Ab in den Park…

…dachte ich mir gestern nachmittag, nachdem es schon gefühlte 2 Stunden gedauert hatte, die Rüben aus Kindergarten und Schule abzuholen. Die Sonne schien, die Vögel sangen begeistert, allüberall Schneeglöckchen und Kroken (Krokusse, Kroki, Krokae, Krokusses,Kroku..dile?) sprangen fröhlich umher, und ich wußte: wir müssen ab in den Park.

Aber erst noch das geliebte Bobby Car aus dem Keller holen. Aber erst noch fix Pipi machen gehen. Aber erst noch die geliebte Kamera holen. Aber erst noch Trinkjoghurte und Kekse einpacken. Aber dann los!

Im Park angekommen, alle Kinderfahrzeuge verteilt, Helm auf, Belehrungen ausgesprochen, entsprechende Konsequenzen für das Übertreten diverser Regeln und Abkommen angedroht pädagogisch vermittelt, meinen Lieblingsrucksack aufgesetzt, meine neue Kameratasche umgehängt, meine Lieblingskamera umgehängt, das männerfaustgroße Schlüsselbund in die Jacke gestopft, Traubenzucker dabei?, 3 Päckchen Taschentücher auf 2 Jackentaschen aufgeteilt?, kurz einmal „IiiiiAaaah!“ geschrien, aber dann los!

Geschätzte 185 m weiter stellt mein liebes jüngstes Kindelein fest: „Das geht nicht.“ Sagt das ganz trocken, läßt das geliebte Bobby Car stehen und trollt sich.

Ich trage das blöde Ding das olle Auto geliebte Bobby Car um das gesamte Tiergehege herum. Gefühlte 23 Kilometer, geschätzte 23 Kilogramm.

Aber es ist immer noch Frühling! Eine Mufflon-Dame hat Zwillingen das Leben geschenkt. Wie süß. Mir fällt eine Begebenheit hier im Park ein, die mich jedes Mal wieder auf die metaphorische Palme bringt, zugetragen hat sie sich vor einigen Jahren:

Ein anderer Frühlingstag, ein anderes Mufflon-Weibchen, ein anderes neugeborenes Lämmchen, ganz frisch auf dieser verrückten Welt, die Nabelschnur hängt noch gut sichtbar am Bäuchlein.

Eine ältere Dame steht vor dem Gatter und wundert sich laut hörbar: „Oh, wie niedlich! Also daß sie DAS nicht ins STREICHELGEHEGE stecken?!“

Das muß man sich mal vorstellen! Ein Neugeborenes! Ein kleines frisches zerbrechliches Lämmchen! Aaaargh!

Frau Magrat mußte schwer an sich halten, um der Omma nicht gehörig die Meinung zu sagen… (grummel…)

Doch zurück zum gestrigen Tag. (Zurück in die Zukunft, sozusagen, einer meiner Lieblingsfilme übrigens… aber das nur am Rande). Ich photographiere wie wild, die Kinder spazieren derweil in aller Ruhe Richtung reißendem Wasserfall, ich bemerke es natürlich rechtzeitig, lasse einen Brüller los, die Kinder erschrecken, kommen aber (zu meiner leisen Verwunderung) tatsächlich wieder zurück, es geht weiter.

Nach genau einer Stunde sind wir wieder am und im Auto, haben wieder alles im Kofferraum (unter leisen Verwünschungen) verstaut, ich hab die Kinder eingesammelt und ordnungsgemäß in die gesetzlich vorgeschriebenen Rückhaltevorrichtungen installiert.

Jetzt aber los!

Eine Antwort auf „Ab in den Park…“

  1. Wie toll Du schreiben kannst. Man fühlt sich gleich regelrecht „kopiert“ in seinen Erlebnissen. :-) Meine Besuche im Wildpark verlaufen sehr, sehr ähnlich. Was ich besonders „liebe“ ist die Ohnmacht, mit der man den kleinen am Ende des Tages dann doch nahezu jeden Willen erfüllen muss. BobbyCar oder CityRoller schleppen (bei Abfahrt „aber will ich“ und im Park dann „ist doof“). Was soll man machen? Wirklich stehen lässt man weder Kind noch BobbyCar. Einer meiner „am liebsten gehörten Sätze“ nachdem man gerade alles verstaut und mühsam auf den Packesel (=man selbst) gehoben hat: „Ich muss mal!“ Wow. Da kommt Freude auf und die Geschwindigkeit, mit der man im Park vorankommt ist sicherlich geringer als die eines Gletschers talwärts. Aber Am Abend sind dann alle froh und es war ja soooo toll. :-) Wieder ein Tag der Freude eingetütet. Den Tieren hat das Futter für gefühlte apothekenpreisgleiche 1€ pro Handvoll geschmeckt und die Omas hatten auch ihre Freude. Da sagt der Pfadfinder in mir: Morgen wieder. :-)

    glg
    Tiana

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