Die (Un-)pädagogische Trickkiste…

…sollte eigentlich nie geöffnet werden. Das hatte ich mir fest vorgenommen, als ich sowohl jung an Jahren als auch arm an Kinder-hab-Erfahrungen war. Und doch!

Wenn alles Erklären fehlschlägt, wenn sachliche, logische, ruhig und unaufgeregt vorgetragene Argumente für oder wider ein bestimmtes Verhalten einfach nicht ankommen, wenn man an die Vernunft (bsw. eines Kleinkindes, haha ) appelliert, wenn auch der Böse Blick nicht wirkt, genauso wenig wie das Erheben der Stimme, das Anheben der Stimme, das Überschlagen der Stimme oder völlige Aussetzen selbiger, wenn Frau Magrat als Bierkutscher oder – im schlimmsten Fall – als Rumpelstielzchen „ihren großen Auftritt“ hat, dann ist es soweit:

Dann wird sie aufgeschlagen! Die (Un-)pädagogische Trickkiste! Die Trickkiste, aus der sich schon meine Kindergartenerzieherinnen bedient haben (nicht, daß sie es bei mir nötig gehabt hätten, daß wir uns hier richtig verstehen, nicht wahr). Absolut höchste Erfolgsquote, da besonders sparsam eingesetzt, wenn abends halb 10 während des wohlverdienten Eltern-Abends die Argumente ausgegangen sind, hat das berühmt-berüchtigte „Ich zähle bis 3, wenn du dann nicht im Bett bist/aufhörst, nach unnötigen Halstabletten zu fragen/auf der Stelle eingeschlafen bist….“

Und so fange ich an: „Eins… (Sohn springt erschrocken auf) Zwei… (Sohn ist bereits auf dem Weg in sein Zimmer) Drei… – (nein, bei drei kann ich mich nicht mehr halten vor lachen und falle fast von der Couch, es ist aber auch zu komisch) „drei“ brauch ich nie sagen, da ist schon keiner mehr zu sehen. Und das ist auch gut so. Denn – mal gesponnen, ich käme bis zur drei? Was dann? Dann muß die KONSEQUENZ kommen! Das ist doch wichtig! Jeder, der schon einmal einen jungen Hund zu erziehen hatte, wird das auf der Stelle bestätigen. Aber wie sollte eine solche Konsequenz eigentlich aussehen? Die meisten sind sich darüber gar nicht im Klaren… zählen bis drei, und zählen und zählen, und dann? Die Kids sind ja nicht dumm! Das merken die sofort!

Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung, warum gerade DAS so gut funktioniert. Aber eine Vermutung. Darin kommen die Kindergartenerzieherinnen meines Sohnes vor…

Auf Platz 2 ist übrigens folgende Methode gelandet (häufig angewandt bei langsamen, abgelenkten Kindern, die nicht allein die Treppe laufen können/noch schnell den Film fertig sehen müssen/schnell noch die letzten 143 Seiten ihres Buches anschauen müssen):

Man sagt so eher beiläufig: „Ooch, ich geh da jetzt schon mal die Treppe rauf, UND ESSE ALLE RACHENDRACHEN AUF!“Ein wenig Tütengeraschel und Schmatzgeräusche, und ein bedauerndes „Oh, schade, schon fast alle!“ wirken zumindest bei Kleinkindern wunder.

Auch hier gilt natürlich wieder: sparsam einsetzen, und tatsächlich die Treppe schon ein Stück raufgehen, tatsächlich ein paar Rachendrachen essen, sonst macht man sich lediglich zum Deppen vor den lieben Kleinen. Auch hier verweise ich gerne wieder auf die Erziehung eines jungen Hundes ;-) …

Naja, und so tut man eben Dinge, die man immer ziemlich blöd fand und so auch nie machen wollte. Was soll’s…

3 Antworten auf „Die (Un-)pädagogische Trickkiste…“

  1. Ja, die alten Tricks, die werden -vorausgesetzt, sie werden richtig angewendet- wahrscheinlich auch in 100 Jahren noch funktionieren :D

    Solange du den Kids nicht zur Belohnung einen Knochen in den Mund steckst und ihnen dann noch das verblüffte Köpfchen tätschelst, ist doch alles im grünen Bereich ;)

  2. Hihi, stelle mir das gerade bildlich vor, Sascha, na da würden sie staunen! Aber es kann schon einmal vorkommen, daß ich unseren zappeligen Mittelsohn mit einem kurzen, verzweifelten „Sitz!“ dazu bringen möchte, sich doch endlich, endlich hinzusetzen ohne ständig wieder aufzuspringen und um den Stuhl herum zu laufen…

    In diesem Sinne: „Wuff!“

  3. Jaja, die lieben kleinen. Mal sind sie einfach nur Süß, ein andermal würde man sie ma liebsten erwürgen (denke da gerade an Homer Simpson und seinen lieben Sohn ;-)) Das man es dann doch lässt liegt wohl in der Natur der Sache. Prinzipiell kann man seine Kinder auch ohne Gewalt erzihen, aber Psychischer Druck muss halt manchmal sein. Nicht zulezt auch deshalb weil er zu Leben dazugehört. Zulezt aber, bleibt uns gestressten Eltern nur eiserne Geduld, denn irgendwann sind auch unsere Kinder Erwachsen, hihi :-) Bis dahin! LG

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