Wie löblich!

Kennen Sie die löbliche Heimseite des Reinhard Pfaffenberg?

Nein? Dann wird es höchste Zeit, wie ich finde. 

Ein Rentner, Jahrgang ’35, steht ein für löbliche Erziehungsmethoden, gutes Deutsch und redliche Musikanten, stellt uns seine Verwandtschaft, Bekanntschaft und Mieter vor, ist immer auf dem Laufenden, ist dabei, einen eigenen Fernsehkanal zu etablieren (löblich: einzurichten) und informiert uns über Blitzpöbel-Versammlungen (unlöblich: Flashmobbing).

„Harry Potter ist unlöblich!“ lesen wir hier. Aber es gibt auch wertvolle Informationen… …über Brechtanz und Hipf Hüpf (unlöblich: Hip Hop), Lichtspielhäuser und Handtelefone. 

O-Ton R. Pfaffenberg:

„Als ich noch ein junger Hüpfer war, trollte ich mich mit meinen Freunden in der löblichen Natur und sammelte seltene Pflanzen und klebte diese in ein Album. Im Winter wurde ein Schneemann gebaut oder eine pfundige Schneeballschlacht veranstaltet. Als ich dann alt genug war, wurde ich ein löblicher Messdiener und organisierte mich in der Pfarrjugend.

Heutzutage kennen die Jugendlichen diese löblichen Freizeitbeschäftigungen nicht mehr. Heute werden nur noch menschenverachtende Weichwarenspiele (unlöblich: Softwarespiele) auf den Heimrechnern gespielt.“

 

Ob myspace oder facebook (wie unlöblich!), kein Trend (löblich: Strömung, Entwicklungsneigung) geht an ihm vorbei. 

Wenn man mal wieder vergessen hat, was man eigentlich im Web wollte: Biddeschön! Ein Blick auf Herrn Pfaffenbergs Heimseite lohnt immer. 

Eigentlich. 

Was denken Sie da draußen? Kennt die Seite schon jemand? Und – sollten uns all die unlöblichen Dinge nicht zu denken geben?

Ich denke: Nein. Doch. Also. Gelegentlich.

2 Antworten auf „Wie löblich!“

  1. Haha, das ist ja lustig – als ich in meinem FeedReader das „löblich“ in der Überschrift las, musste ich sofort an Pfaffenbergs löbliche Heimseite denken :D

    Wie demnach unschwer zu erkennen ist, kenne ich seine Seite. Ich finde es ganz witzig, auf diese Weise mal präsentiert zu bekommen, wie unsere Welt ohne Anglizismen wäre. Teilweise merkt man da erst, wie sehr man davon schon beeinflusst ist.

    Wobei ich nicht glaube, dass die Seite „echt“ ist. Sie dient wohl eher dazu, uns auf lustige Weise mit unserer eigenen Gesellschaft und der Entwicklung unserer Sprache zu konfrontieren. Für diese These spricht immerhin, dass der gute „Herr Pfaffenberg“ keine eigene Domain hat, sondern unter pfaffenberg.permuda.net ein Dasein als Subdomain fristet. Um Herauszufinden, wer denn da hinter der Aktion steckt oder zumindest, wer der Sponsor der Pfaffenberg-Seite ist, muss man einfach mal permuda.net -ohne „pfaffenberg.“ davor- eingeben. Ob es wohl Zufall ist, dass man dann eine Definition des Wortes Satire erhält? ;)

  2. Hihi, ja, dachte ich mir schon, daß es nur ein „Fake“ ist (löblich: Vortäuschung) ;-)

    Aber halt echt witzig, und die Seite gibt es ja auch schon seit geraumer Zeit. Werde gleich mal unter permuda.net schauen…

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