Amerikanische Eßunkultur…

…nannte es ein guter Bekannter, wenn zu Hause die Küche kalt blieb und stattdessen synthetische MAHLZEITEN™ auf den Tisch, oder vielmehr auf das Einheitstablett oder ganz und gar in die Tüte kamen. Und damit hatte er – eigentlich –  auch recht.

Wie gesagt: eigentlich. 

Denn alle paar Wochen, okay: Monate, heißt es bei Frau Magrat: „Heute fahren wir zu – nennen wir es mal -M*cD**s!“

Heute zum Beispiel. Es gelten dabei folgende Bedingungen:

1. Es findet NICHT während einer Urlaubsreise statt:

a) Es muß tatsächlich M*cD**s sein, nicht etwas B**rK**g oder so etwas. Warum? Na – aus Prinzip!

b) Es muß zur Frühstückszeit stattfinden, also vor 11.00 Uhr, da es nur dann lecker Ei mit Schinken gibt.

c) Es SOLLTE nach Möglichkeit das Spielzimmer frei sein und dann von der kompletten Frau Magrat-Familie in Beschlag genommen werden, weil es schlimm genug ist, wenn die eigenen Kinder ständig Pommes runterfallen lassen und Milchshakes verschütten, es aber absolut UNTRAGBAR ist, wenn das anderen Kindern passiert. Außerdem neigen viele Menschen dazu, eine Mutter offenkundig mehrerer Kinder als Super-Nanny oder Mary Poppins zu mißbrauchen, was sich darin äußert, daß diese Leute in aller Seelenruhe ihre Burger essen, während eine Frau Magrat wildfremdem Nachwuchs die Schuhe ausziehen/Nase putzen/Schnürsenkel wieder zumachen und dazwischen auch noch Hilfestellung beim Klettern geben muß. Sind es obendrein gesprächige Kinder kann es zu akutem Zugetextet-Werden mit anschließendem Hörsturz und/oder akutem Ohrbluten kommen.

d) Sollte das Spielzimmer bereits besetzt sein, nimmt die Familie im „normalen“ Bereich Platz, muß sich nun aber ständig das Gebrömmel der lieben Frau Magrat anhören, weil es hier zu laut/zugig/dreckig/eklig/eng ist, ohne davon offenkundig genervt zu sein, da das die Situation unweigerlich eskalieren ließe.

e) Es darf außerdem nix angefaßt werden, denn das ist alles unhygienisch. Obendrein wird so bekanntlich die Schweinegrippe/Herpes/Pest/Ebola/Dreck übertragen.

f) Mit dem dienstbeflissenen M*cD**s-Personal wird Nachsicht geübt. Sie haben einen M*cSch**ß-Job, den Frau Magrat keinen TAG lang aushielte, ohne anschließend eingeliefert werden zu müssen. Überdies ist es eben nicht jedem geläufig, daß man Zöliakie-Betroffenen das glutenverseuchte Weizenbrötchen EBEN NICHT mit auf den Teller in die Futter-Pappe legen darf, nur weil man die Dinger schließlich trotzdem mit bezahlt hat. Der dezente Hinweis auf eine SOFORTIGE Krankenhaus-Einweisung bei Verzehr dieser „paar Krümel“ zeigt meist sehr schnell die gewünschte Wirkung.

 

2. Es findet WÄHREND einer Urlaubsreise statt (dabei wahlweise An- oder Abreise bzw. Aufenthalt)

Genau wie oben, außer b)

2 Antworten auf „Amerikanische Eßunkultur…“

  1. Ich muss ja sagen, dass ich nicht mehr so gern zu Mc D. gehe, seitdem die ihren Einrichtungsstil modernisiert haben. Ich kann mich einfach nicht mit diesen ganzen Braun-Tönen anfreunden… überall wird jetzt auf „Lounge“ gemacht – halloooo? Das ist ein verdammter Schnell-Imbiss! Konzept ist es, dass wir Kunden da reingehen, unser Geld da lassen und möglichst schnell wieder verschwinden, um anderen Kunden Platz zu machen. Sollen sie doch dazu stehen und nicht einen auf „Bei uns kann man toll relaxen und bei einem McKaffee (was für ein Schwachsinn) die Seele baumeln lassen (ich wiederhole mich gern: was für ein Schwachsinn)“.

    Ich habe eigentlich nichts gegen Mc D., hab da in meiner Kindheit eine schöne Zeit verbracht, da auch einige Geburtstage -auch eigene^^- gefeiert und esse deren Essen auch heute ab und zu noch gerne – aber der heuchlerische Einrichtungsmist geht mir ziemlich auf den Keks.

  2. Naja, es als „Restaurant“ zu bezeichnen, fiele mir auch nicht ein. Die Inneneinrichtung als solche ist mir nicht so wichtig, es darf nur nicht schäbig oder allzu eklig sein, und es kam auch schon vor, daß ich eine Angestellte gebeten hab, doch bitte mal mit dem Lappen über den Tisch zu wischen, naja, ich ekle mich halt schnell (siehe oben).

    Aber worauf ich WERT lege, ist, daß kein CLOWN auf mich herabgrinst, den finde ich nämlich absolut gruselig! (Zu oft „Es“ von Stephen King gelesen, vermutlich)

    Ich wünsche dir noch einen schönen „Kampf- und Feiertag“! ;-)

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