Osmia rufa

„Wat dat denn?“ werden jetzt einige fragen. Ging mir heute morgen auch so. Vor einigen Tagen erzählte mir mein lieber Mann, daß eine gemeine (im Sinne von Stech-Gefahr) Wespe ein Nest im Fensterrahmen im Kinderzimmer unseres Tochterkindes zu bauen versuche. Ein kurzes „Ach was!“ entfuhr Frau Magrat, und fertig. Denn selbstverständlich wurde diesem (für uns potenziell gefährlichen) Unterfangen sofort Einhalt geboten. Doch weit gefehlt.

Heute morgen, wie gesagt, verkündete unser Töchterlein ganz stolz, daß sie heute mit ihrem kleinen Bruder die olle Wespe einfangen und ins Freie setzen wolle.

Ich wurde hellhörig. Das Tier ist noch da? Baut ungestört ihr Nest? Ein Wespennest? Ins Kinderzimmer? Unwillkürlich mußte ich an meine arme Mutter denken, die Ärmste wurde im letzten Sommer von einer Wespe gestochen und reagierte mit einem anaphylaktischen Schock darauf… Notarzt, Krankenwagen, Krankenhaus…

Sofort eilte ich ins Kinderzimmer. Und tatsächlich. Da war jemand ganz fleißig, aber das war keine Wespe. Also schnell das Handbuch über Mitteleuropäische Hautflügler zur Hand, was ja in keinem Haushalt fehlt, und nachgeschlagen.

Ganz klar, das war eine Biene! Keine Honigbiene, obwohl ich mir in Gedanken schon ausmalte, wie es wohl wär, wenn Frau Magrat ihr glutenfreies Frühstücksbrötchen mit eigenem Honig bestrüche…
Es handelt sich stattdessen einwandfrei um eine Rote Mauerbiene (lat. Osmia rufa),Gattung Mauerbienen (Osmia) aus der Unterfamilie der Bauchsammlerbienen (Megachilinae), wiederum aus der Familie der – natürlich – Bienen (Apidae).

Das war also geklärt. Ich weiß eben gerne, mit wem ich es zu tun habe…

Ach ja, dreimal dürfen Sie raten, wie unser Bienlein heißt! Denn es IST jetzt unser Bienlein, da sie selbstverständlich Mutterschutz geniest genießt, und Naturschutz, und Nestbauschutz, und …

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