mich, dass die Racker nicht schon dazu übergegangen sind, euch dann auf der Couch „heimzusuchen“… bei einer größeren, gemütlicheren Couch wird es garantiert darauf hinauslaufen ;)

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