Haustür- und andere Geschäfte

Wie ich bei Sara, Marc & Sascha las, sind nach wie vor  viele „windige Vertreter“ unterwegs, mit immer neuen Maschen. Wie schon angedroht, hier nun ein Erlebnis, welches uns widerfuhr. Der Schreck sitzt noch immer tief…

Letztes Jahr, so im Herbst, vielleicht, geriet mir der Prospekt eines bekannten Discounters in die Finger. Und siehe da: zusammen mit einer Häusle-Bau-Firma gab es hier Häuser zum Schnäppchenpreis! Da wir schon lange mit dem Gedanken spielten, ein Haus zu kaufen oder eben zu bauen, schaute ich gleich im Web und bestellte den aktuellen Katalog. Kost‘ ja nix! Nur ma‘ kuckn!

Eine Woche später klingelte das Telefon. Wir hätten doch den Katalog bestellt, ob denn nicht ein Vertreter der Firma uns besuchen  und uns das näher erläutern könne? Kurz nachgedacht – ja, warum eigentlich nicht, dachte sich Frau Magrat. Kost‘ ja nix! Nur ma‘ anhör’n! 

Es dauerte nicht lange, und besagter Vertreter stand vor der Tür. Er hatte diesen und jenen Katalog mit, fragte ein bisschen, was für Vorstellungen wir denn so hätten und welches dieser Aktionshäuser denn in Frage käme. Nun, aufgrund der Wohnfläche und der Tatsache, daß wir ja 5 Personen sind, blieb nur eins, nämlich das Teuerste. 

Hatte ich schon erwähnt, daß besagte Häuser alles Ausbauhäuser waren?  

Der Herr fragte dann, ob er denn das nun so aufnehmen könne, er würde jetzt alles aufschreiben, damit die Finanzierbarkeit der ganzen Sache geprüft werden könne. Schob uns alles rüber, so – hier und hier eine Unterschrift, Sie brauchen sich keine Gedanken zu machen, solange nicht klar ist, ob Sie sich das überhaupt leisten können und ein Grundstück haben Sie ja auch noch nicht- bla bla bla. Wir sagten ihm mehrfach, daß wir uns noch keineswegs sicher sind, ob wir überhaupt ein Haus bauen oder lieber ein altes Haus kaufen wollten etc. .Kein Problem wäre das, wir bräuchten uns keine Gedanken machen, daß wär doch alles nur für den Finanzierungsvorschlag bla bla. 

In dieser Nacht machte ich kein Auge zu. Am nächsten Morgen stand der Mann wieder auf der sprichwörtlichen Matte, er hatte wohl ein Formular vertauscht. 

Mir war richtig übel. Immer wieder rechneten wir und kamen zu dem Schluß, daß das ein ganz schön teures Vergnügen würde,  noch dazu, wenn wir nicht selbst Hand anlegen würden, wozu wir die Zeit ja vermutlich gar nicht hätten, sondern noch ein paar Firmen bestellen müßten. Dann könnte man nur das Material dieser Ausbauhausfirma nehmen, und ich sage lieber gar nicht, was ich in diversen Foren und Blogs zu diesem Thema gefunden hatte!

Mein lieber Mann und ich beschlossen, auf der Stelle einen Widerruf zu schreiben. Ich rief beim Kundendienst an, der Mensch am Telefon meinte nur, ich solle das schriftlich machen, wie bei allen anderen Verträgen bestünde ja mein Widerrufsrecht. Am nächsten Tag riefen wir den Vertreter an, der uns an seinen Vorgesetzten verwies.

Dieser meldete sich anderthalb (!) Wochen später. Ich solle ihm doch einmal erklären, warum wir jetzt widerrufen wollten. Ich faselte irgendetwas, daraufhin meinte er nur: Das ist ein Werksvertrag, da gibt es kein Widerrufsrecht. Da stecken Sie jetzt DRIN! Aber kulant, wie die Firma ist, würde er jetzt erst einmal einen Finanzberater rumschicken, der solle prüfen, ob wir uns das Haus TATSÄCHLICH nicht leisten könnten, und WENN das so wär, kämen wir ohne irgendwelche Kosten aus der Sache raus.

Auf meine Frage, was denn wäre, wenn dieser firmeneigene und somit wohl  nicht ganz objektiv beurteilende Finanztyp nun befände, daß wir uns die Sache zu horrenden Bedingungen DOCH leisten könnten?! Seine kühle Antwort: Naja, im schlimmsten Falle sind Sie dann mit 15% der Bausumme dabei.“ 

15 % ! Von … sagen wir mal … 150.000 € !  Ich meine, daß sind 22.500 € !

Für NiX! Dafür, daß ich doch eigentlich nur mal in diesen VERDAMMTEN KATALOG schauen wollte!

Und wie ging das Ganze aus? Einen Tag später, nach diesem Anruf, kam ein Schreiben von der Firma, sie hätten unseren Widerruf mit Bedauern zur Kenntnis genommen, würden nun noch irgendetwas prüfen und sich innerhalb der nächsten 3 Wochen melden. 

Unser Vertreter kam nie wieder, dessen Vorgesetzter rief nie wieder an, es kam nie ein Finanzberater zu uns, und die 3 Wochen, innerhalb derer sich die Firma melden wollte, dauern nun schon fast ein halbes Jahr an. So viel zur Seriösität dieser Firma.

So langsam trauen wir uns wieder, an ein eigenes Haus zu denken…

 

P.S. Und dann war da noch die Sache mit der Luftrettung, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte…

2 Antworten auf „Haustür- und andere Geschäfte“

  1. Boah, das ist ja wohl ein Hammer. Solche Typen sollte man keine Firma führen lassen. Bei Haustürgeschäften gibt es aber, soviel ich weiß, immer ein Widerrufsrecht. Ich bin den Typen immer viel zu skeptisch gegenüber und unterschreibe nichts. Wenn die nichts anbieten können ohne eine Unterschrift, dann eben nicht.

    Da sieht man es mal wieder – Abzocke scheint zum Tagesgeschäft zu gehören.

  2. Ja, diese Skepsis ist auch wirklich angebracht, und du kannst mir glauben, ich unterschreibe jetzt nicht einmal mehr Briefe an meine Oma (also WENN ich ihr welche schrübe ;-) ) !

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