Moor

Der Himmel färbt sich
gierig grau –
es schmerzt, ihn anzusehen.
Drum schließ die Augen,
kehre um,
und bleib nicht länger stehen.

Schon quellen wilde Wolken
aus dem Nichts hervor.
Wo eben noch die Lichtung war,
ist plötzlich nichts als Moor.

Mit grausig grünem Grinsen
zeigen sie auf dich.
Mit Fingern, dünn und knochig,
verlockend widerlich.

Du gehst hinein!

Es schmatzt, es packt dich –
Modder rinnt dir in den Schlund.
Lange Fäden zieht der Schleim,
und Lichter glühen auf dem Grund.
Das Ende naht!

– so soll es sein…

Doch da!

Ein frischer Windhauch bringt dir Atem,
ganz klein, ganz zart noch, aber da.
Morgendämmerlichterschimmer,
ganz zart, ganz fein noch, aber nah.

Und du erwachst.
Beginnst zu leben.
Atmest, hungerst, traust dich kaum
zu glauben, was dir nun gewiß scheint:

Es war alles nur ein Traum…

Nebelsonne
Nebelsonne

Dieses kleine Gedicht entstand an einem sonnigen Sommertag, während unseres Urlaubs, während des gemeinsamen Kaffeetrinkens.

3 Antworten auf „Moor“

  1. Was Mann hier alles so entdecken kann – sehr schöne Zeilen, Frau Magrat. Wirklich, sehr schön.

    *geht beeindruckt ab*

    1. Och, da freu ich mich aber, der allererste Kommentar zu einem meiner Gedichte und dann vom Geheimrat persönlich… :rabbit_blush: ..

      Vielen Dank, Verehrtester!

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