Luftrettung, was?!

Eigentlich hatte ich ja mit dem Thema schon abgeschlossen. Innerlich. Endlich.  Aber durch die „Dreisten Vertreter“-Beiträge wurde das Ganze wieder in Erinnerung gerufen. Und HEUTE erst stand WIEDER eine Vertreterin dieser …Gesellschaft vor unserer Wohnungstür! HAH!

Sie begrüßte mich mit den Worten: „Ich komme von der Ambulanz, aber keine Angst, es ist nix passiert…“ Ich warf lediglich einen kurzen Blick auf ihr T-Shirt mit dem daraufgenähten, wohlbekannten Logo (nennen wir es mal „XYZ“). 

„Ah!“ rief ich aus. „XYZ, was?! Luftrettung, wie?! Kenne ich, ich hab schon einmal gegen Ihre Gesellschaft VOR GERICHT ausgesagt!“ – Na, die junge Dame hat nicht schlecht geguckt. Nach einer kurzen Erklärung meinerseits verfiel ihr freudiger „Ich will doch nur Ihr Bestes!“ – Gesichtsausdruck zu einer ausdruckslosen Maske. „Schönen Tag noch!“ rief ich ihr nun wiederum fröhlich hinterher…

Was war passiert? Vor fast genau noch nicht ganz knapp 3 Jahren stand so ein junger „XYZ“-Vertreter vor der Tür. Frau Magrat stand offenbar noch ganz unter dem verwirrenden Einfluß der Hormone, die so kurz nach einer Geburt eine Art Eigenleben führen. Ich hörte nur die Worte „Helfen. Abgesichert. Familie. Kinder.“ und – ZACK! – legte sich der „Ich-beschütze-meine-Familie-alles-wird-gut“-Schalter um: 

Ich bat ihn HEREIN!

Um es kurz zu machen:

Frau Magrat hört zu, findet das gut, der hiesige Rettungshubschrauber soll finanziell unterstützt werden, tolle Sache – das, schnell unterschrieben, ist ja ein Haustürgeschäft, kein Risiko, juhu.

Einen Tag später: Frau Magrat hat erst ein wenig gegrübelt, dann ein bisschen gegoogelt, findet GENAU DIESE Luftrettungsgesellschaft als schwarzes Schaf auf der Webseite der ECHTEN Rettungsgesellschaft, die auch der ECHTE Besitzer des hiesigen Rettungshubschraubers ist, meldet sich dort sofort, wie empfohlen, antwortet auf die Frage, ob sie gegen diesen Verein auch vor Gericht aussagen würde, mit einem fröhlichen „Ja, na klar!“ , schreibt ein Gedächtnisprotokoll, telefoniert mit der hiesigen Kriminalpolizei, welche dann auch gleich zu Hause in Gestalt eines früheres Schulkameraden auf der sprichwörtlichen Matte steht, um die Anzeige aufzunehmen. Menno.

Nach laaanger Zeit, vielleicht ein knappes Jahr, flattert ein Brief ins Haus. Eine Gerichtsvorladung! In eine Stadt, die etliche Stunden von uns entfernt liegt! Und das, wo doch Frau Magrat so ungern irgendwohin geht, wo sie noch nie vorher war. Mit einem Säugling! Ich war völlig fertig. Glücklicherweise war zur selben Zeit mein lieber Mann krank, erkältet, das klingt jetzt ein wenig herzlos, ist aber nicht so gemeint. Das gab mir die Möglichkeit, den Termin abzusagen. Die meisten anderen Zeugen hatten wohl sogar schon vor mir abgesagt, und ich mach mich da so fertig, typisch! 

Nach wiederum laaaanger Zeit kam dann die nächste Vorladung, ins hiesige  Amtsgericht, eine Viertelstunde entfernt. Das stelle man sich mal vor! Fast wäre Frau Magrat um die (gefühlte) halbe Welt gereist, und dabei ging das auch vor der Haustür! Also nix wie hin, ausgesagt, fertig.

Schon am nächsten Tag standen damals übrigens wieder zwei „XYZ“-Vertreter vor der Tür…

Eine Antwort auf „Luftrettung, was?!“

  1. Schon am nächsten Tag standen damals übrigens wieder zwei “XYZ”-Vertreter vor der Tür…

    Spätestens da hättest du wohl auch ohne deren Unterstützung „in die Luft gehen“ können, oder? :D

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