Mir ist schlecht…

… heute mittag, als ich gerade losfahren wollte, unsere Große aus der häßlichen Probeunterrichtsschule abholen, da sagte mein lieber Mann, grad spiegel-online lesend: „Es gab wieder einen Schul-Amoklauf.“

Es ist also wieder passiert. Mir ist richtig schlecht. Eine Realschule in einer kleinen Stadt. Mindestens 10 Tote. Tote Schüler. Kinder, die heute morgen wie an jedem anderen Morgen auch, wie so viele Tausende Schüler auch, in ihre Schule gingen. Vielleicht von ihren Eltern hingebracht worden. Früh am Morgen von ihren Eltern verabschiedet worden sind. Von Eltern, die ihre Kinder in der Schule sicher glaubten. Die heute morgen wahrscheinlich noch gesagt hätten, was solle schon passieren? Hier?

In Winnenden, nahe bei Stuttgart, wissen Sie? Nein? Noch nie gehört? Ab heute wird man diesen Ort kennen.

Gerade lese ich, inzwischen sollen es 11 Tote sein. Der Täter sei eventuell auch schon tot. Hoffentlich. Das hoffe ich wirklich. Er war selbst noch ein Kind, mit 17 ist man das noch, keine Frage. Aber was für ein Erwachsener wäre aus ihm geworden? Mit einer solchen Schuld? Die er sicher nicht einmal als Schuld empfindet?

Auf dem Weg zur Schule begegnen mir heute viele Krankenwagen, ungewöhnlich viele. Mit Blaulicht. Und Polizei. Überall. Aber vielleicht kommt mir das nur so vor. Ich versuche mir auszumalen, wie es wäre, wenn HIER so etwas geschähe. In UNSERER Schule. UNSEREN Kindern. Ich kann es nicht, ich komme nicht weit. Das Bild würde gar zu schrecklich, zu grauenvoll, unausprechlich.

Der Täter hatte 18 Waffen. Warum? Woher? Von seinem Vater, wird vermutet. Ein erfolgreicher Unternehmer, hab ich gelesen. Erfolg? Um welchen Preis?

Ich denke an Erfurt.

Mir ist schlecht.