Freitag jup-hei-di!

Gleich kommt unser Mittelkind nach Hause, abgeholt von meinem lieben Mann und in Anbetracht der herrschenden Uhrzeit als Mittagskind. Das bedeutet, daß er -also unser Sohn, nicht mein Mann – (und somit auch wir) um seinen immer noch sehr benötigten Mittagsschlaf gebracht wird, da er ja zuhause keinen macht. Das bedeutet außerdem, daß wir alle wie so ein bisschen drunter leiden müssen, denn unausgeschlafen ist er unaussprechlich unausstehlich.

Aber wir haben es ja so gewollt. Die Freude auf seinem kleinen Vorschulkindgesichtchen ist nach wie vor rührend, wissen Sie? Und das kann man sich ja dann immer noch einreden, wenn sich sein kleines Vorschulkindgesichtchen bald darauf in zornige Falten legt, wenn es zur Bommel gebunden wird, wenn er tobt und schreit und weint, und wenn er dann schlußendlich zu einer Platte von den Toten Hosen langsam auf dem Schaukelpferd einschläft und droht, von selbigem abzustürzen. Kurz vor dem Abendbrot.

Im Gegensatz dazu bleibt ja unser großes Tochterkind freitags am liebsten bis zum „get no“ in der Schule. Ja, Sie haben richtig gehört. Denn ab Mittag haben die Kinderchen Zeit, im Keller zu spielen, oder im Teppichraum, oder auf dem Spielplatz. Alles, wirklich alles scheint besser zu sein, als bereits mittags zusammen mit dem kleinen Bruder abgeholt zu werden. Naja, irgendwie versteh ich das ja. Allerdings beschert es uns immer einige logistische Probleme. Aber – wir haben es ja so gewollt.

Und bald, ganz bald, kommt nun auch unser Jüngster in den Kindergarten. Oder, wie eine Mitarbeiterin der Kindergarten-Verwaltung einmal zu unserem Mittleren sagte, als wir ihn im Kiga anmelden wollten: „Jetzt wirst du also bald ein Einrichtungskind!“ Dieser Satz begann bald, mir den Schlaf zu rauben. Nein, mein kleiner Sohn sollte kein Einrichtungskind werden! Mir war, als würde ich ihn weggeben, damit er Teil der Kindergarteneinrichtung würde! (Frau Magrat stellt sich alles, buchstäblich ALLES, bildlich vor, das kann teilweise sehr belastend sein). Jedenfalls beschloß ich daraufhin, daß er noch nicht in den Kiga gehen, sondern noch ein halbes Jahr länger ein Mamakind bleiben sollte…

Jetzt also unser Kleinster. Ab in den Kiga. Und die Mama? Sitzt zu Hause. Ach ja. Und dann…?

Seit Monaten frage ich mich nun, wie es wohl weitergehen soll, wenn der Jüngste tagsüber in der „Einrichtung“ ist. Okay, eigentlich frage ich mich das schon seit Jahren… Bis jetzt verlief mein berufliches Leben, meine Karriere außerhalb meines Mama-Daseins, nahezu ausnahmslos ehrenamtlich. Überbrückend. Umschulend. Lernend. Wartend.

Oh, grad im Moment haben wir die Zusag per Post erhalten, daß unser Töchterlein ihre Aufnahmeprüfung für das Gym bestanden hat! Hurra! Jetzt wissen wir wenigstens, wie es bei IHR weitergeht, das ist ja auch schon was… Toll, ich freu mich so, das schreit nach einem kleinen Überraschungsgeschenk als Belohnung, oder ?

Na, und ich werde mir weiterhin so ein paar leise Freitags-Gedanken machen, ehrenamtlich, versteht sich…